Das Boot

Unser 'graskarpfen' ist ein Katamaran der Zulassungsklasse A, also hochseetauglich für weltweite Fahrt und relativ lange autark. Für die Energieversorgung haben wir Solarpaneele, die liefern bei voller Sonne so um die 30 Ampere, das reicht um unsere Li-Ion Batterien zu laden, auch wenn der Kühlschrank läuft und diverse Elektronik am Leben gehalten werden muß. Auch der Autopilot kommt so gut durch eine Nacht, für mehrtägige Fahrten müssen wir allerdings mit der Maschine nachladen. Inzwischen haben wir einen Hydrogenerator von SailnSea gekauft und können insbesondere bei Nachtfahrten noch um die 10 Ampere generieren, das hilft enorm. Gekocht und gebacken wird mit Gas, eine 11kg Flasche reicht etwa 3 Monate. Wir haben davon zwei Stück, mittlerweile mit allen erdenklichen Adaptern. Warmwasser gibt es, wenn der Motor läuft oder Landstrom angeschlossen ist. Süßwasser machen wir auf See selbst mit einem Wasserentsalzer, nur für Diesel müssen wir an die Tankstelle. Wir haben knapp 400l dabei, das reicht für mindestens 100h oder etwa 500 Seemeilen ohne Wind. Aber wir wollen ja segeln ;-) Our 'graskarpfen' is a seagoing  catamaran and quite autonomous. With 560W solar panels plus the engine generators we should have always enough electrical engergy to keep our 5000Wh Li-Ion batteries charged. We cook with gas and we can produce our own drinking water with an reverse osmosis watermaker. Our 400l Diesel tank is enough for appr. 100h or over 500sm without wind. 

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Inzwischen können wir die Performance unter Cruising-Bedingungen - d.h. der Autopilot fährt und die Besegelung bleibt im Rahmen der Reffvorschriften - ganz gut einschätzen: Am Wind schaffen wir max. einen scheinbaren Winkel zum Wind von 35°. Ab 40° wird es dann deutlich schneller. Bis etwa 15kn wahrem Wind mit Code 0 von 40° - 120° AWA bzw. Code D für ca. 60°-160°, schaffen wir 80-90% der Windgeschwindigkeit, manchmal auch mehr. Danach muss die Selbstwendefock und das Groß alleine arbeiten, bis gut 18kn scheinbarer Wind ungerefft. Hart am Wind gehen dann so 7-10kn, mit Halbwind 8-12kn, je nach Welle. Echte Vorwindkurse sind mit unserer Besegelung nicht so toll, schneller und komfortabler ist vor dem Wind kreuzen. Wird der Wind stärker, müssen wir reffen, d.h. die Bootsgeschwindigkeit bleibt etwa gleich, es wird nur lauter und rauher. Bei raumen Kursen kommt es oft zum Surfen auf den Wellen, dann sind 14-16kn schnell erreicht, unser Topspeed bisher war 23,4 kn. In the meantime we know our boat better and have some experience of its performance under cruising conditions with the autopilot doing it´s job and the helm not being continuously attended: Beating we can sail up to 35° AWA, speed start´s at 40°. With light winds up to 15kn, using the Code 0 from 40°- 120° and the Code D for appr. 70°-160°, we usually realize 80-100% of windspeed. With more wind, the selftacking jib and the main sail must do their job alone, up to 16-18kn true wind without reef, beyond we have to adapt. Beating hard, we can go 7-10kn, half wind 8-12kn, depending on the waves. Real downwind courses we can either do under main only or with the Code D on one of the bows instead of the bowsprit - tacking on reaching courses is faster and more comfortable. With stronger wind we have to reef accordingly, so we are not faster but it gets louder and rougher. With reaching courses, sometimes the boat surfes the waves and we logged top-speeds up to 23,4kn so far.

Technische Daten

Outremer 45 (transom extension / mit Heckverlängerung)
LWL 14.6m, LOA 15,4m
Beam / Breite 7.1m
Min draught / Tiefgang: 1m
Max draught / Tiefgang: 2.1m
Height / Höhe: HA 21m
Light displacement / Leergewicht: 8,700kg
Laden displacement / Max. gewicht 11,700kg
Aluminium mast, steel shrouds / Alus Mast, Stahlwanten
Mainsail / Groß: 68m², Jib / Fock: 39m²
Code 0 ca. 80m², Code D ca. 100m²
Segelmaße I=15,93 P=16,68 J=5,88
Water capacity: 400L, Watermaker 100L/hour
Diesel capacity: 340L + 80L reserve tanks
Sewage tank / Schwarzwasser: 63L
Engine battery: 70Ah x 2
Main battery Li-Ion: 410Ah bei 12V =
5kWh (1/20stel Tesla ;-)
Solar Panels 560W, 180-360W realisische Leistung
Hydrogenerator SailnSea, ca. 120W bei 7kn, max 200W
Engine: 2 x Volvo 20.9kW with 1000W generator each
Heating: 9kW Webasto
Autopilot: Hydraulic and a tiller Pilot for backup

Design Barreau & Neumann

Communication
B&G VHF, HF-Radio & Pactor 4 Modem, IridiumGo, EPIRB

Navigation
B&G with Navionics charts, Laptop with OpenCPN, some more GPS devices, Sextant, some paper charts

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Wohnen, Kochen, Steuern. Living, cooking, steering.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Drei Doppelkojen und zwei Bäder. Three double beds and two bathrooms.

Toys & stuff

  • 3,5m Plastimo RIB with 15hp 2-stroke Mercury outboard  
  • Kayak  for up to three people  
  • 2xScuba dive equipment with L&W compressor
  • Kiteboard with 12m2 Core Kite
  • Surfboard
  • 2xClimbing equipment 
  • 2xMountainbikes
  • Lots of tools
  • Kärcher high pressure cleaner
  • Fishing rod
  • 10 fenders
  • 150m landline (old climbing ropes)

Eigenschaften eines Katamarans / Properties of catamarans

Ein Katamaran ist bei gleicher Länge etwas schneller als ein Einrumpfboot. Dies wird vor allem durch die schmalen Rümpfe ermöglicht, die etwa ab einem Breite/Länge Verhältnis von 1:8 (Outremer 45 1:10) nicht mehr der Begrenzung durch die Rumpfgeschwindigkeit (in unserem Fall etwa 9kn) unterliegen. Zudem ist die benetzte Fläche ca. 1/3 geringer als bei Einrumpfbooten, da der Ballast des Kiels entfällt. Je nach Rumpfform kann der Katamaran bei hohen Geschwindigkeiten partiell gleiten, das trifft insbesondere auf Konstruktionen mit flachem Kiel und Schwertern zu. Seine Stabilität erhält der Kat durch die Geometrie der Rümpfe, sein aufrichtendes Moment darf keinesfalls überschritten werden, ein gekenterter Kat ist verloren. Typischerweise nutzen die Reffvorschriften höchstens 25% der Stabilität aus. Geht man darüber hinaus, so ist zu beachten, dass die Kräfte im Quadrat des Windes zunehmen und die Wellen auch eine Rolle spielen. Wenn also die Reffgrenze für Vollzeug 18kn beträgt und das 25% der Stabilität bedeutet, so sind bereits bei 25kn fast 50% erreicht - und ab da wird es definitiv heikel. Segeln auf einem Rumpf ist keine Option, dafür ist die Outremer leider nicht gebaut. Also, unter Autopilot nicht über die Reffgrenze gehen, bei Präsenz an Ruder und Schoten sind bis 5kn darüber kein Problem, danach wird es heikel. Wellenhöhe, Länge und Richtung spielen natürlich auch eine große Rolle. 

Über die Frage, ob Einrumpfboot oder Katamaran sich angenehmer in der Welle verhalten, gibt es viele Diskussionen. Ein Kat ist durch sein geringes Gewicht und durch die hohe Rollstabilität in kurzer hoher Welle am Wind ruppiger, dafür krängt er weniger. Auf allen anderen Kursen lebt es sich komfortabler. Am Ankerplatz ist er weitaus im Vorteil, weil er kaum rollt. Eine Garantie gegen Seekrankheit ist der Kat übrigens nicht. Für Langfahrten gibt es noch ein paar Dinge, die unseres Erachtens fehlen: Blitzableiter bzw. wenigstens eine gute Erdung, das werden wir vielleicht nachrüsten mittels Kupferband unter der Wasserlinie, sowie ein Rammschutz für den Bug, mal sehen, ob wir so etwas auch hinbekommen.

A catamaran is typically faster than a monohull of the same length. As of a width/length ratio of 1:8 (Outremer 45 1:10)  it´s speed is no longer limited by the hull speed. In addition, it´s wetted surface is about 30% less because it does not carry ballast in it´s keel and flat hulls with daggerboards can even partially surf at higher speeds. However, a cat get´s it´s stability from its geometry and is lost when capsizes - hull flying as on racing cats is not an option. If the reefing limit for full sails is for example 18kn, using 25% of the boats uprighting moment, 25kn use already 50%. Under autopilot you should never exceed the reefing limit, being at the helm and ready to throw the sheets, you may exceed the limit but more than 5kn are definitely dangerous.. Of course you have to take into account waveheight, length and direction as well.

There is a lot of debates, if a monohull or a cat sails more comfortable. The cat can be quite rough sailing upwind against steep waves but in every other situation, it is more comfortable, not to speak about anchoring, which is far better. But even on a cat, there is no guarantee against seasickness.

Performance Daten unter Motor & Segel

Die Polaren sind nicht gerechnet, sondern echte Erfahrungswerte mit Welle im Mittelmeer. Gerade auf der Kreuz ist meist die Welle der limitierende Faktor, um Crew und Boot nicht zu sehr zu quälen. Diese Daten basieren auf Langfahrtbedingungen und sind die durchschnittlich erreichbaren Werte auf Langstrecke. Im Surf und bei Böen  sind wir schneller, bei achterlichem oder halben Wind oft 12-14kn, in der Spitze schon mal über 20kn. Unser bisher bestes ETMAL, also die Strecke über 24h waren 220 Meilen. The polars are not calculated, but real experience  with waves in the Mediterranean. Especially while tacking, waves are the limiting factor not to torture crew and boat too much. This data is based on long distance conditions and represents average values that can be reached over a distance. While surfing and in gusts we are faster, with aft or half wind conditions 12-14kn are often reached. Peak spead so far 24kn. Our best ETMAL, the distance over 20 hours, was 220 miles. 

Die Daten unter Motor sind ohne Einfluss von Welle und Wind bei glattem Wasser ermittelt.  These figures have been created under flat water and now wind conditions