BLOG 2020

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Covid Statistik


Oktober


Fikiada Bucht nach Poros Fikiada bay to Poros

23.-24.10.2020 - Den sonnigen Morgen in der Fikiada Bucht nutzen wir für ein gemütliches Frühstück, einen Spaziergang, ein Bad in der wamen Quelle, einen Drohnenflug und Silvia natürlich für einige Kilometer Schwimmen. Kurz nach 12:00 legen wir los Richtung Poros. Die Fahrt beginnt am Limit des Vollzeugs, mit 10-12kn schneidet graskarpfen durch die Wellen: Eine Freude für den Skipper, nicht so schön für Silvia, die nach dem Schwimmen gerade zum Aufwärmen in der Dusche ist. Aber der Wind lässt schnell nach und bis zur Insel Agios Georgios genau in der Mitte des saronischen Golfes ist er weg. Nun gut, wir ankern dort unter 20 Windrädern und machen uns einen gemütlichen Abend. Für den nächsten Tag ist Wind ab 3:00 morgens bis ca. 11:00 vorhergesagt, wir stellen den Wecker auf 5:00 und segeln los. Jetzt um 8:30 haben wir Poros 5 sm vorab.  We use the sunny morning in Fikiada bay for a nice breakfast, a walk, a bath in the warm spring, a drone flight and Silvia of course for some kilometers of swimming. Shortly after 12:00 noon we start towards Poros. The ride starts at the absolute limit for full sails, graskarpfens hammers upwind with 10-12kn through the waves: Real joy for the skipper, not so nice for Silvia, who is just in the shower to warm up after the swim. But the wind dies down quickly and up to the island Agios Georgios right in the middle of the Saronic Gulf it is gone. Well, we anchor there under 20 windmills and have a nice evening. For the next day wind is forecast from 3:00 in the morning until about 11:00, we set the alarm clock to 5:00 and sail off. Now at 8:30 we have Poros 5 nm ahead.

Tinos, die Amelie und weiter nach Kythnos

22.10.2020 - Nachdem wir in diesem Wind nicht noch einmal mit dem Dinghy fahren wollten, haben wir den graskarpfen an den Stadtkai verholt - neben eine wunderschöne Super Maramu mit ihren Eignern Renate und Günter. Nach kurzem Hallo haben wir uns für den Abend verabredet und dann eine turbotouristische Tour mit gemietetem Panda über die Insel angetreten. Eine kleine Bergbesteigung, ein Marmorsteinbruch, ein Mittagessen in einer Taverne im Nordosten und als Highlight der Ort Volax, standen auf dem Programm. Volax ist hineingebaut in eine Mondlandschaft mit runden Granitblöcken (Wollsackverwitterung), in die die Häuser teils integriert sind. Der Ort vermarktet Korbflechtereien und auf vielen Haustüren findet man in schöner Handschrift Gedichte - schade, dass unser Griechisch gegen Null tendiert. Abends gab es dann Bier und Snacks auf dem graskarpfen und weil es so nett war, heute ein gemeinsames Frühstück auf der Amelie - ein tolles Schiff übrigens, liebe Renate, lieber Günter! Dennoch sind wir um kurz nach Zwölf aufgebrochen, wir haben nur noch heute und morgen Wind für die Passage in den saronischen Golf, wo wir Pia und Wolly treffen werden. Die Fahrt war superflott, die erste Hälfte mit recht konfuser Welle durchaus heftig. Aber graskarpfen hat uns wieder begeistert, Autopilot an, Tür zu, Gischt draußen, 9-10kn Fahrt, was will man mehr. Um 17:15 nach 44sm fällt das Eisen in der Fikiada Bucht auf Kythnos und Silvia geht gleich noch eine Runde Schwimmen. Since we didn't want to repeat the dinghy ride, we moved graskarpfen to the city quay - next to a beautiful Super Maramu with her owners Renate and Günter. After a short hello we promised to meet for the evening and then started a turbotouristic tour with a rental car across the island. A short mountain ascent, a marble quarry, a tavern lunch  and  the village Volax, were on our ticklist. Volax is built into a lunar landscape with round granite blocks (wool-sack weathering), in which the houses are partly integrated. The village markets basket weaving and on many front doors you can find poems in beautiful handwriting - a pity that our Greek tends towards zero. In the evening we had beer and snacks on the graskarpfen and because it was so nice, breakfast this morning on Amelie - a great ship by the way! Nevertheless we left at noon because there are only 36 hrs. with favorable winds left for our passageto the Saronic Gulf, where we will meet Pia and Wolly. The trip was super fast, the first half with confused waves really bumpy. But graskarpfen excited us again, autopilot on, door closed, spray outside, 9-10kn speed, what more can you ask for. At 17:15 after 44sm the anchor is dropped in the Fikiada bay on Kythnos and Silvia goes for another swim.

Rauschende Fahrt nach Tinos - Speedy trip to Tinos

20.10.2020 - Heute morgen kurz vor 9:00 verlassen wir Andros im dritten Reff und lassen uns vom ordentlich mit 25 kn blasenden Meltemi nach Süden schieben. Von der engen Passage zwischen Andros und Tinos lassen wir die Finger, das Mauseloch ist nur  ein paar hundert Meter breit und der Wind kommt mit 30 kn von hinten, Notbremsung also heikel. Wir bleiben auf der Ostseite der Inseln und umrunden mit bis zu 35 kn Wind das Kap. Die Wellen sind recht ordentlich, about 3 m mit brechenden Kronen - graskarpfen darf wieder Surfen ;-)  An der Südwestecke von Tinos gibt es, wie bei dieser Topographie zu erwarten, obendrauf noch ordentliche Fallböen, das Groß kommt runter und mit 1/3 Fock gehen noch 6-8kn. Die letzte halbe Meile vor den Strand von Tinos dann unter Maschine, 60m Kette raus und Ende des Geschaukels. So um die 30 kn Wind machen viel Lärm, aber wir liegen ruhig. Ankerkontrolle mit Schnorchel - er ist im Sandboden gar nicht mehr zu sehen, der hält auch 60 kn Wind. Anspruchsvoll wird später die Fahrt mit dem Dinghy in die Stadt, gut dass wir einen ordentlichen Aussenborder haben - der aber nicht verhindern kann, dass wir klatschnass werden. This morning shortly before 9:00 we leave Andros in third reef and let the Meltemi  push us southward. We decide, that the narrow passage between Andros and Tinos is no option, the mousetrap is only a few hundred meters wide and with 30kn from behind any emergency manoever would become a challenge. We rather stay on the east side of the islands, then circle the cape with up to 35 kn wind. The waves are quite tidy, about 3 m with breaking crowns - graskarpfen enjoys some surfing ;-)  At the southwest corner of Tinos wind picks up to 35 plus gusts, mainsail down we sail the last 2 miles with about 30% jib still at over 6 knots. The last half mile to the beach of Tinos  under engine, 60m chain dropped and end of the rocking. About 30 knots of wind make a lot of noise, but no swell. Anchor control with snorkel - it's completely dug into the sandy bottom, good for even 60 kn wind. The dinghy trip to the city later on is a bit more challenging, glad we have a decent outboard engine - which however  can't prevent us from getting soaking wet.

Andros

18.-19.10.2020 - Gestern haben wir die 60 sm nach Andros Stadt zwischen die Kufen genommen. Ein schöner Segeltag mit beständigen 13 - 19 kn Wind. Vor Andros sind wir erst mal in der Nordbucht vor Anker gegangen und haben ein wenig die Stadt erkundet: Ausgestorben. Im Sommer wohl eine Wochenenddestination für Athener, jetzt sind alle Bürgersteige hochgeklappt. Entsprechend haben wir auch heute keinen Mietroller bekommen und stattdessen einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt gemacht. Mit geöffneten Geschäften ist es schon wieder etwas freundlicher. Haben eingekauft für ein leckeres Abendessen - der Steuermann freut sich auf Silvias Kochkünste. Yesterday we took the 60 nm to Andros city between the skids. Nice sailing  with steady winds of 13 - 19 kn. We dropped anchor in the northern bay of Andros town and explored the city: Extinct - Sunday evening. During summer  a weekend destination for Athenians, now all the sidewalks are up. Consequently we couldn´t  rent a scooter today and instead took an extended walk through the city. With the stores open, it's feels  more friendly again. On our way back, we bought some stuff to cook, the captain looks very much forward to enjoy Silvias cooking expertise.

Covid

17.10.2020 - Die Meldungen zu Covid verfolgen uns nach Griechenland, auch wenn die Lage hier im europäischen Vergleich noch sehr gut ist. Heute wollte ich mir mal wieder die Daten ansehen, allerdings ohne die aufwändigen Excel Auswertungen vom Frühjahr machen zu müssen. Im Netz wurde ich fündig, inzwischen gibt es tolle konfigurierbare Quellen: Hier klicken  We can´t escape  news about Covid here in Greece, even though the situation here is good compared with other European countries. So I wanted to have a look at the actual data again, however without  the time-consuming Excel evaluations from springtime again. Nicely it´s easy now to  find excellent sources in the net: Click here

Tour auf den Dirfys

16.-17.10.2020 -  Mit dem geliehenen Panda gehen wir auch heute auf Erkundungstour, allerdings verbunden mit einem Mißgeschick: Beim Sprung vom Auto zur Mülltonne knickt Silvia den Fuß ab - extrem schmerzhaft, mal sehen, was daraus wird. Wir fahren dennoch zunächst in eine schöne Bucht, 25 km nördlich von Kymi, Silvia kühlt den Fuß für ein paar Kilometer Ihrer Schwimmstatistik und das tut ihr auch sehr gut. Danach geht´s weiter an den Fuß des Dirfys, des mit 1740 m höchsten Berges der Insel. Ein eher wenig attraktiver Steinhaufen, aber die Ausblicke sind toll. Weil es dem Fuß in Bergstiefeln recht gut zu gehen scheint, wandern wir los, kehren nach einer guten Stunde 300 m unter dem Gipfel aber wieder um, es windet extrem und das reduziert die Freude an der Aussicht doch erheblich. Der Abstieg klappt  gut, wir wissen aber seit heute morgen, dass die Idee mit der Wanderung nicht ganz so toll war: Der Knöchel ist ordentlich geschwollen. Um 9:00 haben wir  dennoch Segel gesetzt, um 20 sm südlich in die Petries Bucht zu gehen, wir freuen uns auf eine neue Kulisse beim Blick aus dem Cockpit. With the borrowed panda we go on an exploratory tour today, but with a mishap: When jumping from the car to the garbage bin Silvia twists her foot - extremely painful, let's see what happens. Nevertheless, we first drive into a beautiful bay, 25 km north of Kymi, Silvia cools her foot for a few kilometers of her swim and that does her a lot of good. Afterwards we continue to the foot of Dirfys, the highest mountain of the island with 1740 m. A rather unattractive cairn, but the views are great. Because the foot in mountain boots seems to be doing quite well, we start hiking, but turn back after a good hour, 300 m below the summit, it winds extremely and that reduces the joy of the view considerably. The descent goes well, but we know since this morning that the idea with the hike was not that great: The ankle is quite swollen. Nevertheless, at 9:00 a.m. we set sail to go 20 nautical miles south into Petries Bay, we are looking forward to a new scenery when looking out of the cockpit.

Euböa, Kymi

15.10.2020 - Gestern sind wir früh aufgebrochen, um den angekündigten Morgenwind auf dem Weg nach Euböa zu nutzen. An der Ostküste der Insel gibt es nur den Hafen Kymi, den wir am späten Nachmittag erreichten. Noch genug Zeit für eine Schwimmrunde und einen Spaziergang durch den sehr unprätentiösen Ort. Heute dann eine Wanderung in die am Berg gelegene Stadt Kymi, wo wir einen amerikanischen Griechen kennenlernten, der uns unerwartet zu einem Mietwagen verholfen hat. Wir bleiben also erst mal bis Samstag, dann sollte uns Nordwind weiter gen Süden schieben. Eine kleine Tour in die Berge führte uns in eine phantastische Berglandschaft, fast wie am Verdon in Südfrankreich, mit Klettertouren en masse und einer Schlucht mit Wasserfall. Wie so oft, finden wir die schönsten Dinge an den weniger berühmten Orten. Yesterday we left early to take advantage of the announced morning wind on our way to Euboea. On the east coast of the island there is only the port of Kymi, which we reached in the late afternoon. Still enough time for a swim and a walk through the very unpretentious place. Today then a hike to the mountain town of Kymi, where we met an American Greek, who unexpectedly helped us to get a rental car. So we´ll stay until Saturday, when northerly winds should push us further south. A small tour into the mountains led us into a fantastic mountain landscape, almost like at the Verdon in southern France, with climbing tours en masse and a canyon with waterfall. As so often, we find the most beautiful things in less famous places.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Wunderbare Szenerie - Scenic landscape

Herzlichen Glückwunsch!

13.10.2020 - Wir gratulieren Jürgens Vater ganz herzlich zum 95. Geburtstag. Leider können wir heute nicht dabei sein, daher Grüße übers Netz. We congratulate Jürgen's father on his 95th birthday. Unfortunately we can't be with him today physically.

Kira Panagia - Peristera - Skopelos

11-13.10 2020 - So langsam treten wir den Rückweg Richtung unseres Winterlagers bei Korinth an. Mit sehr wenig Wind von Limnos in die Monastery Bay auf Peristera und am nächsten Tag bei gutem Wind mit Zwischenstop zum Schwimmen und Wracktauchen nach Skopelos. Heute eine Wanderung zu einigen leider geschlossenen Klöstern. Slowly we start the way back to our winter camp near Corinth. With very little wind from Limnos to Monastery Bay on Peristera and the next day with good wind with a stopover for swimming and wreck diving to Skopelos. Today a hike to some unfortunately closed monasteries.

Wracks vor Peristera - Shipwrecks at Peristera

  • Monastery bay

  • Monastery bay


  • Monastery bay


Limnos

10.10.2020 - Stille Tage - Zuhause nennt man das wohl "Goldener Oktober". Ruhige Tage ohne nennenswerten Wind, warm aber nicht mehr heiß, irgendwie erscheint alles auf langsam und ruhig geschaltet. Limnos liegt so ziemlich mittig in der Ägäis und in jede Richtung sind es mindestens 50 Seemeilen zum nächsten Ziel, unter Maschine also 10h, das ist keine Option. So warten wir im Hafen von Myrina auf Wind, machen kleine Ausflüge zu Fuß und mit dem Rad, bilden uns weiter im archäologischen Museum, machen Bootspflege und Silvia spult ihre Schwimmkilometer ab. Morgen könnte es klappen, Montag auf Dienstag Nacht brauchen wir dann mal wieder einen sicheren Platz, um einen angekündigten Südsturm abzuwettern.  Quiet days - At home we call this period "Golden October". No wind, warm but not hot, everything seems to be on slow pace. With Limnos placed right in the middle of the aegean sea, 50 miles apart from any other destination, we need wind however to leave. We don´t worry but visit the archeological museum, do some maintenance on the boat and Silvia adds some more miles to her swímming records. Possibly tomorrow we´ll have some wind for the next leg. In any case, we need a save place for some stormy weather from south announced for monday night.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Rehe am Burgberg, ein Geschenk aus Rhodos Deer in the castle area, a gift from Rhodos island

8.10.2020 - Heute haben wir nach einer heftigen Gewitternacht ein Auto gemietet und mehrere Highlights der Insel besucht. Wir sind ziemlich überwältigt von der Landschaft und der Freundlichkeit der Menschen hier. Und müde ;-) After a serious thunderstorm last night, we today took a rental car and visited a number of highlights on the island. We are enthusiastic about the landscape and the friendlyness of people here. And we´re tired too ;-)

Die Felsenkirche Panagia Kakaviotissa - A church in a cave atop of the mountain:  Panagia Kakaviotissa

Sandsteinformationen an der Nordküste - Peculiar sandstone formations along the north coast

Ammothines of Limnos

Amphittheater von Ifestia - Amphitheater of Ifestia

7.10.2020 - So viel Grün war lange nicht. Heute haben wir eine Radtour von der Hauptstadt Myrina zur großen Bucht in der Mitte der Insel gemacht und sind sehr angetan von der Insel. Hier wird gelebt, es mag ein paar Touristen geben, aber die Insel steht auf anderen Füßen. Einer davon ein großer Militärstützpunkt, der Flughafen, der direkt vor den strategisch bedeutsamen Dardanellen gelegenen Insel ist überwiegend militärisch genutzt und daher für die Insel ziemlich überdimensioniert. Aber es gibt auch viel Landwirtschaft und Geschäfte aller Art.  Wir sind durch sehr schöne Orte gefahren und die Hauptstadt verströmt eine Menge Charme. Hier werden wir wohl ein paar Tage bleiben. We hadn´t had so much green for long. Today we took our bikes on a tour from Myrina to the large bay, almost splitting the island in two. Along he way we found a large military base and a very large airport for dual use, little charming villages and a lot of farming. The islands may have tourists, but its economical base seem to be other businesses. For sure we´ll stay for a couple of days, we like it very much.

So viel Grün!  So much green!

Antike Gräber - Ancient tombs

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Myrina - a wonderful evening in town

A perfect day

5.10.2020 - 17:30  Heute morgen klingelte der Wecker um 5:00, allerdings wehte nicht das leiseste Lüftchen, so haben wir uns wieder umgedreht und sind um 7:30 mit dem ersten Morgenwind aufgebrochen. Zunächst unter Code D, dann stieg der Wind schnell an auf 15 kn, also ohne Code D weiter, 15min später dann 22 kn und 2. Reff, nochmal 15 min. später 3. Reff bei 25 kn Wind. Wow, dachten wir, damit sind wir in gut 5 h auf Limnos. Aber so kam es nicht: Der Wind schwächte schon bald wieder ab und dann begann er zu kreiseln. Eine Weile haben wir das mitgemacht, Code D hoch, wieder runter, am Wind, raumer Wind usw. Nach gut 20 sm haben wir den Motor angeworfen und sind eine  Stunde getourt, bis endlich der Südwind kam und der Rest der Fahrt ganz ordentlich dahin ging. Jetzt hat Silvia einen schnellen Schwimmstop an der Südostspitze eingelegt, aber für die Nacht gefiel es uns nicht so gut hier, wir sind nochmal unterwegs auf der Suche nach einer kleinen Traumbucht.  This morning the alarm clock rang at 5:00, but there was not the slightest breeze, so we turned around in bed and left at 7:30 with the first wind coming up. We started with all sails up, then the wind increased and within 30 min we found ourselves in 3rd reef, still doing over 8 kn. We already saw us to arrive at  Limnos within 5 hrs, but it didn't work out that way: The wind decreased soon and then  started circling. For a while we tried hard with different sails but then started the engine and toured for about an hour, until finally the south wind came and pushed us forward nicely for the the remaining 30 miles. Silvia made a quick swim stop at the south-eastern tip of the island, but the spot was not tenable for the night and we moved on for a real dream bay later the evening.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Blinder Passagier - Blind passenger

Lesbos

3.- 4.10.2020 - Vor Mithymna liegen wir so schön, hier wollen wir etwas langsamer machen. Gestern einen fast schon obligatorischen Tag Rollertour in den Süden nach Sigri zu den versteinerten Mammutbäumen und heute ein Fußmarsch zur heißen Quelle am Strand von Efthalou. Die eigentliche Ausstellungsfläche des "Petrified Forest" hatte seit erstem Oktober geschlossen, das war aber gar nicht schlimm, entlang des Zig-Millionengrabes eines weiteren ca. 40 km langen und vollständig nutzlos die leere Landschaft verschandelnden Straßenneubaus kommen viele der versteinerten Sequoias ans Tageslicht. In Sigri angekommen, einem Ort am Ende der Welt mit vielleicht 300 Einwohnern wurde dann der sinnlose Strassenausbau von einem noch sinnloseren Hafenausbau gekrönt, ein wenig Konsistenz muss schon sein ;-(. Was denken sich die Kleptokraten in Brüssel eigentlich bei so was? Heute dann der Versuch, 6 sm mit dem Dinghi zu den heißen Quellen von Efthalou zu fahren. Ums Kap herum und dann gegen die größer werdende Welle Richtung Osten. Nicht gut für Silvias Rücken, wir drehen um, ein Fußmarsch über gut 10 km war dann auch sehr schön. Die eingefasste heiße Quelle in einem alten Kuppelbau ein ganz besonderes Erlebnis. The anchorage in front of Mithymna is so beautiful, we stay and  slow down. Yesterday the almost obligatory  scooter tour to the south to Sigri with petrified sequoia trees and today a walk to a hot spring at the beach of Efthalou was on plan.

2.10.2020 - Gestern Abend sind wir spät entschlossen noch 10sm nach Norden gesegelt, wir wollten Ruhe und keinen Stadthafen. Nachdem wir den hier wohl üblichen Slalom durch Massen von kleinen Fischerbooten absolviert hatten, fiel der Anker vor einem kleinen Hafen während stockfinsterer Nacht und wir waren gespannt, was uns erwartet. Im Hinterland sollte es einen Canyon mit Wasserfall geben. Der Morgen brachte erst mal eine kleine Überraschung: Das grieschische Militär machte hier wohl mit ca. 100 Mann Ausbildung zu Lande und zu Wasser. Wir sind mitten durch marschiert, merkwürdiges Gefühl, aber alle waren freundlich und haben zurückgegrüßt. Der Wasserfall war nach 1h Fußmarsch wie erwartet in dieser Jahreszeit (nein, kein Klimawandel, einfach nur Sommerende) fast komplett trocken, die Szenerie dennoch beeindruckend. Nach einem Schwimmstop unterwegs ging es dann weiter an der türkischen Seegrenze entlang nach Westen, vor Anker bei der wunderschönen Stadt Mithymna. Yesterday evening we sailed 10sm to the north, we wanted to have peace and quiet and no city harbour. After we had done the slalom through masses of small fishing boats, which is probably usual here, we dropped anchor in front of a small harbour during pitch dark night and we were curious what to expect. In the hinterland there should be a canyon with a waterfall. The morning brought a little surprise: The Greek military trained here with about 100 men on land and water. We marched right through, strange feeling, but everyone was friendly and greeted us back. The waterfall was almost completely dry after a 1h walk as expected in this time of the year (no, no climate change, just the end of the summer), but the scenery was still impressive. After a swim stop on the way, we continued along the Turkish sea border to the west, anchored at the beautiful town of Mithymna.  

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Blick von Mithymna nach Südwesten

1.10.2020 - Um das Thema Flüchtlinge kommt man hier auf Lesbos natürlich nicht herum, wir wollen das aber nicht auf diesem Blog thematisieren. 

Mytilini  -  Heute morgen haben wir die Räder gesattelt und sind zum römischen Aquädukt geradelt. Völlig ohne touristische Aufbereitung steht es plötzlich hinter einer Wegbiegung und beeindruckt enorm, Es übertrifft wohl die meisten zeitgenössischen Bauten auf Lesbos an Eleganz und Größe bei weitem. Auf dem Rückweg dann ein recht kurzer Besuch der nur wenig erhaltenen Burganlage mit Elementen die ins 6 Jhd. vor Christus zurückreichen und Bauten, die im 14. Jhd, nach Christus geschaffen wurden.  2000 Jahre Geschichte, aus der man vieles lernen könnte. Das Amphittheater ist nur noch topologisch vorhanden und nicht so beindruckend. Die Stadt hat schöne Seiten, allerdings mit einigem morbiden Charme. 

Of course there is no getting around the topic of refugees here in Lesbos, but we don't want to discuss this on this blog. 

Mytilini - This morning we took our bikes to the Roman aqueduct. Without any touristic makeup it suddenly appears after a curve and impresses enormously. It surpasses most contemporary buildings on Lesbos in elegance and size by far. On the way back, a short visit to the large preserved castle with elements dating back to the 6th century B.C. and buildings built in the 14th century A.D.  2000 years of history, from which one could learn a lot. The amphitheater is only topologically present and not really impressive. The city as such has beautiful aspects with a bit morbid charm.

  • Unser Hafenplatz in Mytilini 


  • Die Brasse war köstlich - mit Kartoffeln á la Egon 

  • Am Strand von Mytilini

  • Tja, die Sache mit der Freiheit

  • Burg

  • Burg

  • Zisterne der Burg

  • Herrschaftliche Häuser

  • Grüße vom graskarpfen

September


30.9.2020 - Gestern sind wir von Chios aufgebrochen, zunächst mit Ziel Ouinussa, aber in die Buchten dort stand zu viel Schwell für Silvia´s Schwimmpläne. Also weiter nach Lesbos. Mit stehts um die 20kn halbem bis raumem Wind ging graskarpfen ab wie die Post und wir haben auf der Logge auch mal 13kn stehen sehen. Mit zunehmender Welle wurde das dann unter Vollzeug etwas heikel, bergab ging der Ruderwinkel schon mal nah ans Limit (wir hätten doch die langen Ruder nehmen sollen) und einen Sonnenschuss wollten wir nicht probieren, also zunächst Reff II und bald danach Reff III, 9-10kn sind auch noch schön. Lesbos hat zwei große südliche Fjorde, am Eingang zum östlichen Fjord werfen wir den Anker vor ein paar einfachen Fischerhütten. Sehr ruhig und angenehm nach den lauten Nächten in der Stadt. Am nächsten Morgen kommt ein Fischer zum Boot und verkauft uns drei Goldbrassen, dann geht Silvia eine Runde Schwimmen und nachmittags machen wir den kurzen Schlag nach Mytilini, in die Hauptstadt der geplagten Insel. Jetzt liegen wir neben vielen Frontex Schiffen aus mehreren Nationen am Stadtkai. Yesterday we departed from Chios, first with destination Ouinussa, but there was too much swell for Silvia's swimming plans. So we moved on to Lesbos. About 20kn wind with full sails made graskarpfen going and we logged 13kn frequently. As the waves got bigger  we had to reef but it was still a fun surf with double digit speeds. Lesbos has two big southern fjords, we dropped anchor at the entrance to the eastern fjord in front of some simple fishermen's cabins. Very quiet and pleasant after the noisy nights in the city of Chios. The next morning a fisherman came to the boat and sold us three dorados, then Silvia went for a swim and in the afternoon we sailed the short leg to Mytilini, the capital of the plagued island. Now we are moored next to some Frontex ships from several nations at the city quay.

Chios

28.9.2020 - Heute stand der nördliche Teil der Insel auf dem Programm - wir hatten den Roller ja gleich für zwei Tage gemietet. Nun ja, wir waren ein wenig ausgepowert vom Turbotourismus des gestrigen Tages und letzlich wurde es eine Rundfahrt um den höchsten Inselberg mit  nur wenigen Stopps. Der Norden ist landschaftlich sehr schön, aber extrem dünn besiedelt. Das hat die EU nicht davon abgehalten, in extrem gute Straßen und tolle Sportstätten zu investieren, die auch bestimmt lange halten, denn sie werden so gut wie nicht benutzt. Solche Beispiele Echten Unsinns begegnen einem leider auf allen Inseln auf Schritt und Tritt. Umverteilung von Steuergeldern in "Infrastruktur" statt in Bildung oder andere sinnvolle Sachen. Schade, die großartige europäische Idee wird von ignoranten Bürokraten kaputt geritten. Today the northern part of the island was our program. Well, we were a little exhausted from the turbo tourism of yesterday and finally it just became a round trip around the highest mountain with only a few stops. The north is scenically very beautiful, but extremely sparsely populated. This has not stopped the EU from investing in extremely good roads and great sports facilities, which will certainly last for a long time, because they are hardly ever used. Such examples of real nonsense are unfortunately encountered at every turn on all islands. Redistribution of tax money into "infrastructure" instead of education or other sensible things. What a pity, the great European idea is being destroyed by ignorant bureaucrats

27.9.2020 - Heute große Runde der südlichen Inselhälfte. Unser erster Halt ist ein Café in einer Zitrusplantage der fruchtbaren Kampos-Ebene südlich der Hauptstadt. Hier gibt es etwa 200 Landgüter, überwiegend mit wunderbaren Bruchsteinhäusern errichtet und von hohen Mauern geschützt. Hinter jeder Mauer ein kleines Paradies. Exportiert wurde und wird in die ganze Welt. Nächster Stop ist die Bucht von Emborios mit einem Tempel der Athena oder der Artemis oder des Apollon, so genau weiß man es nicht - außerdem soll Homer hier gelebt haben. Nach leckerem Mittagessen geht es weiter in die Dörfer des Mastikanbaus. Mastik ist das Harz des Mastikbaumes, es kann für alles Mögliche von Diabetestherapie über Kaugummi und Kosmetika bis zu Süßspeisen verwendet werden kann. Ein schönes Museum zeigt den Produktionsprozeß, die Bäume bedecken die Hälfte der Landschaft, dort kann man im September die Ernte bewundern. Wir machen Halt in den Dörfern Pyrgi und Olimpoi, beide sind befestigte Wehrdörfer, allerdings mit sehr unterschiedlichem Charakter.  Während Olimpoi durchgängig mit Naturstein gebaut ist und auch in Italien ider Südfrankreich nicht auffallen würde, ist Pyrgi sehr markant durch seine schwarz-weißen Ornamente an allen Häusern.

  • Ein Gutshof der "Zitronenbarone"

  • In der Plantage

  • Im Café

  • Ein Mastik-Tropfen

  • Harztropfen auf gekalktem Boden

  • Detail aus der Mastik-Fabrik

  • Noch ein Detail

  • Vor 80 Jahren in Chios - Verladen von Citrusfrüchten und Mastikprodukten

  • "Mastikdorf" Modell & Foto

  • In Olimpoi

  • Zentraler Wehrturm in Olimpoi

  • Häuser in Pyrgi

  • Pyrgi

26.9.2020 - Heute Morgen war Stadtbummel angesagt. Nach der vielen Natur der letzten Zeit auch mal schön. Wie auf den meisten Inseln hier gibt es zahlreiche unterschiedliche bauliche Zeugen einer sehr bewegten Geschichte - vom italienischen "Leros Stil" bis zum türkischen Bad. Die Stadt ist nicht unbedingt schön, aber durchaus interessant. Der angesagte Wind kam dann pünktlich am Nachmittag und schickte ordentlich Schwell in den Hafen, so dass wir graskarpfen erst mal mit unseren elastischen Kletterseilen neu vertaut haben, damit es weniger hart an Mensch und Material zerrt. Abends dann noch eine Tour mit dem Roller ins Gebirge, ins Land der Aleppo-Kiefern, Oliven und Mastik Sträucher.

25.9.2020 - Wir haben uns für die Fahrt am Freitag entschieden. Das kostete uns zwar 3 Stunden unter Maschine, dafür wurden wir mit 5 Stunden wunderbarem Segeln bei glatter See und 8-12 kn Wind entschädigt, so daß wir herrlichst unter Code D dahingleiten konnten. In der Meerenge zwischen Chios und Cesme wurde es dann dunkel und wir hatten ein ganz neues Erlebnis: Hunderte kleine Fischerboote forderten höchste Aufmerksamkeit. Im Hafen dann Anlegen auf römisch-katholische Art, irgendwo wo Platz war. Alles gut, bis auf die Tatsache, dass Freitagabend der Tag des Feierns ist und in der direkt bei uns gelegenen Bar bis um 4:00 seh laut sehr schwer erträglicher Rap gespielt wurde. Sei´s drum, das haben wir am nächsten Tag mit einem Mittagsschläfchen kompensiert.

Auf dem Weg in den Norden der Ägäis

24.9.2020 - Heute morgen schwimmt Silvia wieder ein paar Kilometer, danach wollen wir einen Roller mieten und die Insel erkunden. Wir beobachten das Wetter, übermorgen kommt starker bis stürmischer Südwind und wir müssen das Zeitfenster erwischen, in dem genug Wind für die 40 Meilen nach Chios Stadt ist, um voranzukommen, wir aber noch bei akzeptabler Windstärke im für uns unbekannten Hafen anlegen können.

23.9.2020 - Um 6:00 haben wir uns den Wecker gestellt, hadern noch ein wenig mit der Frage, ob wir segeln oder bleiben sollen, hissen aber dann um 6:30 den Anker. Bei ordentlich Wind sausen wir um die Westspitze von Samos und kreuzen nach Nordwesten. Nach dem zweiten Schlag können wir allerdings schon Vollzeug setzen und sobald wir aus der Beschleuigungszone des Windes entlang der Nordküste von Ikaria kommen, fällt der Windanzeiger unter 10kn. Ein bischen wenig, um noch 30 Meilen nach Norden zu kreuzen, zumal unser Code 0 jetzt schmerzlich fehlt. Wir disponieren um und segeln in die kleine Hafenstadt Evdilos im Norden von Ikaria. Ein echte Zeitreise 30 Jahre zurück: Zur Zeit der Junta in Griechenland hat man hunderte Kommunisten auf die Insel zur Umerziehung verbannt. Das Experiment scheiterte aber, die Inselbewohner wurden eher selber in den Bann linker Ideologie gezogen und so blieb eben die Zeit stehen ;-)  Als Besucher ist der morbide Charme durchaus attraktiv.

22.9.2020 - Nach vier Tagen in der Stadt des Pythgoras zieht es uns weiter. Bei stark wechselnden Winden entlang der Leeküste von Samos segeln wir in eine kleine Bucht ganz im Südwesten, deren Szenerie uns begeistert. Silvia spult wieder 3 km  im  Wasser ab.

  • Los geht´s, im Südwesten von Samos

  • Der höchste Berg Samos´ blickt auf uns herab

  • Evdilos

  • Ganz allein

  • Lebendiger Kommunismus

  • Der Esel darf nicht fehlen

  • Zeitreise

  • Traumstrand im Nordwesten von Ikaria

  • Wunderbare Kiefernwälder und Granitlandschaften auf Ikaria

  • Neugierige und hungrige Süßwasserschildkröten

75 Meter

22.9.2020 - Seit einer Woche haben wir eine neue Ankerkette, nachdem die erste schon nach zwei Jahren komplett verrostet war und permanent das Boot verschmutzt hat. Wir hätten viel früher austauschen sollen, endlich wieder ein weißes Vorschiff. Statt 50 haben wir nun 75 Meter an Bord, das gibt mehr Reserve, wenn das Wasser mal etwas tiefer ist. Wir haben uns wieder für verzinkten Stahl entschieden, weil normale Edelstahlketten im Mittelmeer ein Problem mit Lochfraß bekommen können und die  Edelstahlketten, die das aushalten würden, kosten fast das 5-fache einer verzinkten Kette, da tauschen wir lieber häufiger.

Samos

20.-21.9.2020 - Am Sonntagmorgen muss Patrick leider wieder nachhause, das Bruttosozialprodukt mehren, wir behalten einen der Roller noch für den Tag. Als erstes steht ein Besuch im ältesten Tunnelbauwerk der Geschichte an, das von zwei Seiten eines Berges angegangen wurde. Der über 1 km lange Tunnel des Eupalinos: Nur um 40cm in der Höhe und wenige Meter in der Ebene ist man abgewichen, der Tunnel hat daher 3 Stufen und eine kleine Kurve in der Mitte. Welch eine Leistung etwa 600 vor Christus! Es dauerte etwa 10 Jahre, bis diese Wasserleitung mit Hammer und Meißel in das Kalkgestein gegraben war. Später finden wir durch Zufall die Felsenkirche Spiliani und beschließen dann, die Insel auf durchaus anstrengend abenteuerlichen Wegen von Süden nach Norden durch die Berge zu queren. Abwechslungsreiche Wälder, phantastische und sehr abseits gelegene Flecken mit Weinanbau und spektakuläre Ausblicke belohnen unsere Bemühungen. Erstaunlich, was so ein Roller alles kann - gut, dass der Vermieter nicht mit ihm leiden muss. Auf dem Abstieg nach Vourliotes kommen wir an einem bemerkenswerten Kloster vorbei, das leider nur in der Woche Besuchsstunden hat. In Vourliotes auf der Plaza gibt es ein sehr griechisches Mittagessen, griechische Stühle inklusive - die sind vermutlich so konstruiert, dass niemand den Platz zu lange belegt ;-)  Auf der Rückfahrt kurz vor Pythagorio machen wir noch einen Abstecher zu den ehemals 6,5 km langen antiken Zyklopenmauern, die darauf hindeuten, wie wenig sicher man sich hier fühlen konnte, an der Grenze zwischen Orient und Okzident. Schade, dass es immer noch brodelt! Die Mauern sind nur unter Inkaufnahme erheblicher Kratzer zu besuchen, niemand hat Wege in die Macchia geschlagen und wir haben weder feste Schuhe noch Gamaschen. Aber wir stellen unsere Leidenschaft für alte Steine über dieses kleine Leid und schicken die Phantom noch mal an ein paar Stellen, die wir auslassen müssen.

Heute haben wir ein paar leise Flüche nach La Grande Motte geschickt: Durch zeitweilige Nutzung unseres Schwarzwassertanks hatten wir plötzlich wieder braune stinkende Flüssigkeit in der Bilge. Kurz nach Auslieferung war das schon einmal so, danach haben wir den Tank nicht mehr genutzt. Jürgen hat den Tank komplett ausgebaut, gereinigt und wieder eingesetzt, den Rumpf gereinigt und wir hoffen, dass nach fünf Stunden äußerst unangenehmer Arbeit jetzt alles dicht ist. 

Flug über die 6,5 km lange Zyklopenmauer

Patrick an Bord

18.-19.9.2020 -  Die ersten zwei Stunden mit der Unterwassergenua und dann unter Code D geht es in die Heimat des Pythagoras, nach Pythagorio im Süden von Samos - vis a vis zur nur 4 Meilen entfernten Türkei. Wir stellen einen neuen Rekord in der Anzahl der Ankerversuche auf. Nach fünf Runden gehen wir ganz nah an den Kai und an andere Boote, dort ist Sand und mit nur 20 m Kette können wir erst mal den Ort erkunden. Aber für den nächsten Tag mit Landausflug reicht das nicht, so dass wir morgens noch drei Versuche benötigen, bis wir einen Sandflecken finden, in den sich unser Spade verbeißen kann und auch Vollgas rückwärts übersteht. Eine Rollertour nach Vathi und Manolates sowie eine Einkaufsrunde im Lidl später, sitzen wir nun wieder im Boot und genießen einen Gin Tonic.

17.9.2020 - Vormittags sausen wir mit dem Dinghi zu den Felsen von Makronisi und schnorcheln dort eine Weile. Nachmittags geht es bei sehr wenig Wind nach Arki und nach ausgiebigem Spaziergang treffen wir uns abends mit Susannes und Armins Freunden in der Taverna Apolafsi.

16.9.2020 - Morgens bringen wir Silvia mit dem Radl an Land, sie will noch etwas einkaufen und dann nach Agia Marina fahren. Wir kreuzen bei perfektem Wind nach Norden und holen sie nach 1 1/2 Stunden mit kurzem Ankerstopp ab. Unser heutiges Ziel ist Lipsi, wo wir Susanne und Armin treffen. Armin ist der Erfinder unseres SailnSea Hydrogenerators. Nach einem Begrüßungsbier und einigen Runden Wassersport wandern wir spätabends noch in die Stadt und feiern in Patricks Geburtstag hinein.

15.9.2020 - Wir klaren das Schiff auf, ziehen die neue Kette ein und hätten gerne unser Code 0 abgeholt, aber der Segelmacher hat ein Problem, der bestellte Stoff zur Verstärkung ist zu stabil und er konnte die Reparatur nicht machen. Nun gut, wir lassen das Segel dort auf einen weiteren Versuch, er wird es uns dann zu unserem Winterliegeplatz schicken. Am frühen Nachmittag segeln wir das kurze Stück in die Xirokampus Bucht und treffen dort Dietmar von der Pearlfisher wieder. Vor drei Jahren hatten wir uns auf Leros kennengelernt und wir feiern das mit einem schönen Abendessen in der Hafentaverne.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). 2 Meilen vor Samos - Rauschefahrt unter Code D

Wir sind wieder da

14.9.2020 - Um 11:00 geht der Lufthansa-Flieger nach Athen, um 14:30 der X96 Bus nach Piraeus und um 19:15 wirft die Crew der Blue Star II die Leinen los. Mit Zwischenstop auf Syros und Patmos geht es bis 04:30 nach Leros. Eine halbe Stunde Fußmarsch und wir sind wieder bei unserem graskarpfen in der Marina Evros. Unser Freund Patrick ist gestern schon dort angekommen und hat offensichtlich bereits das Boot geputzt, was will man mehr?!


  • In Manolates

  • Post Office

  • Der Hafen von Arki

  • Für Klein und Groß

  • Im Süden von Arki

  • Unser Ankerplatz vor der Taverna Apolafsi

  • SY Jalin von Susanne und Armin

  • Happy Birthday Patrick

  • Ausfahrt aus Piraeus auf der Blue Star II

  • Manolates

  • Manolates

  • Manolates

  • Rückkehr der Drohne

August


Bootspause

26.8.2020 - Am späten Nachmittag sind wir in München gelandet und machen jetzt knapp drei Wochen Pause vom Boot. Hoffentlich klappt die Rückreise!

Leros

24-25.8.2020 - Wir sind mal wieder auf Leros und es ist schon ein wenig wie Nachhausekommen. Vor uns liegt die interessante Kulisse von Lakki, einer Stadt, die in den 30er Jahren von den Italienern am Reißbrett geplant und im Stil des Rationalismus gebaut wurde. Für Architekturinteressierte anbei ein Link auf einen Artikel dazu. Leros hat eine bewegte Geschichte, hier waren die Osmanen, Briten, Italiener und die  Deutschen als Besatzer, hier gab es Verbannungslager für politisch unliebsame Menschen, Umerziehungslager für deren Kinder und Heime für geistig Behinderte. Insofern hatte die Insel einen schlechten Ruf, vielleicht hat sie das vor dem Massentourismus beschützt. Wir lieben sie jedenfalls. Mit einem geliehenen Roller stand heute eine weitere architektonisch-militärische Besonderheit auf dem Programm: Die Muro di ascolto, ein Bauwerk mit drei konkaven Schallwänden, vor denen Soldaten durch Änderung ihrer Position grob den Winkel anfliegender Flugzeuge aus größerer Entfernung ermitteln konnten. Es gibt diese Einrichtung nur zweimal auf der Welt, kurz danach wurde das Radar erfunden, das den Job besser erledigte. Abends dann noch eine Tour zu einem abgelegenen Kloster und einer Kapelle. 

Heute Nacht nehmen wir die Fähre nach Piräus und werden das Boot für drei Wochen in der Marina parken - wir haben Einiges zuhause zu tun. Vorher wird geputzt, getankt und endlich auch eine neue Ankerkette gekauft, der Zink auf der Qualitätsware des Erstausrüsters war nach knapp zwei Jahren weg und die Kette löst sich nun im vierten Jahr schnell auf und verschmutzt noch dazu massiv das Boot.

  • Lakki, Reißbrettstadt

  • Muro di ascolto

  • Flakstation dazu

  • Im Inneren der Muro di ascolto

  • Blick nach Süden, Kalymnos

  • Die neuen Bewohner

  • Militärbaracken

  • Klosterkirche

  • Agios Isidoros

  • Schöne Fahrt von Patmos nach Leros

Patmos

23.8.2020 - Morgens um 9:00 will das nahe bei uns liegende Tankschiff die Bucht verlassen. Wir sind durch den nächtlichen Winddreher vor dessn Bug geschwoit und müssen den Platz räumen. So verlegen wir uns vor den Felsen Kalikatsou und brauchen dort 5 Versuche, bis unser Anker mehr schlecht als recht auf grasigem Boden hält - einfach nicht die Stärke des ansonsten tollen Spade-Ankers. Ein kleiner Drohnen-Rundflug um den Felsen darf nicht fehlen, später werden wir auch noch einmal hinaufklettern.

Randnotiz: Seit wir hier sind, drehen wir öfter mal den Funk ab. Permanent verletzen türkische Schiffe die Seegrenze um ein oder zwei Kilometer und werden von genervten griechischen Funkern zurechtgewiesen. Machen können die Griechen nichts dagegen, denn selbst ein schnelles Patroullienboot wäre erst dort, wenn der Eindringling wieder zurück auf "seinem" Territorium wäre. Ob das staatlich verordneter Ärger ist, oder ob sich da privat Menschen einen "Spaß" erlauben, ist unklar - Absicht ist es sicher, ab und zu wird auch mal türkische Musik als Antwort über Kanal 16 eingespielt. 1996 gab es zuletzt beinahe Krieg, weil ein türkischer Bürger auf der Insel Irmia eine türkische Flagge gehißt hatte. Damals gab es aber noch eine USA als Führungsmacht der Nato und als "Weltpolizist" und nach einer Nacht Verhandlung mit Bill Clinton war der Konflikt erst mal auf Eis. Jetzt geht es um ein paar hundert Milliarden schwere Gasfelder, nicht nur um einen Felsen und die Ehre. Als Schlichterin versucht sich diesmal Mutti. Die EU ist außenpolitisch wie immer weitgehend impotent, nur die Franzosen zeigen bislang Muskeln. Es wird spannend. Wir machen uns ein wenig Sorgen, wir wollen graskarpfen demnächst drei Wochen auf Leros "parken".

22.8.2020 - Von Agathonisi sind wir gestern in wunderbarer Rauschefahrt 1 1/2 Stunden in den Süden von Lipsi gesegelt. Eine kleine Wanderung in die Stadt, Einkaufen, Schwimmen, Erkundungstour mit dem Dinghi und Esel füttern stand auf dem Programm. Nachmittags haben wir kurzerhand beschlossen, noch einmal nach Patmos zu gehen, wir waren noch nie in der südöstlichen Bucht dort. 

Leros - Farmakonisi - Agathonisi - Lipsi

20.8.2020 - Am späten Vormittag legen wir ab Richtung Agathonisi. Unterwegs entscheiden wir uns für einen kleinen Umweg, wir wollen mal versuchen, ob wir auf Farmakonisi anladen dürfen, einer der Inseln, die zwischen der Türkei und Griechenland umstritten sind. Es ist sehr viel Militär auf den Beinen und wir bekommen eine höfliche aber deutliche Absage. Nun denn, weiter nach Agathonisi. Im engen Hafen, direkt vor einer Fregatte legen wir mit zwei Landleinen an, alles klappt gut und nach einem Spaziergang in das sehr kleine Dorf gehen wir zur Schwäbin bei Georgios, um deren berühmte Ziege an Zitronensauce essen. Am späteren Abend dann Fallwinde mit bis zu 30kn, unser Anker schlupft, Seitenwind erzeugt halt riesige Kräfte auf das gespannte Seilsystem und wir müssen unseren Zweitanker seitlich ausbringen. Der hält, dennoch wird es eine unruhige Nacht. 

19.8.2020 - Drei Tage liegen wir nun in der sehr schönen  Vromolithos Bucht vor Leros und unternehmen viel mit der Crew der Darksyde. Für´s Fotografieren und Einträge in die Webseite bleibt da wenig Zeit - aber keine Sorge, es geht uns gut !

16.8.2020 - Heute morgen um 5 Uhr sind wir aufgebrochen, nach 9h 45min und 71,5 Meilen fiel das Eisen vor Agia Marina auf Leros. Die Fahrt war von stark wechselnden Winden geprägt, mal Schleichgang, mal Rauschefahrt mit über 10kn. In Summe viel angenehmer als erwartet.

  • Noch ist es ruhig auf Megathonisi ...

  • Wir werden gut bewacht

  • Leros, Agia Marina

  • Auf der Burg

  •  über Leros

  • Zweimal Sonne

  • Vromolitos Bucht

Kleine Kykladen

15.8.2020 - Wir wollen weiter nach Leros, aber der  Meltemi bläst heute so stark, dass wir nach Studium der Wetterberichte von ECMWF, GFS, ICON und Meteoblu beschließen, die gut 60 sm Überfahrt auf morgen früh mit Aufbruch noch im Dunkeln zu verschieben. Silvia geht jetzt erst mal ein paar Meilen Schwimmen, danach ist noch einmal eine Wanderung angesagt. Falls er nicht von alleine geht, werden wir im Lauf des Tages noch den Charterer vor uns überzeugen müssen, dass er sein Boot verlegt. Mit ihm über unserer Kette können wir sonst morgen früh nicht los. Mal sehen, wie die Diplomatie so funktionieren wird.

Update am Abend: Unser Nachbar hat sich in den Hafen begeben, also alles gut. Wir haben die Insel weiter erkundet und sie gefällt uns so gut, dass wir leicht noch ein wenig bleiben würden, aber dann kommen wir in die zwei angekündigten Sturmtage, geht also nicht. Dafür bekommt sie ein Herzchen auf unserer Routenkarte.

Morgen früh um 5:00 wollen wir los, Kurs Leros, es ist alles vorbereitet, Vorgekocht und Vorgebacken, Kaffeemaschine geladen, Dinghi verzurrt, Luken dicht. Die Fahrt verspricht etwas ruppig zu werden. 

14.8.2020 - Südlich von Naxos, der größten Insel der Kykladen liegt die Gruppe der kleinen Kykladen: Iraklia, Schinoussa, Koufonisia und Keros, nebst einiger unbewohnter Eilande. Wir verbringen eine Nacht auf Schinoussa, die Insel ist landschaftlich schön, aber irgendwie im Umbruch.  Es wird viel gebaut, fast alles ist parzelliert und mit Schildern "Privat" versehen, so richtiger Kykladencharme kommt nicht auf. So bleibt es bei einem kleinen Inselrundgang und am späten Morgen segeln wir weiter nach Koufonisia. Wie in Lee einer großen Insel nicht anders zu erwarten, haben wir zunächst sehr wechselhafte Winde und auf den letzten 5 Meilen kachelt es dann mit 30kn gegen uns. Wir Segeln im 3. Reff und lassen eine Maschinen zur Unerstützung mitlaufen, nicht die feine Seglerart, aber sonst hätten es wesentlich länger gedauert. Wir finden einen guten Platz vor der Stadt, allerdings legt sich ein unbelehrbarer Charterer mit 1 1/2 Bootslängen Abstand fast direkt vor uns, obwohl genug bessere Plätze zu finden gewesen wären. Bei Böen bis 25kn völlig unnötig und gefährlich. Wir machen mit ungutem Gefühl eine Wanderung in den Norden der Insel, die einen wunderbaren Strand nach dem anderen aufbietet. Höhepunkt ist das "eye of the devil", eine fast kreisrunde Bucht, voll im Wind gelegen aber perfekt vor Welle geschützt, in der ein paar richtig gute Kiter zeigen was Jürgen gerne könnte ;-(

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Hier hat jetzt auch jeder Esel verstanden, dass eine Maske vernünftig ist.

Paros

13.8.2020 - Vorgestern haben wir den graskarpfen nach dem Kiteboarden ein paar Meilen nach Norden, in die sehr schöne und unglaublich gut geschützte Bucht vor Paroika auf Paros verlegt. Unterwegs kamen wir an einem Umweltschutzschiff vorbei, das eine Ölbarriere um das im Jahr 2000 auf einen Felsen gelaufene Passagierschiff Express Samina gelegt hat. Die gesamte Crew schaute Fußball und hat 1 Meile vor der Küste die gut beleuchteten Felsen in voller Fahrt gerammt. Von 500 Passagieren kamen 81 ums Leben. Paroika, die Hafenstadt von Paros gefällt uns außerordentlich gut, kleine Gassen laden zum Bummeln ein, es gibt eine beachtenswerte byzantinische Kirche und ein Anglergeschäft, in dem wir neue Leine und Köder für die abgefahrene Schleppangel kaufen können.

Gestern konnte Jürgen nicht widerstehen und anstelle des üblichen Rollers haben wir eine 250er Enduro für die obligatorische Inselrundfahrt ausgeliehen. Interessant war das Tal der Schmetterlinge, eine kleine grüne Oase in der die "russischen Bären", so heißen die tatsächlich, in großer Zahl vorkommen, fast auf jedem Efeu-Blatt sitzt ein Exemplar.

Über Naoussa im Norden mit Stop für ein leckeres Mittagessen ging es dann noch auf den gut 700m hohen Inselberg, der von zahlreichen Antennenmasten gekrönt wird, in denen der Meltemi sein lautes Lied singt. Auf dem Rückweg wurde die Enduro gefordert, ein steiler steiniger Serpentinenweg erschien uns eine gute Abkürzung zu sein. Hat geklappt, allerdings waren wir sicher nicht schneller ;-)

Heute haben wir nach Studium des Wetterberichtes beschlossen, uns in Richtung Leros auf den Weg zu machen, am Montag und Dienstag werden 35-40kn Wind erwartet, bis dahin wollen wir auf den östlichen Inseln irgendwo sicher unterschlüpfen. Wir liegen nun vor Schinoussa, einer Insel der Gruppe der kleinen Kykladen.

  • Am Hafen von Parikia

  • Auf dem höchsten Gipfel von Paros

  • Naoussa

  • Lecker!

  • Venezianische Befestigung in Naoussa

  • Russische Bären

  • Ich geb Gas, ich will Spaß

  • Byzantinische Kirche

  • Nochmal Byzantinische Kirche

Wir haben mal etwas Internet angezapft und ein kleines Video hochgeladen. Wie heißt es so schön in der offiziellen, etwas schräg übersetzten Werbung für Urlaub in Griechenland: "Der griechische Sommer ist ein Geisteszustand". Das haben wir im  Video einzufangen versucht.

Sei gegrüßt, Meltemi

9.8.2020 - Nach zwei windarmen Tagen wurde heute der Meltemi wieder angestellt - zum Üben erst mal in moderater Form mit "nur" 24kn Wind. In 4 1/2 Stunden, davon die erste aufkreuzend, den Rest etwa Halbwind, sind wir heute von Sifnos zum Kitespot zwischen Paros und Andiparos gesegelt. Die Wellen waren  ganz beachtlich und ein seitlicher Brecher hat sich im Cockpit breit gemacht. Gut, dass wir alles weggeräumt hatten. Als Jürgen dann um 17:00 zum Kiten wollte, war der Wind wieder weg. Stattdessen haben wir einen ausführlichen Abendspaziergang gemacht und genießen nun einen ruhigen Abend mit griechischer Musik von einem Nachbarankerer.

Sifnos - oder "Freitags gibts keinen Fisch"

8.8.2020 - Mit dem Roller sind wir in die Nähe des höchsten Inselberges "Elias" gefahren, mal wieder eine kleine Dirtroad Herausforderung für das Ding und dann noch 200 Höhenmeter zum Kloster "Prophet Elias" aufgestiegen. Vom höchsten Punkt der Insel mit 682 m hat man einen wunderbaren Rundblick, der durch ein paar Wolken noch garniert wurde. Das Kloster ist schon lange verlassen, aber vorhandene Kücheneinrichtung zeigt, dass hier wohl schon noch Veranstaltungen stattfinden.

7.8.2020 - Heute sind wir bei sehr schwachem Wind die kurze Strecke nach Sifnos gesegelt und haben unser Code 0 schmerzlich vermisst. Silvia hatte die Angel draußen und wir haben gehofft, damit unser Freitagsmahl zu bestreiten. Leider musste auf halber Strecke ein Freizeitkapitän auf einem sehr schnellen großen RIB beweisen, was er für ein toller Hecht ist und in vielleicht 20m Abstand mit geschätzten 40kn hinter uns durchbrausen. Bei der Gelegenheit hat er unsere 800m Angelschnur samt Gewicht und Köder mitgenommen. So ein Depp! Leider hatte er kein AIS an und er war zu schnell, um den Namen des Bootes zu sehen.

Nachmittags Rollertour nach Kastro und in die Südbucht der Insel. Wir hatten eigentlich eine sehr leere und ursprüngliche Insel erwartet, dem ist aber nicht so, es gibt sehr viele und sehr junge Touristen hier.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Leider sind die Hufe für´s Boot zu hart, sonst hätten wir ihn mitgenommen.
  • Stairway to heaven

  • Dem Himmel nahe

  • Klosterkirche

  • Der Speisesaal der Mönche

  • Wolkenmalerei

  • Im Kloster

  • Die Kykladen ringsum

  • Kloster Elias

  • Einsames Gehöft 

  • Auf dem Weg zum "Elias"

  • Intelligente Lüftung

Kimolos

6.8.2020 - Heute ist Windstille angesagt. Wir frühstücken im Hafen der kleinen Stadt, schauen lange dem Treiben hier zu und machen dann eine Spritztour mit dem Dinghi auf die kleine vorgelagerte Insel Agios Georgios, an der wir gestern vorbeigesegelt sind und deren Gebäude wir interessant fanden. Auf beiden Seiten der Insel sind relativ große Hafenanlagen, das Gebäude mit Kirchturm in der Mitte hat eine Anmutung irgendwo zwischen Kloster und Festung. Es sieht nicht sehr alt aus, ist vermutlich aus den letzten 50 Jahren und dennoch völlig verlassen. Zahllose Kapellen, kleine Küchen und Zellen für die Mönche deuten auf die Variante Kloster. Es sieht so aus, als wäre es vor nicht allzulanger Zeit Hals über Kopf verlassen worden, mal sehen, ob wir noch etwas darüber finden können.

5.8.2020 - Wie so oft, sind die unerwarteten unspektakulären Entdeckungen die Schönsten. Nach einer schönen 20 sm  Fahrt unter Code D sind wir vor ein paar Fischerhütten im Osten von Kimolos vor Anker gegangen. "Low impact tourism" würde man wohl neudeutsch sagen: Die in den Fels gehauenen Bootsschuppen und die dazugehörigen Hütten sind von griechischen Urlaubern belebt, eine wunderschöne und entspannte Szenerie. Unser Abendspaziergang führt uns schweißtreibende 150 Höhenmeter in die Chora, und auch hier ist es wunderschön. Kleine Gassen zwischen den gekalkten Häusern, einige wenige Tavernen und freundlich grüßende Menschen. Die Burgruine ist für kleine Theateraufführungen liebevoll hergerichtet. Etwas außerhalb des Ortes stehen zwei Windmühlen, eine ist begehbar und nach der Einstellung des Mühlenbetriebes wohl nicht mehr angerührt worden. Die gesamte Mechanik ist noch vorhanden.

Milos

4.8.2020 - Im Süden der Insel liegt die berühmte Kleftiko Bucht. Der Name kommt wohl von den Kleften, Freiheitskämpfern, die sich während der Türkenherrschaft aufgelehnt und versteckt haben. Hier an der Küste kommen die vielen verschiedenen Gesteinsschichten der vulkanischen Inselgeschichte zutage und bilden eine einmalige Kulisse. Teilweise sehen die weißen Klippen aus wie Gletschereis. Wir sind allerdings nicht alleine hier, tagsüber liegen sicher 50 Boote auf einem Kilometer, heute morgen vielleicht noch 10. 

  • Kleftiko - traumhaft schön

  • Kleftiko aus der Luft

  • Vor dem alten Bergwerk

  • Drohnenpilot ;-)

  • Nur Fliegen ist schöner

  • Die Schwimmerin

  • Schichten zeigen Erdgeschichte

  • Küste Richtung Osten

  • Alte Verladestation 

  • Kirche in Adamas

  • Blütenpracht

  • Mittagspause vor der Schwefelmine

3.8.2020 - Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier und die Insel hat uns fasziniert. Diesmal haben wir uns vorgenommen, nur Neues zu entdecken und sind gestern auf abenteuerlichen Wegen mit dem Roller um den größten Berg der Insel getourt. Eigentlich gibt es keine Strassen, nur Wege zu den zahlreichen und überwiegend aufgegebenen Minen und unser Roller musste für ein paar Stunden Enduro spielen. Wir haben wenig fotografiert, es war einfach die falsche Tageszeit, aber die Wildheit der Landschaft hat uns stark an den Süden des Atlasgebirges in Marokko erinnert.

Besonders fasziniert hat uns die Ruine eines alten Privathauses, das Zeitungsfunden zufolge vielleicht in den 80er Jahren aufgegeben wurde. Wirklich schade darum, denn für uns erschien es perfekt in jeder Hinsicht:  Lage, Ausrichtung, Aufteilung der Räumlichkeiten und nicht zuletzt des Gartens mi vielen reich tragenden Pistazienbäumen. Vielleicht wurde es durch ein Erdbeben geschädigt, vielleicht sind die Eigentümer gestorben, schön ist es noch immer.

  • Ein Nebengebäude

  • Unklar - Trocknen der Pistazien?

  • Blick von der alten Villa über die Caldera

  • Unsere Lieblingsvilla

  • Hier wohnten mal Kinder

  • Pistazien - noch ein Monat bis zur Ernte

  • Im Inneren des Hauses

  • Wilder Westen der Insel

Ägäis - wir kommen

2.8.2020 18:00 - Wir liegen vor Adamas auf Milos. Die Fahrt war angenehm, der Wetterbericht sehr präzise. Auch die Gewitter auf dem Peloponnes haben stattgefunden, wie wir auf der Lightning&Thunder Webseite sehen konnten - gut, dass wir hier sind. Und wir sind die brütende und lähmende Hitze los, in der Ägäis macht der Nordwind das Leben angenehmer. 

Los sind wir leider auch unser Code 0 Segel von Incidence. Kurz vor Milos löste sich auf mehreren Metern die Hinterkante des Segels (das Achterliek) vom Rest. Und wir hatten es erst letztes Jahr reparieren lassen, damals gab es einen horizontalen Riß. Taugt das Material nichts oder haben wir es zu hart gesegelt, das bleibt unklar. Gerade mal gut drei Jahre wurde das Segel genutzt, insofern ist der Defekt ärgerlich. Vor allem, weil wir sehr schonend mit dem Segel umgegangen sind und es nie unnötig der Sonne ausgesetzt hatten.

2.8.2020 - Um 7:15 ging gerade der Anker auf, wir nehmen die 70 sm bis zur Insel Milos zwischen die Kufen und queren dabei die Myrtoo Sea. Der Wetterbericht verspricht eine angenehme, leicht sportliche Fahrt, allerdings überlegt es sich der Nordwind Meltemi manchmal kurzfristig anders und es kann auch eine Achterbahn werden ;-) Auf jeden Fall lassen wir so die auf dem Peloponnes für heute versprochenen Gewitter hinter uns - so hoffen wir.


Juli


Bye bye

31.7.2020 - Liebe Martina, lieber Jupp, schön dass Ihr uns besucht habt, wir wünschen Euch noch einen tollen Tag in Athen und eine gute Heimreise!

Grüne Oase

28.7.2020 -  Mit den geliehenen Rollern geht es nach Milopotamus, dort soll es eine Schlucht mit Wasserfällen und alten Mühlen geben. Bereits der Ort ist sehr idyllisch und es wird mal wieder deutlich, welches Lebenselixier Wasser darstellt. Über schmale Pfade geht es etwa 300 Höhenmeter hinunter, unsere Augen werden von immer neuen Perspektiven verwöhnt und es ist angenehm kühl im Vergleich zur Hochebene. Alle paar Meter ein andere aufgegebene Behausung, meist Mühlen, alte Brücken und auch Ende Juli noch genug Wasser, um ein süßes, und vor allem kühles Bad zu nehmen.

Kithira

27.7.2020 - Die erste Nacht verbringen wir nach kurzer Überfahrt in Diakofti. Nicht viel los hier, aber eine nette Strandkneipe ist dann doch einladend. Am nächsten Morgen wollen wir ein großes Schiffswrack mit dem Schnorchel untersuchen,  aber der Meltemi trifft eine andere Entscheidung für uns. So ist das Wrack hier wohl auch hergekommen. Stattdessen segeln wir weiter in den Süden der Insel, in die westliche Doppelbucht vor Kapsali. Ganz herrliche Lage unterhalb des alten Forts und der Chora. Nach einer schweißtreibenden Wanderung zu einem Kloster, in das wir nicht hineinkommen, mieten wir am Abend noch zwei Roller und sind wirklich begeistert von der Atmosphäre der Burg und Chora. 

Martina & Jupp

25.7.2020 - Gegen Abend kommen unsere Freunde aus der Nähe von Darmstadt per Flieger und Mietwagen bei uns an. Wir ankern vor der Stadt, ganz nah bei der versunkenen antiken Stadt Pavlopetri und lassen uns in einer Taverne am Hafen verwöhnen.

Nach einiger Recherche finden wir eine archäologische Karte und tatsächlich, schnorchelnd finden wir am nächsten Morgen eine Menge Grundmauern und in den Fels gehauene Spuren dieser seit 2000 Jahren untergegangenen Stadt. Spannend und etwas verwunderlich, dass diese nicht mehr geschützt wird, in den Seekarten steht gar nichts darüber.

Elafonisos

24.7.2020 - Gegen Mittag ist Wind angekündigt und der Wetterbericht ist auf die Minute genau. Mit achterlichem Wind unter Code D genießen wir die Fahrt. Silvia wirft die Angel aus und es dauert nur ein paar Minuten, bis ein anständig großer weißer Thun anbeißt. Segel wegrollen und Driften, nach 30 min. ist der Fisch filetiert und in der Kühltruhe. Einige Meilen weiter kreuzt sich unser Weg mit der Jolie, einem deutschen Kat, den wir bei Pylos kennengelernt haben. So kommen wir gegenseitig mal wieder zu einem Bild unter Segel. Am späten Nachmittag fällt der Anker in der Simos Bucht im Süden von Elafonisos. Neben uns ein anderer Kat unter deutscher Flagge, an Bord Dagmar und Hans aus Pfaffenhofen, mit denen wir einen sehr schönen langen Abend verbringen. Wir scheinen eine Menge Gemeinsamkeiten zu haben und werden uns hoffentlich in nicht allzuferner Zukunft wieder sehen. Eine Gemeinsamkeit ist der Wunsch nach einem anderen Dinghi: Dagmar und Hans hätten gerne ein Kleineres, wir ein Größeres. Das Problem läßt sich lösen, wir testen unsere jeweiligen Gummiteile mit dem jeweils anderen Motor und verkaufen sie uns dann gegenseitig zum gleichen Preis ;-)

Kleine Radtour rund Elafonisos

Mezapos - Kardamili - Porto Kagio

22.7.2020  Am Samstag bekommen wir Besuch, den wir auf Elafonisos in Empfang nehmen wollen. Genug Zeit, um in gemütlichen Etappen zu segeln und parallel dazu auch noch zu Radeln: Von Kalamata bis ins sehr schöne Kardamili fährt Silvia mit dem Rad über die Berge und Jürgen mit dem graskarpfen aussen herum. Wir machen eine ausführliche Schwimmpause, genießen den Ausblick von einem Café aus, klettern mal wieder in einer Ruine herum - diesmal in einer ehemaligen Seifenfabrik - und segeln dann mit lauem Lüftchen bis nach Mezapos - auch ein nettes Örtchen.

23.7.2020 Wir schnorcheln und Schwimmen und warten bis Mittags auf Wind - der nicht kommt. Zumindest nicht in diese Ecke, denn nach 5 Meilen unter Maschine ist er plötzlich da, hoch mit Groß und Code D und das Genießen beginnt. Der Wind steigert sich von 6 auf 12 kn - perfekte Bedingungen -  3h später liegen wir schon in Porto Kagio am Haken.  Nette kleine Bucht, wir freuen uns auf eine der Tavernen.

Kalamata & Mani

20.7.2020 -  Vor Koroni wiegen uns die Wellen recht heftig in den Schlaf und am Morgen sind wir froh, dass genug Wind für die kurze Passage nach Kalamata weht. Wir legen am Stadtkai an, ein Ex-Nachbarlieger aus Sami ist auch da, und gehen Bummeln in die Stadt. Nicht schön, aber authentisch. Es gibt einen Park mit Eisenbahnmuseum und am Hafen einen Jumbo-Markt für günstigen Kram aller Art. Und es gibt ein Schwimmbad mit 50m Becken, da gibt es für Silvia kein Halten mehr. Seit Sizilien fehlen uns 2 Kugelfender, auch dieses Problem läßt sich im exzellent sortierten Nautic-Laden am Hafen lösen ;-) 

21.7.2020 - Morgens klarieren wir erst mal offiziell in Griechenland ein, denn wir müssen unsere Hafengebühren bezahlen. Die Zettelberge sind immer wieder beeindruckend, aber alles klappt ohne Probleme. Mit dem Mietwagen klappern wir dann die gesamte Halbinsel Mani ab. Jürgen war 1978 hier mit Käfer und Zelt - es hat sich viel verändert seitdem, die Westseite ist sehr touristisch geworden, dennoch finden sich die alten Zeltplätze und Ruinen wieder - Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Die Halbinsel ist voller Geschichten über Blutrachen und den Widerstand gegen die Osmanen, aber das steht alles in Wikipedia und muss hier nicht wiederholt werden. Die alten Wehrtürme in den ganz oder halb verlassenen Orten haben auf jeden Fall etwas Mystisches und unterwegs im Auto hören wir die traditionellen Klagegesänge der Gegend - für ein paar Minuten, denn sie sind wirklich anstrengend.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). "Miss Greece" - Von uns zur schönsten Kuh des Landes gekürt.
  • Vathia aus der Luft

  • Wehrtürme in Vathia

  • Die Natur erkämpft sich den Ort zurück

  • Nicht so lange her, dass das genutzt wurde

  • Ordentliche Buchführung

  • Typische Treppe

  • Goylaspalia, gegenüber Vathia

  • Goylaspalia

  • Kardamili im Norden von Mani

Methoni - Koroni

19.-20.7.2020 - Nach knapp einer Woche in Pylos mit schönen Unternehmungen und Grillfesten verabschieden wir uns von Nina und Ralf auf ihrer Frida und segeln in gut einer Stunde nach Methoni. Wir ankern, essen leckeres Bifteki und beschließen dann, dass wir die Burg nicht ein zweites Mal ansehen wollen, stattdessen ziehen wir weiter Richtung Koroni. Wunderbare Rauschefahrt im 1.Reff, kreuzend vor dem Wind und fast ohne Welle loggen wir ständig zwischen 8 und 11kn, eine reine Freude. In Koroni gefällt uns der Ankerplatz direkt unter der Burg - tolle Kulisse, aber wie wir nun nach einer Nacht wissen, sehr unruhig. Obwohl hier der Wind ablandig bläst und  uns eigentlich kaum Welle bescheren sollte, rollt es heftig herein, wohl weil weiter oben bei Kalamata der Wind des Nachts in die große Bucht weht und genug Fetch hat. Wir liegen quer zu diesen Wellen - sehr schaukelig, im Süden der Halbinsel wäre es wohl besser gewesen.

  • Unser unruhiger Ankerplatz

  • Koroni

  • Im osmanischen Pulverturm

  • Klostergarten

  • Blumig

  • Bild im Bild

  • Ein Kollege ;-)

  • Nochmal blumig

Koroni  hat wie die meisten Orte hier eine wechselvolle Geschichte, so gut wie alle Mächte des Mittelmeeres waren hier und haben die Burg erbaut, ergänzt, zerstört.1944 wurde beim Rückzug der Wehrmacht dann auch noch einer der Pulvertürme gesprengt, weil er tatsächlich als Munitionslager genutzt wurde. Heute befindet sich in den Mauern der Festung ein wunderbares Kloster mit sehr freundlichen Nonnen - wir genießen die Ruhe, den Frieden und die Atmosphäre in deren Garten sehr. 

Polylimnio Fälle

17.7.2020 - Auf halbem Weg von Pylos nach Kalamata, etwas abseits der Hauptstraße, versteckt sich ein landschafltiches Juwel: Die Polylimnio Wasserfälle, die wohl das gesamte Jahr Wasser aus den umliegenden Karstbergen bekommen, bilden eine grüne Oase - und Baden im Süßwasser ist eine schöne Abwechslung.

Pylos

14.7.2020 - Das Nomadendasein mit Ortswechsel jeden Tag hat jetzt mal eine Pause verdient. Die Bucht von Pylos im Südwesten des Peloponnes ist dafür wunderbar geeignet: Ein schöner untouristischer Ort, phantastische Felsformationen, perfekter Ankergund und guter Schutz in der großen Lagune, was will das Seglerherz mehr. Im Norden der Bucht findet sich das von den Franken im 13. Jahrhundert erbaute Paleiokastro, eine riesige Burganlage mit sagenhaftem Ausblick über die Ochsenmaulbucht und die Bucht von Pylos.

  • Abends in Pylos

  • Nett ist es hier

  • Die Felsen an der Einfahrt zur Bucht

  • Auf dem Fels

  • Parkplatz

  • Durchblick

  • Der Stadtplatz von Pylos

  • Eines von vielen Denkmälern das an die Schlachten hier erinnert

  • Palaiokastro - erbaut von den Franken vor 800 Jahren

  • Hier siegten die Griechen über die Osmanen

Nisos Stampháni

13.7.2020, 13:00-15:00 - Auf halber Strecke von Kefalonia nach Pylos, etwas nach Westen versetzt, liegt die kleine Insel Stampháni. Auf ihr lebt laut Segelhandbuch ein einzelner Mönch, der sich von Landwirtschaft ernährt. Die Hauptinsel wird von einer 800 Jahre alten Wehrkirche dominiert, die allerdings seit einem Erdbeben vor zwei Jahren nicht mehr betreten werden darf. Das erzählt der Mönch, der kurz nach dem Anlanden auf einer alten 250er Geländemaschine angefahren kam. Zunächst gab es eine etwas harsche Aufklärung, dass für den Besuch der Insel eigentlich ein Permit erforderlich wäre, er fügte dann aber schon schmunzelnd hinzu, dass Segler sich auf der weiten Strecke ja auch mal ausruhen müssten. Es folgte ein nettes Gespräch über Schuldenkrise bis hin zu Corona mit vielen kritischen Untertönen: Hochinteressant. Nun geht es weiter Richtung Pylos, es wird wohl dunkel werden, bis der Anker fällt, aber der Abstecher hat sich gelohnt.

 

Kefalonia - Zakynthos

12.7.2020 - Gestern morgen sind Gabriele und Tillmann zurück nach Köln geflogen, jetzt geht es weiter nach Süden, in Etappen den Peloponnes hinunter. Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier, haben aber vieles ausgelassen, es gibt also genug Neues zu entdecken. Das Wetter ist uns gewogen, es sollte genug, aber nicht zu viel Wind wehen und unterwegs gibt es vielleicht auch noch eine Chance, in einem Kite-Revier etwas zu üben.

Lazy days

10.7.2020 - Mal mit, mal ohne Wind umrunden wir Ithaka und genießen das blaue Nass schwimmend, auf dem Wakeboard oder einfach nur faul auf Deck liegend. Viel zu schnell geht die schöne gemeinsame Zeit morgen schon zu Ende.

1000 shades of blue

3.-7.7.2020 - Am 4. Juli bekommen wir Besuch von Gabriele und Tillmann, die mit einem der ersten Ferienflieger auf Kefalonia landen. Noch am Nachmittag segeln wir ein paar Meilen aus der Bucht nach Süden und frönen dem Wassersport. Am nächsten Tag ist es scheinbar völlig windstill und wir sind etwas unschlüssig, was wir unternehmen wollen, entscheiden uns aber dann doch für den Aufbruch unter Motor zur Shipwreck Bay auf Zakynthos. Und wir werden doppelt belohnt: Nach einer halben Stunde sind wir aus der Abdeckung der Insel raus und machen gute Fahrt unter Segel. Und die Shipwreck Bay ist wirklich sensationell schön: Die weißen Klippen reflektieren das Licht der Sonne in die See zurück, was zu einem fast unwirklichen türkisfarbenen Leuchten führt. Wir ankern etwa 100m vor dem Strand in recht heftiger Welle und schwimmen an den Strand, das Dinghi hätte hier keine Chance und Schwimmen geht auch nur mit Flossen halbwegs gut. Um das Wrack ranken sich verschiedene Schmugglergeschichten, aber das ist vermutlich alles Marketing für Griechenlands bekannteste Bucht. Natürlich fliegen wir auch die Drohne und die besten Bilder sind nun auf deren Speicherkarte unleserlich verloren, denn beim Landeanflug wurde Jürgen von der Sonne geblendet und hat leider den Mast touchiert - jetzt brauchen wir ein erst mal ein paar Ersatzteile. Abends dann Ankern in einer kleinen Bucht auf der Nordostseite von Zakynthos, ein leckeres Essen in der Taverne, allerdings am nächsten Morgen Schnellstart wegen heftiger Winde, unser Platz wird unhaltbar. Wir werfen die Landleine ab, hissen den Anker und halten graskarpfen im Hafen unter Motor auf Position, während Tillmann und Silvia mit dem Dinghi die Landleinen retten. Nun gut, Frühstück unterwegs, wir nehmen Kurs auf Sami, Kefalonia. Über dem Festland hängen dunkle Gewitterwolken und wir hoffen zunächst, dass sie dort bleiben, aber daraus wird nichts: Wir bekommen 3h heftigsten Regen mi zeitweise 50m Sicht und ordentlich Wind - nichts Gefährliches, aber es ist auch klar, dass wir bei dem Wetter erst einmal nirgendwo ankern oder anlegen können. Aber es wird besser und wir finden Schutz in einer kleinen Bucht kurz vor Sami. Am nächsten Morgen verlegen wir graskarpfen in den Hafen und eine Rollertour über die Insel steht auf dem Programm.

Von Ithaka nach Kefalonia

2.7.2020 - Wir ankern in der leeren Hafenbucht von Ithaka. Im Vergleich mit unserem Besuch vor drei Jahren offenbart sich das ganze Elend, dass dieser Virus über vom Tourismus getriebene Ökonomien bringt. Am nächsten Morgen wollen wir einen Roller mieten, aber das gestaltet sich schwierig, weil es sich für de Vermieter nicht lohnt, ihre Fahrzeuge zu versichern. Wir bekommen letztlich doch einen 50ccm Roller, der ist aber irgendwie nicht in Ordnung und kapituliert vor den inselüblichen Steigungen, so dass unsere Inselrunde leider ausfällt. Stattdessen hissen wir den Anker und machen noch einen Badestopp mit schwimmender Umrundung der Insel Lygiá, danach geht es weiter, teils mit, teils ohne Wind in den Süden von Kefalonia.

Meganisi, Arkoudi & Ithaka

1.7.2020 - Auf Meganisi steht eine kleine Wanderung in den Ort Vathi auf dem Programm. Malerisch gelegen und genauso gespenstisch leer, wie alles bisher. Nun, wir bekommen ein leckeres Bier und kommen unterwegs noch an einem Lieblingsobjekt vorbei, einer alten Industrieruine. wir vermuten, es handelt sich um eine mechanisierte Olivenpresse. Nachnmittags kommt Wind auf und wir segeln knapp 10 Meilen nach Arkoudi. Im Süden gibt es angeblich schöne Ankerplätze an einer Halbinsel. Die Fahrt gestaltet sich abwechslungsreich, wir beginnen mit Code D und enden im 2.Reff, bei 20kn Wind gegenan auch schon übertakelt. Der Anker will sich erst beim dritten Versuch festbeißen. Und Arkoudi sieht so aus, als gäbe es nur wilde Steinformationen am Ufer und undurchdringliches Dickicht an Land. Wir verlassen den graskarpfen daher nur zum Schwimmen, machen noch in paar Wartungsarbeiten und segeln dann nach Ithaka, wo wir gerade vor einem leeren Sandstrand ankern, damit Silvia ihre Meilen abschwimmen kann. Heute abend geht es dann vor die Stadt.

  • Olivenpresse

  • Meganisi - megaleer

  • Beim Training

Juni


Unklar

29. 6. 2020 - …. sind weder unsere Leinen noch unser Anker. Unklar ist nach 8 Tagen in Griechenland die rechtliche Lage unseres Daseins hier und diese wird eher unklarer als klarer. Wir sind von Italien nach Griechenland übergesetzt, nachdem der Tourismusminister verkündete, "pleasure crafts with crew only", also Yachten mit Mannschaft, seien auf den Inseln willkommen. Unseren TEPAI Obulus -  also die monatliche Aufenthaltsgebühr für Boote in griechischen Gewässern - haben wir brav angemeldet und entrichtet. Jetzt heißt es seit heute, alle einreisenden Touristen müssten sich auf einer Webseite registrieren und ein Algorithmus würde dann bestimmen, wer getestet würde und wer bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Quarantäne muss. Allerdings ist unsere Art der Einreise auf dieser Webseite gar nicht anwählbar und entsprechend kommen wir auch im Menu nicht weiter. Unsere Lust, einen lokalen Beamten zu fragen, hält sich in Grenzen - und so bleiben wir erstmal weiter nach alter Schengen Regel ohne Einklarieren hier. Wir fahren ganz offiziell mit eingeschaltetem AIS, also nicht inkognito - mögen sie doch fragen, wenn sie wollen.

Ach ja, gestern haben wir am südlichen Ende des Kanals von Lefkada geankert, nach mühseligem Marsch durch sehr kratziges Gebüsch und in großer Hitze "alte Steine" besichtigt, die wir zuvor mit der Drohne abgeflogen sind. Heute kam dann die obligatorische Lidl-Tour mit dem Dinghi Tour dran und 6sm später liegen wir in einer sehr schönen Bucht der kleinen Insel Meganisi.

Ambrakischer Golf und Lefkada

25.-28.6.2020 - Wir verlassen das Paradies und unser Code D zieht uns bei  leichtem Wind und erfreulicherweise nur am Rand einer großen Gewitterwolke entlang Richtung Prevezza. Nach einer Nacht vor der Aktion Marina sind wir ein Stück in den Ambrakischen Golf hineingesegelt und in einer sehr abgeschiedenen Bucht, inmitten einer bunten Vogelwelt, vor Anker gegangen. Nach einer kleinen Wanderung wurden wir als fast einzige Gäste noch in einer netten Strandbar bewirtet. Am nächsten Tag stand die Burg von Vonitsa auf dem Programm, einschließlich beeindruckender Begegnung mit einer großen Schlange, vermutlich einer Zornnatter. Nachmittags wollten wir dann eigentlich noch mal vor besagte Bar umziehen und dort Kitesurfen - beides klappte nicht: Die Bar spielte am Samstag unerträgliche Disco-Mucke - mit richtig guter lauter Anlage - und der Wind drehte Kreise in der Bucht. Den Wind des Nachmttags nutzend, sind wir deshalb wieder bei Prevezza vor Anker gegangen. Heute morgen bekam unsere Ankerkette neue Längenmarken und dann sind wir bei völliger Windstille nach Lefkada getuckert. Am nördlichen Ende des Lefkas Channel befand sich vor zwei Jahren noch eine Drehbrücke, diese ist jetzt ersetzt durch eine Autofähre, die   als Schwimmbrücke quer gelegt wird und alle 2h ablegt, um die Boote duchzulassen. Kreativ und vermutlich kostengünstiger als eine neue Brücke.

  • Netterweise tobte das Gewitter nur über Land

  • Lefkada castle

  • Die Fährenbrücke

  • Kanalrennen

  • Neue Kennzeichnungen der Ankerkette

  • Venezianische Festung Vonitsa

  • Einsame Bar

Slow motion

23.-25.6.2020 - Zwei Nächte haben wir in der Lakka-Bucht im Norden von Paxos verbracht. Nach einem Abstecher in die Blaue Grotte auf der Westseite der Insel und einer Nacht vor der Hauptstadt Gaios, liegen wir schon den zweiten Tag in der Voutoumi-Bucht auf Andipaxos. Im letzten Jahr um diese Zeit waren diese Buchten übervoll mit 20-30 Booten, jetzt waren wir nachts sogar alleine, tagsüber kommen 2-3 Boote. So profitieren wir gerade von der Corona Situation. Es ist jedenfalls unglaublich schön hier und wir sind wieder mal geneigt zu sagen, Griechenland ist die bessere Karibik. Kein Stress, (fast) keine Abzocke und eine sehr abwechslungsreiche Inselwelt. Wir sind jedenfalls unglaublich dankbar, dass uns dieses Erlebnis vergönnt ist.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Schwimmen in der Voutoumi Bucht auf Andipaxos

Zurück im Lieblingsland

20.-22.6.2020 - 225sm mit einem abwechslungsreichen Windmenü: Von völliger Flaute bis 7 Bft war zu Beginn alles dabei, die zweite Hälfte war dann konstant 6-7. Also viel Arbeit an den Segeln, Code 0 hoch, wieder weg, Vollzeug, drittes Reff, immer schön abwechselnd. Trotzdem angenehm, Welle von der Seite, immer halber Wind +/- 10°. Um 16:30 nach 28h Fahrt laufen wir in die Bucht von Lakka, Paxos ein und gehen mit Heckleine vor Anker. Einreiseformalitäten keine. Aber wir bekommen eine SMS auf´s Handy, dass wir willkommen sind, und "random testing" auf Corona passieren könnte.

Und es ist wie "Nachhausekommen". Azurblaues Wasser, nette Leute, Tavernen, Olivenbäume - wunderschön und friedlich! Heute haben wir gleich erst mal eine Radtour über die gesamte Insel gemacht.

Auf nach Griechenland

20.6.2020 - Wir liegen sehr unruhig an der offenen Küste Kalabriens. Heute am frühen Nachmittag segeln wir los Richtung Lefkas oder Paxos, das entscheiden wir unterwegs je nach Wind und der Höhe, die wir laufen können. Wenn technisch alles klappt, werden wir Kurznachrichten über Kurzwelle schicken.

Capo Milazzo & Messina Strait

18.6.2020 - Wir ankern eine Nacht vor dem Capo Milazzo und drehen eine Runde durch das nette Städchen. Am nächsten Morgen schwimmt Silvia über 3km und Jürgen entfernt schnorchelnd Tierchen vom Backbordrumpf, dann ziehen wir weiter Richtung Skylla und Charybdis und hoffen, so wie Odysseus ungehelligt hindurch zu kommen. Wir ankern in der Strömung vor dem kleinen Ort La Grotta auf der sizilianischen Seite, unser Eisen gräbt sich  auf Sandgrund in 7m Tiefe ein. Die Strömung beträgt in der Spitze 2,5kn, also schneller als es ein ein Schwimmer schaffen könnte. Das kennen wir schon vom Ankern in den Flüssen Spaniens und Portugals, es schreckt uns also nicht. In den Häfen hier rufen sie im Sommer absurde Preise bis über 200€ pro Nacht auf. Wir gehen stattdessen in einem kleinen Restaurant mit Anleger gepflegt und mit Blick auf den graskarpfen Essen und bekommen zu fairen Preisen einen sensationellen Thunfisch serviert.

19.6.2020 - In der Strasse von Messina wird Schwertfisch von sehr speziellen Booten aus gefangen: Die Motorschiffe haben einen 20m Mast mit Ausguck in der Spitze, um die Beute im hier sehr klaren Wasser auszumachen und nach vorne einen ebenso langen Ausleger, von dem aus die Fische harpuniert werden. Der Wetterbericht sagt für Samstag Abend und Sonntag guten Wind zur Querung der Adria voraus, danach ist ein Woche Flaute. Wir kaufen für die Fahrt ein und setzen Segel. Mit der Strömung und halbem Wind geht es nach Anmeldung bei Messina VTS mit 8-9kn durch das Verkehrstrennungsgebiet - nicht ganz nach Vorschrift, wir können nicht genug Höhe laufen, um 90° einzuhalten, es werden eher 50°, aber es ist wenig los und wir bekommen keinen bösen Anruf. Jetzt passieren wir gerade Reggio Calabria, heute abend werden wir irgendwo an der kalabrischen Südküste Anker werfen.

Ein paar Meilen südlich der Meerenge hat uns der Wind weitgehend verlassen und wir sind bis kurz vor Capo Sportivento Motorgesegelt. Jetzt brüten wir über den Wetterberichten: Am 4.7. kommen Freunde auf Kefalonia an, das ist unsere Deadline. Nun zeichnet sich eine gute Woche Flaute ab und es sieht so aus, als müssten wir morgen schon die 220 Meilen Überfahrt antreten. Jeder Tag später bringt unakzeptable Motorstunden. 

Leinen los, Griechenland ruft!

15.6.2020 - Um 9:30 werfen wir in Termini Imerese die Leinen los und die Segelsaison beginnt. Kurs Liparische Inseln. Wir haben perfekte Bedingungen mit 12-16kn aus dem hinteren Quadranten und graskarpfen zeigt uns, was er drauf hat. Unterwegs entscheiden wir uns für Filicudi und ankern nach 55 Meilen und knapp 8h im Südosten der Insel.

16.6.2020 - Schön einsam ist es hier und das Wasser ist ein Traum. Eine kleine Wanderung auf das Kap führt uns durch traumhafte Blütenfelder zu prähistorischen Siedlungsresten. Eine Runde Schwimmen für Silvia passt noch locker in den Tag, erst am späten Nachmittag entscheiden wir uns, nach Lipari weiterzusegeln, denn für übermorgen ist völlige Flaute angesagt, so dass wir einige Tage auf die Passage durch die Straße von Messina warten müssten, wenn wir blieben.

17.6.2020 - Nach dem obligatorischen Morgenschwimmen und etwas Bootsreinigung lichten wir Anker und nehmen Kurs auf die Halbinsel Capo Milazzo. Unterwegs testen wir unseren neuen Hydrogenerator von SailnSea. Genial das Teil, klein, leicht und sehr gut zu bedienen. Es wird seitlich mit Seilzug von der Plicht aus dem Wasser geschwenkt. Damit wir keine Löcher in den graskarpfen bohren mussten, haben wir mit ein paar Eigenbauteilen das Ding an einer Tasche des Hecks festgeklemmt. Die Bedienung läuft über ein Android Handy, das über Bluetooth mit dem Controller redet. Bei 5kn liefert das Gerät bereits etwa 5A, bei 8kn schon deutlich über 10A, jenseits der 10kn werden wir vermutlich unseren kleineren Propeller nehmen müssen. Auf jeden Fall bleiben so auf Nachtfahrten die Batterien weitgehend geladen. Wir werden versuchen, noch einen Windpropeller dafür zu finden, dann liefert der Generator mit einer zweiten Befestigung an windigen Ankerplätzen auch noch Strom.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). SailnSea Hydrogenerator im Einsatz
  • Wir haben sie die Nivea Blume genannt ….

  • Schade, dass das Internet keine Düfte transportiert

  • Auf Filicudi

  • Blick nach Westen

  • Morning swim

  • Im Vorbeifahren von der SY Heatwave fotografiert.

Eiskalt auf dem Vulkan

14.6.2020 - Der Mietwagen muß zurück nach Catania. Nun denn, dann können wir auch gleich noch den Ätna besteigen. Wir recherchieren nach dem besten Weg und finden unzählige Warnungen zu den alpinistischen und vulkanologischen Gefahren des Berges. Aber wir finden auch eine Bemerkung im Netz, dass es jemand von der Nordseite her geschafft hat, alleine und unbehelligt vom Kommerz auf den Berg zu kommen. Um 8:00 geht´s los in Termini, um kurz nach 9:00 schauen wir auf einen Kaffee bei der JAMS in Capo d´Orlando rein und nach einer wunderbar abenteuerlichen Fahrt auf kleinsten Straßen erreichen wir gegen Mittag den Parkplatz an der Skistation. Alles verlassen. Zunächst über die Bimsfelder der Skipisten und später über einen Fahrweg nehmen wir die 1500 Höhenmeter in Angriff. Wie es sich gehört im Gebirge, wird es immer kälter, auf 3000m nur noch wenig über Null und der Wind nimmt stetig zu. Die Ausblicke sind grandios, der Blick auf den Gipfel ist lange frei und die Leewolke zeigt uns schon früh, was wir oben zu erwarten haben. Die letzten 300 Höhenmeter sind wir dann im Nebel unterwegs und die Gipfelrast am Kraterrand dauert nur so lange wie ein Foto. Handschuhe hatten wir vergessen und wir frieren ordentlich bei geschätzten 8-9 Bft. Alles in allem dennoch eine schön anstrengende Tour. Die angekündigten Probleme mit Geröll und Orientierung existieren nicht und nach 6 1/2 Stunden sitzen wir müde im Auto auf dem Weg nach Catania. Übrigens unglaublich, wie grün die Abhänge des Gebirges unterhalb 2000m sind.

Catania ist faszinierend und verstörend zugleich …

Mehr…

Die Innenstadt wird geprägt von einst prachtvollen Gebäuden, die noch von einer ehemals funktionierenden und prosperienden Gesellschaft zeugen. Der Großteil der Bausubstanz zerfällt jedoch und zeigt überdeutlich die Konsequenzen des ökonomischen Abstiegs. Ja, der Fischmarkt ist romantisch, durch die Brille des Reisenden gesehen und wir erliegen durchaus dem morbiden Charme des Zerfalls, in dem gleichzeitig das Leben immer wieder Schönes schafft. Aber die Armut in der Stadt ist  nicht zu übersehen und letztlich gar nicht romantisch. Wir müssen an die vielen Gespräche zuhause denken, in denen wir mit Wohlstandsverdruss und Weltverbesserertum konfrontiert werden. Ein paar Tage hier in Catania würden vielen vielleicht die Augen öffnen, die jetzt auf dem Pferd des Konsumverzichts umherreiten und sich womöglich noch freuen, dass Corona die Welt ein wenig bremst.

Mit dem Zug, der übrigens mit der einstmals deutschen Pünktlichkeit fährt, sind wir gegen 20:30 wieder am Boot und Karsten empfängt uns mit Pasta alla Norma, einer sizilianischen Pasta auf der Basis von Auberginen, Knoblauch, Basilikum und Ricotta.

Am nächsten Tag heißt es dann hart Arbeiten: Der SailnSea Hydorgenerator wird installiert. Strippen quer durch´s Boot ziehen, Kabel abisolieren, ein Loch für den Stecker bohren, alles in Allem ein 8-Stunden Tag. Jetzt sind wir gespannt auf die ersten Ampere, die hoffentlich bald fließen werden.

Heute wird noch die Rollfock installiert und noch einmal der Kampf gegen den Staub aufgenommen, morgen ist dann endlich Wind versprochen und graskarpfen wird sich nach über einem halben Jahr von Termini Imerese verabschieden.

Weniger…

Monte San Calogero

7.- 9.6.2020 - Der erste Tag auf dem Boot ist harte Arbeit. Unsere 103 Quadratmeter müssen außen von Saharastaub und innen von Jürgens Männertörn Ende Januar gereinigt werden. Das reicht für Muskelkater und Sonnenbrand. Am zweiten Tag kommt Einkaufen und am Nachmittag eine Bergtour gemeinsam mit Karsten dran: 500 Höhenmeter vom Parkplatz auf den Monte San Calogero. Schweißtreibend, aber wir werden mit wunderschöner Flora und phantastischen Ausblicken über die sizilianische Nordküste belohnt. Am dritten Tag geht es tauchend unter die Boote: Karstens Blue Eyes und der graskarpfen werden von Bewuchs befreit. Der Rumpf ist recht gut in Ordnung, die Schraube und der Saildrive hingegen sind quasi getarnt, gut dass wir wissen, wo die mal waren ;-). Abends dann noch ein Besuch in Palermo - Reiningungsmittel für´s Boot und Dinghi kaufen, ein leckeres Eis schlürfen und die Erforschung der Ruine einer alten Ziegelei (https://www.palermoviva.it/la-mattoneria-vapore-puleo/)  runden den Tag ab.

Wir wollen Meer, wir kriegen Meer ;-)

Am 6.6.2020 geht unser Flug. Mit Restzweifeln, ob der Flieger auch wirklich abheben wird und etwas Sorgen, dass unser sehr spezielles Gepäck mit Fahrrad, Hydogenerator, Drohne und den dicken Lithium-Ionen Akkus angenommen wird, sausen wir nach Stuttgart. Dort erwartet uns ein gespenstisch leerer Flughafen, es geht tatsächlich nur diese eine Maschine - und ja, sie hebt ab. Anderthalb Stunden später sehen wir unter uns den Vesuv und die Bucht von Neapel, kurz darauf kommt der Ätna in Sicht und schon sind wir in Catania. Auch hier ein sehr leerer Flughafen. Der Mietwagen ist schnell abgeholt, unser großes Gepäck verstaut und gegen Mitternacht liegen wir wieder in der Koje unseres graskarpfens.

Kabarett

4.6.2020 - Gestern hat unsere Regierung in Ihrer allumfassenden Weisheit ein Corona-Hilfspaket beschlossen. Eine Komponente sind 300€ für jedes kindergeldberechtigte Kind, die allerdings versteuert werden müssen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Von unseren gezahlten Steuergeldern, bekommen wir jetzt 300€ zurück, die wir dann wieder versteuern müssen. Es handelt sich also wohl eher um einen beschäftigungstherapeutischen Ansatz für unsere gelangweilten Finanzbehörden. Oder wurde die Meldung von einem dieser hinterhältigen Kabarettisten im Lande gefaked?

Nachtrag 18:30: Wir liegen am Boden vor Lachen, oder LOL, wie der Instagrammer sagen würde: Sie wollen es in 3 Raten auszahlen ;-)

Mai


Corona - zunächst zum letzten Mal

31.5.2020 - In den letzten Tagen wurden wir ein paar mal gefragt, ob wir noch Aktualisierungen unserer Corona Zahlen machen würden. Deshalb hier vorläufig zum letzten Mal zwei Vergleiche:  

1.)  Die Anzahl der gesamten Fälle eines Landes pro Million Einwohner, sortiert nach der Fallsterblichkeit. Die krassen Unterschiede der Sterblickeit sind für uns immer noch ein Mysterium. 

2.) Der Verlauf der neuen Fälle pro Woche und 100.000 Einwohner, sortiert nach Ansteckungsintensität in der letzten Woche. Diese Werte sind gemittelt, sonst sieht man vor lauter Daten die Aussage nicht mehr. Schlüsse aus dem Vergleich der Daten sollte jeder selber ziehen.

Einzige Bemerkung unsererseits: Die großen Unterschiede zwischen den Ländern mit Lockdown und jenen ohne Vollbremsung werden den  internationalen Verkehr vermutlich noch eine Weile stark behindern.



Egon

30.5.2020 - Bevor wir nun bald für eine Weile unterwegs sein werden, ist Jürgens Vater noch einmal bei uns vorbeigekommen. Sein kleiner Wohnwagen, die Eribelle wurde geputzt und poliert, nach zwei Tagen haben wir ihn dann zu einem Kurcampingplatz bei Bad Birnbach begleitet, wo er jetzt einige hoffentlich sonnige Wochen verbringen wird.

Fast normal

28.5.2020 - So langsam normalisiert sich das Leben und wir freuen uns sehr, dass wir mal wieder Besuch haben dürfen: Für 3 Tage sind Maren und Stephan bei uns und wir erkunden die nähere Umgebung.

Frankenjura

22.5.2020 - Lange ist´s her, dass wir uns mit Freunden in der Fränkischen Schweiz getroffen haben. Zu Christi Himmelfahrt mussten nun einige Schäufala´s, Fränkische Bratwürste und Kellerbiere dran glauben - und geklettert sind wir auch noch. Nebenbei wurden wir in die  Tradition der Zoigl Biere eingeführt - ein spezielles Braurecht, das es seit dem Mittelalter gibt: https://zoiglbier.de/.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Sicher ist sicher, vor allem bei Jupp ;-)

Die Eifel und die Vorfreude

14.5.2020 - Das erste Mal seit dem Lockdown haben wir Bayern verlassen und uns mit Jürgens Vater in der Eifel für 3 Tage zum Radeln getroffen. Auch eine Möglichkeit, Silvia´s Eltern vor der nun endlich bevorstehenden Abreise noch einmal zu sehen. Ein tolles Abendessen bei Patrick rundete die Tour ab.

Mindestens so wichtig: Viva Italia! Am 3. Juni wird Italien seine Grenzen öffnen und sofort haben wir den ersten Flug gebucht: Am 6.6. will uns Eurowings von München nach Catania bringen. So ganz trauen wir der Sache noch nicht, aber wir drücken uns die Daumen!

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius & Sophie

14.5.2020 (J) Grrr, immer noch eingesperrt und jetzt auch noch die Eisheiligen. Es ist a...kalt in Deutschland und wir kriegen langsam den Lagerkoller. Die Weltwirtschaft wird zerstört und es ist keine Lösung für das Virus in Sicht. Wollen wir uns wirklich noch 1-2 Jahre wegsperren lassen? Erst unsere Lebensgrundlage zerstören und dann doch den Virus durchlaufen lassen? Man weiß es nicht! Die Aussagen unserer Regierenden sind jedenfalls unerträglich schwammig. Unsere Kanzlerin hat in ihrer Erklärung gestern keine einzige greifbare Ausage gemacht - schon gar nicht zu den Reisebeschränkungen.  Absprachen in Europa scheinen immer weniger möglich zu sein. Völlig im Dunkeln bleiben  die krassen Unterschiede der Sterblichkeit: Es liegt wohl kaum an den Beatmungskapazitäten, denn inzwischen ist klar, wer intubiert werden muß, hat ohnehin kaum eine Chance. Was ist es dann? Vorimmunisierung durch Reisen, die Quote alter Menschen, die Medikamentierung, der Zeitpunkt der Aufnahme ins Krankenhaus, Vitamin D? Uns erscheint jedenfalls die Mortalität als die größte Stellschraube und darüber wird am wenigsten gesprochen. (Update der Fallzahlen/Mio. und Mortalität)

Aktiv warten ...

11.5.2020 - Unser Unmut über die Abschottungen innerhalb Europas wird nicht kleiner. Aber was soll unsere Regierenden schon ermutigen die Grenzen zu öffnen, wenn die Zustimmungswerte der Bevölkerung wachsen wie lange nicht mehr. Nun denn, wir arbeiten ab, was es abzuarbeiten gibt und ertüchtigen uns jeden Tag an der frischen Luft. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass ein gesunder  Vitamin-D Spiegel, den Verlauf von Corona sehr positiv beeinflusst. Das motiviert zusätzlich, die Sonne auszunutzen. Und so warten wir so aktiv wie möglich weiter auf den Tag der Befreiung.

Artikel aus Science Daily

Aus Science Daily:

Eine neue Studie hat einen Zusammenhang zwischen niedrigen Durchschnittswerten von Vitamin D und hohen COVID-19-Fallzahlen und Sterblichkeitsraten in 20 europäischen Ländern festgestellt.

Die von Dr. Lee Smith von der Anglia Ruskin University (ARU) und Petre Cristian Ilie, leitender Urologe des Queen Elizabeth Hospital King's Lynn NHS Foundation Trust, geleitete Studie wird in der Zeitschrift Aging Clinical and Experimental Research veröffentlicht.

In früheren Beobachtungsstudien wurde über einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und der Anfälligkeit für akute Atemwegsinfektionen berichtet. Vitamin D moduliert die Reaktion der weißen Blutkörperchen und hindert sie daran, zu viele Entzündungszytokine freizusetzen. Es ist bekannt, dass das COVID-19-Virus einen Überschuss an pro-inflammatorischen Zytokinen verursacht.

Sowohl Italien als auch Spanien haben eine hohe COVID-19-Mortalitätsrate, und die neue Studie zeigt, dass beide Länder im Durchschnitt niedrigere Vitamin-D-Werte aufweisen als die meisten nordeuropäischen Länder. Dies liegt zum Teil daran, dass Menschen in Südeuropa, insbesondere ältere Menschen, starke Sonne meiden, während die Hautpigmentierung auch die natürliche Vitamin-D-Synthese reduziert.

Die höchsten durchschnittlichen Vitamin-D-Gehalte sind in Nordeuropa zu finden, was auf den Verzehr von Lebertran und Vitamin-D-Zusätzen sowie möglicherweise auf einen geringeren Sonnenschutz zurückzuführen ist. Skandinavische Länder gehören zu den Ländern mit den niedrigsten COVID-19-Fallzahlen und Sterblichkeitsraten pro Kopf der Bevölkerung in Europa.

Dies sagte Dr. Lee Smith, Lektor für Bewegung und öffentliche Gesundheit an der Anglia-Ruskin-Universität: "Wir fanden eine signifikante grobe Beziehung zwischen den durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegeln und der Zahl der COVID-19-Fälle und insbesondere der COVID-19-Mortalitätsraten pro Kopf der Bevölkerung in den 20 europäischen Ländern.

"Vitamin D schützt nachweislich vor akuten Atemwegsinfektionen, und ältere Erwachsene, die Gruppe mit dem grössten Vitamin-D-Mangel, sind auch am stärksten von COVID-19 betroffen.

"In einer früheren Studie wurde festgestellt, dass 75% der Menschen in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen einen schweren Vitamin-D-Mangel aufweisen. Wir schlagen vor, spezielle Studien über den Vitamin-D-Spiegel bei COVID-19-Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad der Erkrankung durchzuführen.

Herr Petre Cristian Ilie, leitender Urologe des Queen Elizabeth Hospital King's Lynn NHS Foundation Trust, sagte: "Unsere Studie hat jedoch Grenzen, nicht zuletzt deshalb, weil die Anzahl der Fälle in jedem Land von der Anzahl der durchgeführten Tests sowie von den unterschiedlichen Massnahmen abhängt, die jedes Land zur Verhinderung der Ausbreitung der Infektion getroffen hat. Schliesslich, und das ist wichtig, darf man nicht vergessen, dass Korrelation nicht notwendigerweise Kausalität bedeutet".
*** Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) ***

Weniger…

Freiheit!

4.5.2020 - Der Wert der Freiheit, die wir Zeit unseres Lebens als selbstverständlich erlebt haben, wird uns nun, nach 7Wochen der weltweiten Dressurübung im Namen von Corona sehr deutlich bewusst. Keine Frage, es gibt gute Gründe für das aktuelle Vorgehen, und dennoch erschreckt uns, wie einfach fast beliebige - und manchmal auch sehr zweifelhafte -  Maßnahmen überall auf der Welt durchsetzbar sind. Das lässt uns mitfühlen mit den vielen Menschen, die eine politische und wirtschaftliche Freiheit so wie die unsrige bisher, überhaupt nie kennenlernen durften. 

Nun, immerhin mehren sich die Anzeichen, dass ab Mitte Juni wieder Reisen über Grenzen hinweg möglich sein könnten. Bis dahin werden wir weiter unsere tägliche Dosis frische Luft mit möglichst viel Abwechslung einnehmen.

April



Vergleich des Corona Verlaufs in einigen europäischen Ländern & USA

27.4.2020 -  Im Netz unter https://data.europa.eu/euodp/de/data/dataset/covid-19-coronavirus-data, kann man sich die Fallzahlen der ganzen Welt herunterladen. Anbei der Vergleich ausgewählter europäischer Länder. Interessant, die Fakten mit dem Gefühl, das die Medienberichte hinterlassen, abzugleichen:

Mehr…

Italien ist längst von Spanien überholt. Das Einsperren der Menschen scheint in Spanien wenig zu bringen, dort beschleunigen die Fallzahlen sogar wieder *). Schweden hat etwa 2 Wochen Verzug, wenig Beschränkungen, aber der Anstieg der Infektionen unterscheidet sich nicht so sehr von den südeuropäischen Ländern mit vollem Lockdown - bisher. Frankreich hat erschreckenderweise Italien mit der Mortalität weit überholt. Immer noch wenig greifbare Erklärungen für viele Effekte.

Die schockierend hohen Zahlen der aktuellen Mortalität  widersprechen scheinbar den sonst genannten 0,5-1%. Die Gesamtmortalität wird direkt durch die Dunkelziffer beeinflusst, und die liegt nach wie vor weitgehend im Dunkel - nomen est omen. Es wundert schon, dass es hierzu so wenig belastbare Untersuchungen gibt, denn genau diese Information ist bei der Abwägung zukünftiger Maßnahmen der mit Abstand größte Einflußfaktor, entscheidet er doch über die Anzahl der insgesamt zu erwartenden Opfer.

*) 28.4.  Freunde, die in Spanien mit ihrem Boot festliegen, haben mich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Zahlen der Spanier Anderes aussagen. Das ist insofern korrekt, als die Spanier seit 10 Tagen auch Antikörpertests mitzählen, was quasi einen Teil der Dunkelziffer mit in die Zahlen bringt. In der untenstehenden Kurve sind diese Zahlen enthalten. Die Aussage über den Anstieg in Spanien könnte also falsch sein, es könnte die Änderung der Zählweise/die zusätzlichen Tests sein. Es ist unklar, wie die anderen Länder zählen, werde versuchen ein paar Stichproben zu machen und berichten.

29.4. In der Tat haben die Spanier gestern die Zahlen korrigiert, Update ist eingearbeitet. Die Antikörpertestdaten werden jetzt nicht mitgezählt, nur die labordiagnostisch bestätigten Fälle.

29.4. Die großen Unterschiede in der Mortalität sind bemerkenswert.Interessant ist, dass die USA nach sehr schlechtem Start ihre Mortalität wieder senken konnten. Unabhängig vom Durchseuchungsgrad variiert die Sterblichkeit massiv. Um das tiefer zu beleuchten, müsste jetzt auch die Altersverteilung angesehen werden. Wenn man die Daten dann in Altersbändern vergleicht, dann sollte der nächste Blick sicher auf die Behandlungsmethoden und Ressourcen in den Krankenhäusern gehen.

Weniger…

Das Leben muss weitergehen

24.4.2020 - Bei gutem Wetter treiben wir uns in unserer näheren und weiteren Heimat herum.

Wann dürfen wir wieder Reisen?

23.4.2020 (J) - Gute Frage, nächste Frage. Es wird viel über Simulationen des weiteren Verlaufs der Epidemie geschrieben und ja, eine einfache Exponentialfunktion, wie wir sie verwenden, ist recht ungenau. Dennoch bildet sie das grundsätzliche Geschehen, zumindest in der frühen Phase, recht gut ab und in Ermangelung ausreichender Informationen und zuliebe der Kontinuität, bleiben wir erst mal dabei. Was sie nicht abbildet, sind die Entscheidungen unserer Politik, und die möchten wir gerne etwas diskutieren:

Glauben wir wirklich, wir könnten die Weltwirtschaft für mindestens ein Jahr anhalten, ohne damit viel mehr Leid und Opfer zu erzeugen, als Corona es je vermocht hätte? "Man weiß es nicht", würde Dieter Nuhr an dieser Stelle sagen und damit hat er Recht: Dieses unglaublich riskante Experiment hat es niemals zuvor in der Geschichte gegeben und das Ergebnis bleibt abzuwarten. 

Hier klicken für den weiteren Text …

Damit zu den Grafiken:  Die erste Grafik zeigt die IST-Daten und die Simulation der Fallzahlen in D und belegt, dass dieser Rechenansatz nicht ganz falsch ist. Die zweite Grafik zeigt verschiedene Variationen der Bremsung (#stayhome, #flattenthecurve), von denen nur die radikalste eine Überforderung des Gesundheitssystems - das ist ja die allseits diskutierte Prämisse - verhindert.  Man beachte die Zeitachse - aktuell laufen wir in etwa auf der 40-Tage Verdopplungskurve. Sollten wir den Lockdown öffnen, werden die Infektionszahlen unerbittlich nach oben gehen - einfach nur zeitversetzt.

Wenn wir also das aktuell formulierte Ziel weiter verfolgen wollen, dann wird der Lockdown und andere Maßnahmen noch über ein Jahr dauern müssen. Er kann erst enden, wenn entweder die Bevölkerung durchimmunisiert ist, dann sind allerdings zwischen 200.000 und 500.000 Menschen gestorben. Oder ein Impfstoff oder ein Therapeutikum wird gefunden und in ausreichender Menge produziert, dann sterben weniger, je nach Zeitpunkt vielleicht die Hälfte. Das ist sehr schlimm, das wollen wir überhaupt nicht verharmlosen, auch sind wir uns bewusst, dass Jürgen selbst zur Risikogruppe zählt.

Aber, es gibt keinen festen Termin für den Impfstoff. Und wenn es noch ein Jahr dauert, werden bis dahin die Mehrzahl aller Unternehmen pleite oder vergemeinschaftet sein - mit den noch einzuziehenden Steuern und Zwangsabgaben der nächsten Jahrzehnte. Auf diesem Weg landen wir sozusagen "aus Versehen" wieder in der Staatswirtschaft, willkommen zuhause Angela ;-)

Die Länder Südeuropas werden ohne Tourismus wohl ausnahmslos in einer Staatspleite landen, es sei denn, die EU, also wir alle, vergesellschaften deren Schulden gleich noch mit. Um die Dimension dieser Ausgaben einmal greifbar zu machen, ein kleines Rechenexempel:  Für Deutschland steht derzeit die Zahl von 1000 Milliarden € im Raum - da sind die Kosten für die Rettung des Südens noch gar nicht drin. Der Staatshaushalt 2019 betrug ca. 360 Milliarden €, also ein Drittel. Der Staat muss also ungefähr das einnehmen, was wir sonst in 3 Jahren bezahlt haben, das kann jeder auf seiner Steuererklärung mal nachsehen. Und alle sogenannten Besserverdienenden dürfen das gern mit einem weiteren Faktor multiplizieren, das hat Frau Esken ja bereits öffentlich verkündet. Immerhin will sie niemanden erschießen ;-) 

Alles das ist aber "nur" Geld. In großen wirtschaftlichen Krisen hat der Mensch in der Geschichte immer gleich gehandelt: Man wird nationalistisch, es werden Schuldige gesucht, Unschuldige gefunden und bürgerliche Freiheiten bleiben auf der Strecke. Wir wollen keine weitere Verschwörungstheorie erzeugen, jeder möge auf Basis seiner Geschichts- und Menschenkenntnis selber urteilen.

Last but not least, eine weitere Rechnung, die ethisch zugegebenermaßen im Grenzbereich liegt, die wir trotzdem mal in den Raum stellen: Wieviele Lebensjahre retten wir, wieviele Lebensjahre werden "weggesperrt"?  Um mit Lisa Eckart zu sprechen: "Sie opfern das Leben, um dem Tod zu entgehen".

Zusammenfassung:
Wir werden unsere Wirtschaft ruinieren und unsere Lebensweise nachhaltig schädigen - ohne Gewähr, dass die Bilder von sehr vielen Toten wirklich vermeidbar sind. Die Langfristfolgen könnten Corona locker übertreffen. Deshalb halten wir einen anderen Umgang mit der Krise für bedenkenswert: Eigenverantwortung. Wer sich isolieren möchte, darf das tun und diese Menschen werden dabei nach Kräften und mit allen, auch finanziellen Mitteln unterstützt. So verhindern wir den totalen Kollaps der Weltwirtschaft, mögliche schwerwiegende Folgen für den Frieden und wir retten die Selbstbestimmung des Menschen mit allen Freiheiten und Risiken, die nun mal zu einem Leben dazu gehören.

Nachbemerkung:
Natürlich wissen wir zu schätzen, dass wir in einem Land leben, das uns vergleichsweise große Freiheiten im Lockdown gelassen hat und dessen Bürger sich überwiegend verantwortungsbewusst verhalten haben. Und natürlich sind wir ein wenig froh, das nicht selber entscheiden zu müssen. Dennoch fehlt uns eine offenere und ehrlichere Debatte über den längerfristigen Umgang mit diesem Thema.

 

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Daten vom 10.5. - Grafik wie vom Beginn des Monats, mit Anpassung der blauen Linie der Neuinfizierten von 28 auf 40 Tage Verdopplungsdauer. 
Letztes Update, das exponentielle Wachstum ist ja nun gestoppt. Halten wir uns die Daumen für den weiteren Verlauf.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Vier Simulationen für den weiteren Verlauf an Kranken und Toten.
1. Aktueller Verlauf bis vor 2 Wochen dann 14 Tage Dopplungrate, also wenig gebremst. (Jetzt auch 1,5 Dunkelziffer)
2. Aktueller Verlauf mit Lockerung ab Juni und Rückfall auf 28 Tage Verdoppelung
3. Beibehalten etwa der aktuellen Rate von 40 Tagen
4. Steigerung auf 60 Tage Verdoppelung

Der Lech - zu Lande, zu Wasser und aus der Luft

19.4.2020 - Ein Gutes hat das Virus ja: Wir lernen die Umgebung unserer Stadt immer besser kennen. Fast alle Lech-Stauseen haben wir schon umwandert oder umradelt, jetzt waren wir zwei Mal an der Litzauer Schleife südlich von Schongau. Vorgestern haben wir sie umwandert, eine spannende Tour durch´s Unterholz der Lechauen, sind abends noch mal mit der Drohne drübergeflogen und heute ist Jürgen die 10km von Staustufe Dessau bis Schongau gepaddelt, während Silvia die Strecke mit dem Rad weiträumig umkreist hat. Eine tolle Flora und Fauna mit unzähligen Forellen, Singvögeln aller Art, Schwänen, Greifvögeln und vor allem - Bibern.  Massenhaft findet man ihre Burgen und kaum ein Baum am Ufer hat eine Chance.

Gestern waren wir in Augsburg unterwegs und haben dem Zusammenfluss von Lech und Wertach einen Besuch abgestattet. Wir waren sehr erfreut und erstaunt, über dieses wunderbare Stück Natur, fast mitten in der Stadt. Allerdings sind auch hier die Nager hyperaktiv und gerade dabei, dieses schöne Stück Fluss völlig umzugestalten. So gut wie alle großen alten Bäume auf dem Panoramafoto rechts sind bereits so weit angenagt, dass sie nicht mehr lange stehen werden. Auch Veganer können also schlecht für die CO2 Bilanz sein ;-) Die süßen Kerle sind im ganzen Allgäu eine Plage, haben faktisch keine Feinde, stehen aber immer noch unter Naturschutz, weil sie mal selten geworden waren. Ich glaube, inzwischen müssen eher wir unseren Lebensraum gegen die Biber verteidigen ;-)

"indymedia"

Linke Gruppe bekennt sich auf "indymedia" zu Brandanschlag auf das Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, weil es an der PEPP-PT App mitarbeitet. 

Superschlau!

15°

12.4.2020 - Das Waser ist recht schnell "wärmer" geworden und nach 38 Minuten und 1800 Metern hatte ich wieder eine glückliche und eiskalte Frau ;-)

#outsmartcovid

12.4.2020  Covid-19 austricksen, das würde uns frohe Ostern bescheren.

Weltweit arbeiten Forscher und Programmierer daran, eine Software zu entwickeln, mit der Smartphones temporäre und damit anonyme Identifikationsnummern über Bluetooth austauschen und protokollieren können. Stellt man sich dann als infiziert heraus, werden für die entsprechende Zeit rückwärts alle Kontakte informiert (nein, nicht über den Namen, nur über die Tatsache), dass sie Kontakt hatten und bekommen einen Warnhinweis und die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Das gilt auch für die Kontakte der Kontakte. Exakt das, was man in Heinsberg und Starnberg in den ersten Wochen von Hand versucht hat, würde damit automatisiert und vervollständigt.

Sogar die beiden Erzrivalen Apple mit IOS und Google mit Android arbeiten für diese Software eng zusammen! 

So könnten wir die Ausbreitung unter Kontrolle bringen und die Welt am Laufen halten, denn #stayhome und #stayalone halten wir nicht lange durch. Leider haben laut Umfragen bislang nur etwa die Hälfte der deutschen Nutzer erklärt, dabei mitmachen zu wollen. Damit es funktioniert, sollten es aber mindestens 60% sein. Es gibt viele Infos im Netz, Stichwort "PEPP-PT", informiert Euch, denkt darüber nach. Es werden keine Bewegungsprofile erstellt! Und übrigens, wer denkt, sein Handy könne heute von Geheimdiensten nicht schon längst jederzeit geortet oder abgehört werden, hat etwas übersehen, z.B. die "stille SMS".

 

Grenzen

10.4.2020 - Es gibt gute Gründe, zur Eindämmung der Pandemie soziale Kontakte auf ein notwendiges Minimum zu beschränken. Aber muss man dafür wirklich Beziehungen zerreißen? Wir kennen Eheleute, die in verschiedenen Ländern festsitzen. Unser Sohn ist von seiner Liebe in der Schweiz auf unabsehbare Zeit getrennt. Die Strafen für jegliche Art von Versuchen, den Grenzübertritt zu bewerkstelligen sind nur als drakonisch zu bezeichnen. Warum bitte schön? Natürlich wäre eine 14-tägige Quarantäne angemessen und richtig, aber Trennung auf lange Sicht, wo ist da der vernünftige Grund? Unsere Kapazitäten in Krankenhäusern? Es würden einige von A nach B und andere von B nach A ziehen. das kann es doch nicht sein. Grundsätzlich sind wir froh, wie Corona in D gehandhabt wird, aber hier hoffen wir doch sehr auf Nachbesserung - im Sinne der Menschen und im Sinne der europäischen Idee.

#Endlich - #Eiskalt - #Glücklich

8.4.2020 Das Wasser hat 13-14°, keine 10 Pferde würden Jürgen da hinein bringen.

8.4.2020 - Ein erster kurzer Versuch, noch ist das Wasser bitterkalt.

7.4.2020 - Wir waren gestern tagsüber wieder wandern, haben den Grünten bestiegen und uns über 20°C gefreut. Es lag noch hier und da ein wenig Schnee und der Blick über die Alpen war grandios.

So kann man der Krise durchaus schöne Seiten abgewinnen, steckt dabei sicher niemanden an und stärkt das eigene Immunsystem.

Update Simulationen

7.4.2020 - Gestern Nachmittag hat sich unsere Bundesregierung erneut hinsichtlich Maßnahmen und Prognosen geäußert. Es gibt keine substantiellen Neuigkeiten, außer, dass alles vorbei sein wird, wenn es vorbei ist, so unsere Kanzlerin. Nun denn, das ändert nichts daran, dass es in Deutschland derzeit etwas besser läuft und wir uns etwas freier bewegen können, als in den meisten anderen betroffenen Ländern. Statt #Stayhome eben #Stayalone, das macht schon einen Unterschied in der Lebensqualität.

Weil aber zum weiteren Verlauf wieder gar nichts verlautbart wurde, haben wir uns noch mal hingesetzt, und unsere eigene Simulation verbessert: Bisher fehlte eine Dunkelziffer. Also die Frage, wie viele Menschen bekommen Corona, ohne registriert zu werden. Wir haben das so eingebaut, dass diese Menschen immunisiert sind, also nicht mehr angesteckt werden können, sie gehen aber nicht als Infizierte in die Exponentialkurve ein, sondern verringern den ansteckbaren Rest der Bevölkerung. Die Schätzungen gehen weit auseinander und haben erheblichen Einfluss auf den Verlauf. Am oberen Ende der Schätzungen liegt Herr Laschet mit Faktor 7-10 (Quelle: Deutschlandfunk), das dürfte sehr von Wunschdenken getrieben sein. Eher vorsichtig ist Herr Wieler, Präsident des RKI, er schätzt Faktor 2.

Fazit:  Wenn sich die Infektionsverdopplungsrate von aktuell 3 auf 4 Wochen erhöhen lässt, und die Dunkelziffer Faktor 4 beträgt, dann werden die Grenzen des Gesundnheitssystems nur ein wenig überschritten. Natürlich sterben so auch viel weniger Menschen, denn die 3/4, deren Infektion gar nicht bemerkt wurde, überleben natürlich auch.

Ach ja, und nochmals an die Datenschützer: Wenn die Ansteckungsquote deutlich gedrückt werden kann und flächendeckendes Tracking per App eingesetzt würde, dann könnten wir wieder mehr Bewegungsfreiheit erlauben und das Debakel unserer "Wirtschaft = Staatsfinanzen = unser aller Geld" verringern. Wenn wir uns europäisch einigen könnten, dann ginge das sogar grenzübergreifend. 

Der Zeitverlauf der Simulationen zeigt deutlich: die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Reduktion der Ansteckung wird sehr lange dauern, wenn wir versuchen, die Krankenhauskapazitäten nicht zu sprengen. Umso mehr müssen wir alles tun was möglich ist, um wirtschaftliches Totalversagen zu verhindern. Im Augenblick mögen "Coronaferien" für einige noch ganz nett erscheinen, umso länger aber alle von Reserven leben müssen, umso mehr Mittelständler von Pleite bedroht sind, umso länger werden wir nach Corona an den Folgen leiden. Also her mit der App!

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aktualisiert 19.4. - Aktuelle Details der Simulation und der IST-Daten. Infizierte, Kranke und Tote auf der linken Achse, die berechneten Dopplungsraten auf der rechten Achse.
Der Verlauf ist etwas günstiger als berechnet, die Maßnahmen zur Erhöhung der Dopplungszeit haben ein paar Tage eher gegriffen. Dennoch bleibt es eine Exponentialfunktion und nach kurzem Rückgang der Kranken, wird diese Zahl auch wieder steigen.

 
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aktualisiert 19.4.  - Primitive Simulation der Anzahl Kranker (also Infizierte abzüglich Gesundete und Tote), mit Variationen der noch unbekannten Dunkelziffer. Österreich schätzt derzeit eine Dunkelziffer um 3. Die Dunkelziffer ist als Faktor verarbeitet, d.h. bei Faktor 2, sind doppelt so viele Leute unwissentlich infiziert, wie offiziell erfasst. Sie beeinflusst den Verlauf sehr positiv in Bezug auf Opfer und Krankenzahlen, allerdings werden wir in jeder Version noch über das Jahresende hinaus mit dem Thema beschäftigt sein.

4.4.2020 - Das Wetter wird besser und wir können wieder radeln gehen. Heute waren wir unterwegs bei Landsberg am Lech. Und natürlich tun wir das, was alle tun, wir machen uns Gedanken zu Corona:

  • Zuallererst - wir sind sehr sehr froh, dass man Deutschland nicht einsperrt, so wie praktisch den Rest Europas, sondern an Eigenverantwortung appelliert und den Fokus auf Kontaktreduktion setzt.
  • Wir freuen uns, dass langsam auch so wichtige Dinge wie Desinfektion von Einkaufswagen in Supermärkten stattfinden.
  • Wir verstehen nicht wirklich, wieso man sich nicht auf der Wiese in die Sonne setzen darf, ausreichend Abstand vorausgesetzt. Geht es um´s pädagogische Vorbild? Aber was soll´s, abseits der Städte interessiert das auch niemand.
  • Krass finden wir, dass 45% der Deutschen Datenschutzbedenken gegen eine Tracking-App haben. Wie viele dieser Gegner tummeln sich auf Social Media und posten jeden Tag ihr Essen, Ihre Befindlichkeit und vieles mehr?
  • Große Sorgen macht uns die Finanzierung des ganzen Debakels - da hätten wir schon ein paar Ideen, aber das ist doch eher was für den Dialog.
  • Die Informationspolitik nehmen wir als sehr spezielle Mischung aus wissenschaftlicher Genauigkeit im Detail, journalistischer Schaumschlägerei und politisch-pädagogischen Aussagen der Regierenden wahr. Die wirklich relevanten Fragen werden öffentlich weder gestellt noch beantwortet: Wann erreichen wir die Grenze der Beatmungskapazität? Wie viele werden wir dann voraussichtlich nicht beatmen können? Wie viele können wir durch das Verlängern des Verlaufs wirklich retten? Wie lange dauert das Ganze abhängig von der Stärke der Bremsung?

Nun denn, so machen wir uns unsere primitiven Simulationen eben weiterhin selbst, versuchen unsere Schlüsse zu ziehen und beschäftigen uns ansonsten mit Lesen, Essen, Trinken, Videochats und manchmal nützlichem Zeitvertreib: Wir drucken Halterungen für die Gesichtsmasken unserer benachbarten Zahnklinik und nähen Masken gegen die Verbreitung unserer eigenen Aerosole ;-)

2.4.2020 - Jetzt mal ehrlich:  Wenn wir uns die Verläufe der Pandemie ansehen, rechnen wir nicht damit, vor August auf unser Schiffchen zu kommen. Für die Israelreise ist es dann vermutlich zu spät. Graskarpfen ist flott, aber mehr als ein 210 Meilen ETMAL haben wir noch nicht geschafft. Und Karsten ist zwar nett und toll, aber das wäre dann doch zu viel verlangt ;-)

1.4.2020 -  Nächste Woche geht es endlich auf´s Schiff und wir können lossegeln. Karsten hat schon alles geputzt und eingekauft, wir brauchen nur noch die Leinen loswerfen und ab nach Israel. Wenn wir die üblichen 300sm Etmale schaffen, sind wir in 3 Tagen dort.

März


We´re still not amused

27.3.2020 - Wir machen weiterhin fast jeden Tag eine Wanderung oder gehen Radeln - leider gerade wieder mit Kälteeinbruch. Aber es ist schon eine sehr unheimliche Stimmung, die uns angesichts der Lage erfasst. Eine Reihe Seglerfreunde sitzt im Mittelmeerraum und im Rest der Welt auf Ihren Booten fest, die Ausgangsperren dort sind radikal. Wir sind froh, dass sich D für die Isolation durch Kontaktsperre entscheiden hat, so dürfen wir alleine oder zu Zweit wenigstens an die frische Luft. Trotzdem läuft das unangenehme Gefühl mit, dass das alles sehr wenig hilft: Anfang März hatten wir mit den damaligen Daten des Robert-Koch-Institutes mal eine stark vereinfachte Hochrechnung versucht und seitdem tragen wir die IST-Daten dort ein. Leider passen diese IST-Daten sehr gut zur Simulation durch eine Exponentialfunktion - und die haben eben immer ein dickes Ende. Selbst bei wohlwollender Betrachtung der Beatmungskapazitäten und -Notwendigkeiten werden wir etwa Mitte April die Kapazitätsgrenze durchbrechen. Ab dann werden wesentlich mehr Menschen sterben und in den Krankenhäusern werden unzählige schwere Entscheidungen getroffen werden müssen. Selbst wenn sich die Infektionsrate noch einmal halbieren ließe, bringt das nur wenige Wochen Verzögerung, dann kommt der Tsunami dennoch über uns - in beiden Szenarien sterben fast die gleiche Anzahl Menschen - wenn nicht noch ein Impfstoff oder eine wirksame Medikation gefunden wird.

Angesichts dieser Aussichten stellen sich viele Fragen. Zwei davon:  1.) Wollen wir wirklich den Datenschutz über das Leben stellen? Südkorea hat mit massivem Testen und Tracking von Kontakten bisher als einziges Land eine vielleicht rettende Trendwende hinbekommen, siehe Grafik weiter unten.  2.) Macht es Sinn, die Ausbreitung durch Lockdown fast der ganzen Welt zu bremsen, wenn die Gesundheitssysteme dadurch nur ein paar Tage/Wochen später trotzdem zusammenbrechen und die Opferzahlen am Ende des Jahres fast identisch sein könnten - es sei denn, ein Wundermittel wird noch erfunden.

Keine schönen Fragen, aber jemand wird sie beantworten für uns.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Primitive Simulation: Infizierte mit 7 / 14 / 21 Tagen Verdopplungszeit versus geschätzte Beatmungskapazität und Opferzahlen 
Update 15.4.2020
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Primitive Simulation: Vergleich der Kranken und der Opfer über der Zeit bei 7 / 14 / 21 Tagen Dopplungsrate. Die Zahl der Opfer wird leider nur geringfügig kleiner.
Update 4.4.2020 - Wir sind jetzt bei ca. 8 Tage Dopplungsrate
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Fallzahlen ab dem 100. Fall auf logarithmischer Achse im Vergleich zu den Verdoppelungsraten. Quelle Financial Times und John Hopkins University
 
In unseren Augen die beste Übersicht zur Seuche: https://www.ft.com/coronavirus-latest

27.3.2020 - Diese Grafik zeigt auf logarithmischer Vertikalachse die Ausbreitung des Virus über der Zeit in allen Ländern ab dem 100. Infizierten. Südkorea hat den Ausbruch bisher mit Abstand am besten unter Kontrolle gebracht - mit massivem Testen und Tracking von Kontakten. Ist der Datenschutz bei uns tatsächlich wichtiger, als die Eindämmung des Virus? Japan übt eiserne Disziplin, alle tragen Masken - primär zum Schutz der Mitmenschen und ist damit besser als wir, aber nicht so erfolgreich wie Südkorea.
 

Am Lech und im Moor am Hohenpeissenberg

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Eiskalt - Wanderung am Hochmoor bei Peissenberg

23.3.2020 - Das Ausgangsverbot ist vor allem ein Kontaktverbot. Zu Zweit dürfen wir also für Sport und Spaziergänge an die frische Luft und nutzen das auch fleißig aus. Heute 10km Wanderung in den Stauden und auf dem Rückweg noch ein kurzer Testflug mit der Drohne über den Bismarckturm, um zu schauen, ob es auch bei starkem Wind funktioniert und ob der Austausch der Dämpfer an der Kamera das Zittern der Videos beseitigt hat. Hat funktioniert, jetzt muss vor dem nächsten Flug nur noch die Optik sauber geputzt werden, im Gegenlicht siehts nicht gut aus. 

 

Gehe zu URL (go to url). Augsburg von Westen mit Bismarckturm

Leben in den Tag

21.3.2020 - Während die Pandemie weiterhin ihren unheilvollen exponentiellen Verlauf nimmt, dessen direkte und indirekte Folgen wir uns lieber nicht zu genau ausmalen,  tun wir das Einzige was weiterhin getan werden kann und darf, um sich und andere nicht zu gefährden: wir gehen raus an die frische Luft. Vorgestern an den Weißensee und rauf auf den Falkenstein, dann über den Einerkopf und den Salober zurück zum See. Eine sehr schöne Tour bei frühsommerlichem Wetter. Jetzt sitzen wir wieder zuhause, haben weitgehendes Ausgangsverbot und schlechtes Wetter dazu. We´re not amused.

18.3.2020 - Die meisten Grenzen weltweit sind dicht, in vielen Ländern gibt es Ausgangssperren - unser Sohn und seine noch recht junge Liebe sitzen jetzt auf verschiedenen Seiten einer Grenze fest und können sich auf absehbare Zeit nicht sehen - gar nicht schön! Aber wir trotzen der bedrückten Stimmung solange wir noch dürfen, gestern waren wir am Elbsee bei südlich Kaufbeuren.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Poseidon und die Meerjungfrau haben sich nach Bayern verirrt - so können wir ein wenig vom Leben auf dem graskarpfen träumen.

16.3.2020 - Selten, vielleicht noch nie, hat sich die ganze Welt in einer einzigen Woche so verändert. Zu unserem Boot kommen wir auf absehbare Zeit nicht mehr, es wäre auch kein Vergnügen, in weiten Teilen des Mittelmeerraumes besteht Ausgangssperre. Seit heute ist auch hier in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen - immerhin ohne Hausarrest. So können wir unser Immunsystem mir Radtouren und Wanderungen stärken.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). … bevor die Lifte geschlossen haben

Drei Tage mit ehemaligen Kollegen auf Skiern in Saalbach -Hinterglemm waren auch noch drin, bevor Österreich alle Touristen nachhause geschickt sowie Lifte und Hotels geschlossen hat.

10.3.2020 - Nun ist ganz Italien rote Zone und es ist wohl klar, dass die nächsten Monate nicht mehr viel geplant werden kann. Wir sind gespannt. 

9.3.2020 - Noch genau ein Monat, bis wir wieder auf unseren graskarpfen umziehen wollen. Wir hoffen, dass uns diese kleinen bösen Kügelchen namens Corona keinen Strich durch die Rechnung machen. Aber solange lassen wir uns erst mal nicht beirren und machen weiter unsere Erledigungen, Wanderungen und Treffen mit Freunden.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Gestern hatten wir Besuch von Melissa und Enrico - und gutes Wetter noch dazu. Im Parkhäusel gab es heißen Kakao und gute Laune.
Gehe zu URL (go to url). Die neue Drohne ist immer mal wieder dabei. Für einen kurzen Zusammenschnitt einiger Videos auf die Filmstreifen klicken.  (Für die Tierschützer unter Euch: Die Schwäne flüchten nicht vor der Drohne, das Ding lässt sie völlig kalt, sondern sie eilen zu einer Fütterung am Ufer!)

Februar

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  • Wetter am Forggensee

  • Das neue Spielzeug in der Erprobung

  • Winterspaziergänge

  • The black swan.

  • Schwanenfeder

  • Orgelfelsenhaus im Schwarzwald

  • Walle fliegt die Drohne

  • Kurztrip mit Enrico zum Arlberg

  • Brechttage im Martinipark-Theater

  • Kabarett in der Augsburger Puppenkiste

Wir sind sehr aktiv in diesem Monat. Besuche, Wanderungen, Skifahren und Üben mit der neuen Splashpro Drohne, …. kurzum, wir haben eine gute Zeit.

Januar


Kleine Winterreise

22.1.2020 - Winni und Jürgen machen eine Runde zu den Liparischen Inseln. Gut 10 Tage haben sie Zeit, um den graskarpfen etwas zu bewegen und nach dem Rechten zu sehen. Bei herrlichem Wetter geht die Tour von Termini Imerese nach Cefalú, Capo d´Orlando, Vulcano, Lipari, Stromboli und Panarea. Morgen nochmal nach Lipari, der einzigen Insel bisher auf der eine Pizzeria geöffnet hatte und dann über Filicudi und oder Cefalú zurück.

Die Inseln sind schön, allerdings mit Ausnahme von Lipari völlig unbelebt - ein Gefühl der Einsamkeit schleicht sich da schon ein, ganz abgesehen von der Versorgungslage mit Pizza und Pasta.

Am letzten Tag der Reise tourten wir  mit dem Auto ins geschichtlich sehr interessante Tal der Tempel bei Agrigent: Wunderschön im dortigen Frühling. Auf dem Rückweg nach Termini war noch Zeit für einen Abend in Palermo - die Stadt der ganz großen Kontraste. Toll, was in der Vergangenheit an Bauten und Kultur geschaffen wurde, bedenklich, wie sich die modernen Viertel präsentieren.

  • Im Inneren

  • Caccamo

  • Agrigent

  • Frühling

  • Tempel der Concordia

  • Ikarus

Termini Imerese - Liparische Inseln im Januar. Tagsüber bis über 20°C!

Wanderungen und Besuche

Wir nutzen unsere Zeit zuhause für alles Mögliche: Wanderungen, Besuche bei Freunden und Verwandten, Steuererklärungen, Projekte. Damit die Webseite nicht einschläft, kommen ab und zu mal ein paar Bilder.

  • Hanau am Main

  • Schloß Wilhelmsbad

  • Lechstaustufe 19

  • Im Bieberwald

Nachdenklich

6.1.2020 - Wieder im Lande, beschäftigt uns die aktuelle politische Lage. Vieles was wir hören und wahrnehmen, finden wir eher verstörend. Am Montag waren wir auf dem seit 1866 stattfindenden 3-Königstreffen der Liberalen in Stuttgart - das hat uns positiv beeindruckt und wir empfehlen allen, sich das einmal anzuhören. Da gibt es Lösungsvorschläge, die uns voranbringen können und nicht ausbremsen, so wie leider viele Ideen der Grün-Linken Szene.

Mehr…

Politisch scheint das Land immer mehr von der Mitte zu den linken und rechten Rändern zu driften. Sozialromantik und der Ruf nach noch mehr staatlicher Fürsorge macht sich breit. Scheinbar können auch die zahllosen gescheiterten sozialistischen Experimente die Menschen nicht davon abhalten, sich der Illusion hinzugeben, das könne man schon hinbekommen, man müsse es nur besser machen. Wir sind schon das Land mit der höchsten Umverteilungs-, also Steuerquote weltweit, die Steuerlast ist allein in den letzten 10 Jahren nochmals um 10% gestiegen. Das hält SPD, Linke und Grüne nicht davon ab, immer neue Geldquellen für ihre konsumatorische Politik zu suchen. Geradezu religiöse Züge hat die Links/Grüne Bewegung angenommen. Wir und der Rest der Welt leben besser als je zuvor. Die zweifelsohne vorhandene Herausforderung des Klimawandels anzugehen, braucht starke Staaten, Ideen und vor allem große Budgets, stattdessen manifestiert sich eine nie dagewesene Verbots- und Verzichtlust, die unsere Wirtschaft schwer beschädigt - keine gute Grundlage für erfolgreiche Klimapolitik. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums erleben wir, dass der Verlust jeglichen Profils der CDU nach gut 14 Jahren Merkelei dazu führt, dass sogar aufrechte konservative Menschen ihr Heil in der AfD suchen, in der sie dann in unvermeidliche Nähe zu Gedankengut geraten, von dem wir hofften, es sei ausgestorben. Genauso bedenklich.

Wir haben seit Jahren Stillstand, anstelle pragmatischer und kluger Strategien erleben wir Symbolpolitik, Opfergaben an kurzlebige Strömungen und Zick-Zack Kurse. Dabei gibt es wirklich viele dringend zu bearbeitende Themen: Erneuerung der EU und Anpassung an die Kräfteverschiebungen in der Welt, Klimawandel und Energiewende, Erhalt unserer Wettbewerbsfähgikeit und damit Erhalt von Gestaltungsfreiräumen überhaupt - um nur einige zu nennen. Aber, wir vernichten Hunderte von Millarden, wenn wir Kraftwerke lange vor Ihrer Gebrauchslebensdauer abschalten und dann teuer Strom aus dem benachbarten Ausland beziehen - aus Kraftwerken gleicher Bauart! Oder, wenn wir uns in Sachen Mobilität vorzeitig auf eine bestimmte und fragwürdige Technologie festlegen, damit in naher Zukunft zigtausende Arbeitsplätze vernichten, anstatt auf die Innovationskraft des Landes zu vertrauen und mit technologieoffenen Vorgaben Fortschritt zu steuern. Nicht zu sprechen von schnell wechselnden Hysterien wie NOx, Feinstaub und so weiter.

Kein Wunder, wenn bei vielen derartigen Baustellen einerseits die höchste Steuerlast weltweit getragen werden muß, ohne daß unser Sozial- und Rentensystem, geschweige denn unser Bildungssystem besonders gut abschneiden.

Nun sind wir zuhause und wollen/müssen uns mit der Lage auseinandersetzen. Heute haben wir deshalb das seit 1866 stattfindende 3-Königstreffen der Liberalen besucht und dort manches wiedergefunden, was früher einmal Politik der Mitte ausgemacht hat: Positives und realistisches Denken sowie Vertrauen in die Schaffenskraft des Menschen und die Zukunft. Es geht der Welt heute weit besser als je zuvor (Buchempfehlung: Factfullness) und wir sollten daran arbeiten, diesen Trend fortzusetzen und mitzugestalten. Hysterie und Angst sind schlechte Ratgeber und Ideologien haben schon immer sehr viel Unheil erzeugt.

Das, was auf dem Dreikönigstreffen der FDP vorgetragen und diskutiert wurde, macht uns Hoffnung. Deshalb werben wir dafür, sich die Zeit zu nehmen und diesen Leuten zuzuhören, auch wenn der Reflex der Meisten erst mal Ablehnung ist. Erstaunlich oft passen dann die eigenen Vorstellungen doch sehr gut zum Programm.

Weniger…
Gehe zu URL (go to url). Videoaufzeichnung der Reden
Gehe zu URL (go to url). Liberal seit 1866

Besuch

Seit wir wieder in Augsburg sind, freuen wir uns über so einige Besucher: Maren & Stefan kamen noch vor Weihnachten vorbei - auf Einkaufstour sozusagen. Weihnachten habe wir uns über Egon, Enrico und Melissa gefreut und gleich danach kam Tom für ein paar Tage vorbei. Auch Martina & Walle und last but not least Martina (na klar, eine andere Martina) & Jupp durften wir beherbergen. Wir haben nicht immer Fotos gemacht, aber ein paar ganz ungestellte Aufnahmen ;-) gabe es dann doch. Schön, dass Ihr gekommen seit! 

  • Am Lech

  • Mit Tom und Egon im Museum - in barocker Verkleidung

  • Heilig Abend

  • Vorbereitung auf Heilig-Abend

  • Irmgard´s 80er

Willkommen 2020

Mal schauen, was 2020 so bringen wird ...

Spaziergang im Haspelmoor