Reise 2020

JAN   FEB  MRZ   APR   MAI   JUN    

Kurznachrichten  

An dieser Stelle hatten wir in den vergangenen Jahren so etwas wie einen Ausblick auf unsere Pläne geschrieben. Dieses Jahr wurde dieser Absatz von den Ereignissen überrollt und passt einfach nicht mehr. Nun denn: Seit dem 7. Juni sind wir wieder an Bord und wollen nach Griechenland. Wohin genau und wie lange, ob es noch in die Türkei geht oder sonst wohin - wir wissen es nicht und machen erst einmal nur kurzfristige Pläne.

Alter Text vom Januar ....

Januar 2020 - Die Zeit vergeht wie im Fluge, das vierte Jahr mit graskarpfen beginnt.  Wir wollen wieder ganz in den Osten des Mittelmeeres, diesmal unsere Israelreise machen und dann weit hoch in die Ägäis, eventuell bis Istanbul. Und wie es so ist mit Plänen beim Segeln - vielleicht machen wir alles auch ganz anders - genau diese Freiheit haben wir ja gesucht. 

April 2020 - Welche Reise, welche Freiheit? 

Weniger…

Juli


1000 shades of blue

3.-7.7.2020 - Am 4. Juli bekommen wir Besuch von Gabriele und Tillmann, die mit einem der ersten Ferienflieger auf Kefalonia landen. Noch am Nachmittag segeln wir ein paar Meilen aus der Bucht nach Süden und frönen dem Wassersport. Am nächsten Tag ist es scheinbar völlig windstill und wir sind etwas unschlüssig, was wir unternehmen wollen, entscheiden uns aber dann doch für den Aufbruch unter Motor zur Shipwreck Bay auf Zakynthos. Und wir werden doppelt belohnt: Nach einer halben Stunde sind wir aus der Abdeckung der Insel raus und machen gute Fahrt unter Segel. Und die Shipwreck Bay ist wirklich sensationell schön: Die weißen Klippen reflektieren das Licht der Sonne in die See zurück, was zu einem fast unwirklichen türkisfarbenen Leuchten führt. Wir ankern etwa 100m vor dem Strand in recht heftiger Welle und schwimmen an den Strand, das Dinghi hätte hier keine Chance und Schwimmen geht auch nur mit Flossen halbwegs gut. Um das Wrack ranken sich verschiedene Schmugglergeschichten, aber das ist vermutlich alles Marketing für Griechenlands bekannteste Bucht. Natürlich fliegen wir auch die Drohne und die besten Bilder sind nun auf deren Speicherkarte unleserlich verloren, denn beim Landeanflug wurde Jürgen von der Sonne geblendet und hat leider den Mast touchiert - jetzt brauchen wir ein erst mal ein paar Ersatzteile. Abends dann Ankern in einer kleinen Bucht auf der Nordostseite von Zakynthos, ein leckeres Essen in der Taverne, allerdings am nächsten Morgen Schnellstart wegen heftiger Winde, unser Platz wird unhaltbar. Wir werfen die Landleine ab, hissen den Anker und halten graskarpfen im Hafen unter Motor auf Position, während Tillmann und Silvia mit dem Dinghi die Landleinen retten. Nun gu, Frühstück unterwegs, wir nehmen Kurs auf Sami, Kefalonia. Über dem Festland hängen dunkle Gewitterwolken und wir hoffen zunächst, dass sie dort bleiben, aber daraus wird nichts: Wir bekommen 3h heftigsten Regen mi zeitweise 50m Sicht und ordentlich Wind - nichts Gefährliches, aber es ist auch klar, dass wir bei dem Wetter nirgendwo ankern oder anlegen können. Aber es wird besser und wir finden Schutz in einer kleinen Bucht kurz vor Sami. Am nächsten Morgen verlegen wir graskarpfen in den Hafen und eine Rollertour über die Insel steht auf dem Programm.

Von Ithaka nach Kefalonia

2.7.2020 - Wir ankern in der leeren Hafenbucht von Ithaka. Im Vergleich mit unserem Besuch vor drei Jahren offenbart sich das ganze Elend, dass dieser Virus über vom Tourismus getriebene Ökonomien bringt. Am nächsten Morgen wollen wir einen Roller mieten, aber das gestaltet sich schwierig, weil es sich für de Vermieter nicht lohnt, ihre Fahrzeuge zu versichern. Wir bekommen letztlich doch einen 50ccm Roller, der ist aber irgendwie nicht in Ordnung und kapituliert vor den inselüblichen Steigungen, so dass unsere Inselrunde leider ausfällt. Stattdessen hissen wir den Anker und machen noch einen Badestopp mit schwimmender Umrundung der Insel Lygiá, danach geht es weiter, teils mit, teils ohne Wind in den Süden von Kefalonia.

Meganisi, Arkoudi & Ithaka

1.7.2020 - Auf Meganisi steht eine kleine Wanderung in den Ort Vathi auf dem Programm. Malerisch gelegen und genauso gespenstisch leer, wie alles bisher. Nun, wir bekommen ein leckeres Bier und kommen unterwegs noch an einem Lieblingsobjekt vorbei, einer alten Industrieruine. wir vermuten, es handelt sich um eine mechanisierte Olivenpresse. Nachnmittags kommt Wind auf und wir segeln knapp 10 Meilen nach Arkoudi. Im Süden gibt es angeblich schöne Ankerplätze an einer Halbinsel. Die Fahrt gestaltet sich abwechslungsreich, wir beginnen mit Code D und enden im 2.Reff, bei 20kn Wind gegenan auch schon übertakelt. Der Anker will sich erst beim dritten Versuch festbeißen. Und Arkoudi sieht so aus, als gäbe es nur wilde Steinformationen am Ufer und undurchdringliches Dickicht an Land. Wir verlassen den graskarpfen daher nur zum Schwimmen, machen noch in paar Wartungsarbeiten und segeln dann nach Ithaka, wo wir gerade vor einem leeren Sandstrand ankern, damit Silvia ihre Meilen abschwimmen kann. Heute abend geht es dann vor die Stadt.

  • Olivenpresse

  • Meganisi - megaleer

  • Beim Training

Juli


Unklar

29. 6. 2020 - …. sind weder unsere Leinen noch unser Anker. Unklar ist nach 8 Tagen in Griechenland die rechtliche Lage unseres Daseins hier und diese wird eher unklarer als klarer. Wir sind von Italien nach Griechenland übergesetzt, nachdem der Tourismusminister verkündete, "pleasure crafts with crew only", also Yachten mit Mannschaft, seien auf den Inseln willkommen. Unseren TEPAI Obulus -  also die monatliche Aufenthaltsgebühr für Boote in griechischen Gewässern - haben wir brav angemeldet und entrichtet. Jetzt heißt es seit heute, alle einreisenden Touristen müssten sich auf einer Webseite registrieren und ein Algorithmus würde dann bestimmen, wer getestet würde und wer bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Quarantäne muss. Allerdings ist unsere Art der Einreise auf dieser Webseite gar nicht anwählbar und entsprechend kommen wir auch im Menu nicht weiter. Unsere Lust, einen lokalen Beamten zu fragen, hält sich in Grenzen - und so bleiben wir erstmal weiter nach alter Schengen Regel ohne Einklarieren hier. Wir fahren ganz offiziell mit eingeschaltetem AIS, also nicht inkognito - mögen sie doch fragen, wenn sie wollen.

Ach ja, gestern haben wir am südlichen Ende des Kanals von Lefkada geankert, nach mühseligem Marsch durch sehr kratziges Gebüsch und in großer Hitze "alte Steine" besichtigt, die wir zuvor mit der Drohne abgeflogen sind. Heute kam dann die obligatorische Lidl-Tour mit dem Dinghi Tour dran und 6sm später liegen wir in einer sehr schönen Bucht der kleinen Insel Meganisi.

Ambrakischer Golf und Lefkada

25.-28.6.2020 - Wir verlassen das Paradies und unser Code D zieht uns bei  leichtem Wind und erfreulicherweise nur am Rand einer großen Gewitterwolke entlang Richtung Prevezza. Nach einer Nacht vor der Aktion Marina sind wir ein Stück in den Ambrakischen Golf hineingesegelt und in einer sehr abgeschiedenen Bucht, inmitten einer bunten Vogelwelt, vor Anker gegangen. Nach einer kleinen Wanderung wurden wir als fast einzige Gäste noch in einer netten Strandbar bewirtet. Am nächsten Tag stand die Burg von Vonitsa auf dem Programm, einschließlich beeindruckender Begegnung mit einer großen Schlange, vermutlich einer Zornnatter. Nachmittags wollten wir dann eigentlich noch mal vor besagte Bar umziehen und dort Kitesurfen - beides klappte nicht: Die Bar spielte am Samstag unerträgliche Disco-Mucke - mit richtig guter lauter Anlage - und der Wind drehte Kreise in der Bucht. Den Wind des Nachmttags nutzend, sind wir deshalb wieder bei Prevezza vor Anker gegangen. Heute morgen bekam unsere Ankerkette neue Längenmarken und dann sind wir bei völliger Windstille nach Lefkada getuckert. Am nördlichen Ende des Lefkas Channel befand sich vor zwei Jahren noch eine Drehbrücke, diese ist jetzt ersetzt durch eine Autofähre, die   als Schwimmbrücke quer gelegt wird und alle 2h ablegt, um die Boote duchzulassen. Kreativ und vermutlich kostengünstiger als eine neue Brücke.

  • Netterweise tobte das Gewitter nur über Land

  • Lefkada castle

  • Die Fährenbrücke

  • Kanalrennen

  • Neue Kennzeichnungen der Ankerkette

  • Venezianische Festung Vonitsa

  • Einsame Bar

Slow motion

23.-25.6.2020 - Zwei Nächte haben wir in der Lakka-Bucht im Norden von Paxos verbracht. Nach einem Abstecher in die Blaue Grotte auf der Westseite der Insel und einer Nacht vor der Hauptstadt Gaios, liegen wir schon den zweiten Tag in der Voutoumi-Bucht auf Andipaxos. Im letzten Jahr um diese Zeit waren diese Buchten übervoll mit 20-30 Booten, jetzt waren wir nachts sogar alleine, tagsüber kommen 2-3 Boote. So profitieren wir gerade von der Corona Situation. Es ist jedenfalls unglaublich schön hier und wir sind wieder mal geneigt zu sagen, Griechenland ist die bessere Karibik. Kein Stress, (fast) keine Abzocke und eine sehr abwechslungsreiche Inselwelt. Wir sind jedenfalls unglaublich dankbar, dass uns dieses Erlebnis vergönnt ist.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Schwimmen in der Voutoumi Bucht auf Andipaxos

Zurück im Lieblingsland

20.-22.6.2020 - 225sm mit einem abwechslungsreichen Windmenü: Von völliger Flaute bis 7 Bft war zu Beginn alles dabei, die zweite Hälfte war dann konstant 6-7. Also viel Arbeit an den Segeln, Code 0 hoch, wieder weg, Vollzeug, drittes Reff, immer schön abwechselnd. Trotzdem angenehm, Welle von der Seite, immer halber Wind +/- 10°. Um 16:30 nach 28h Fahrt laufen wir in die Bucht von Lakka, Paxos ein und gehen mit Heckleine vor Anker. Einreiseformalitäten keine. Aber wir bekommen eine SMS auf´s Handy, dass wir willkommen sind, und "random testing" auf Corona passieren könnte.

Und es ist wie "Nachhausekommen". Azurblaues Wasser, nette Leute, Tavernen, Olivenbäume - wunderschön und friedlich! Heute haben wir gleich erst mal eine Radtour über die gesamte Insel gemacht.

Auf nach Griechenland

20.6.2020 - Wir liegen sehr unruhig an der offenen Küste Kalabriens. Heute am frühen Nachmittag segeln wir los Richtung Lefkas oder Paxos, das entscheiden wir unterwegs je nach Wind und der Höhe, die wir laufen können. Wenn technisch alles klappt, werden wir Kurznachrichten über Kurzwelle schicken.

Capo Milazzo & Messina Strait

18.6.2020 - Wir ankern eine Nacht vor dem Capo Milazzo und drehen eine Runde durch das nette Städchen. Am nächsten Morgen schwimmt Silvia über 3km und Jürgen entfernt schnorchelnd Tierchen vom Backbordrumpf, dann ziehen wir weiter Richtung Skylla und Charybdis und hoffen, so wie Odysseus ungehelligt hindurch zu kommen. Wir ankern in der Strömung vor dem kleinen Ort La Grotta auf der sizilianischen Seite, unser Eisen gräbt sich  auf Sandgrund in 7m Tiefe ein. Die Strömung beträgt in der Spitze 2,5kn, also schneller als es ein ein Schwimmer schaffen könnte. Das kennen wir schon vom Ankern in den Flüssen Spaniens und Portugals, es schreckt uns also nicht. In den Häfen hier rufen sie im Sommer absurde Preise bis über 200€ pro Nacht auf. Wir gehen stattdessen in einem kleinen Restaurant mit Anleger gepflegt und mit Blick auf den graskarpfen Essen und bekommen zu fairen Preisen einen sensationellen Thunfisch serviert.

19.6.2020 - In der Strasse von Messina wird Schwertfisch von sehr speziellen Booten aus gefangen: Die Motorschiffe haben einen 20m Mast mit Ausguck in der Spitze, um die Beute im hier sehr klaren Wasser auszumachen und nach vorne einen ebenso langen Ausleger, von dem aus die Fische harpuniert werden. Der Wetterbericht sagt für Samstag Abend und Sonntag guten Wind zur Querung der Adria voraus, danach ist ein Woche Flaute. Wir kaufen für die Fahrt ein und setzen Segel. Mit der Strömung und halbem Wind geht es nach Anmeldung bei Messina VTS mit 8-9kn durch das Verkehrstrennungsgebiet - nicht ganz nach Vorschrift, wir können nicht genug Höhe laufen, um 90° einzuhalten, es werden eher 50°, aber es ist wenig los und wir bekommen keinen bösen Anruf. Jetzt passieren wir gerade Reggio Calabria, heute abend werden wir irgendwo an der kalabrischen Südküste Anker werfen.

Ein paar Meilen südlich der Meerenge hat uns der Wind weitgehend verlassen und wir sind bis kurz vor Capo Sportivento Motorgesegelt. Jetzt brüten wir über den Wetterberichten: Am 4.7. kommen Freunde auf Kefalonia an, das ist unsere Deadline. Nun zeichnet sich eine gute Woche Flaute ab und es sieht so aus, als müssten wir morgen schon die 220 Meilen Überfahrt antreten. Jeder Tag später bringt unakzeptable Motorstunden. 

Leinen los, Griechenland ruft!

15.6.2020 - Um 9:30 werfen wir in Termini Imerese die Leinen los und die Segelsaison beginnt. Kurs Liparische Inseln. Wir haben perfekte Bedingungen mit 12-16kn aus dem hinteren Quadranten und graskarpfen zeigt uns, was er drauf hat. Unterwegs entscheiden wir uns für Filicudi und ankern nach 55 Meilen und knapp 8h im Südosten der Insel.

16.6.2020 - Schön einsam ist es hier und das Wasser ist ein Traum. Eine kleine Wanderung auf das Kap führt uns durch traumhafte Blütenfelder zu prähistorischen Siedlungsresten. Eine Runde Schwimmen für Silvia passt noch locker in den Tag, erst am späten Nachmittag entscheiden wir uns, nach Lipari weiterzusegeln, denn für übermorgen ist völlige Flaute angesagt, so dass wir einige Tage auf die Passage durch die Straße von Messina warten müssten, wenn wir blieben.

17.6.2020 - Nach dem obligatorischen Morgenschwimmen und etwas Bootsreinigung lichten wir Anker und nehmen Kurs auf die Halbinsel Capo Milazzo. Unterwegs testen wir unseren neuen Hydrogenerator von SailnSea. Genial das Teil, klein, leicht und sehr gut zu bedienen. Es wird seitlich mit Seilzug von der Plicht aus dem Wasser geschwenkt. Damit wir keine Löcher in den graskarpfen bohren mussten, haben wir mit ein paar Eigenbauteilen das Ding an einer Tasche des Hecks festgeklemmt. Die Bedienung läuft über ein Android Handy, das über Bluetooth mit dem Controller redet. Bei 5kn liefert das Gerät bereits etwa 5A, bei 8kn schon deutlich über 10A, jenseits der 10kn werden wir vermutlich unseren kleineren Propeller nehmen müssen. Auf jeden Fall bleiben so auf Nachtfahrten die Batterien weitgehend geladen. Wir werden versuchen, noch einen Windpropeller dafür zu finden, dann liefert der Generator mit einer zweiten Befestigung an windigen Ankerplätzen auch noch Strom.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). SailnSea Hydrogenerator im Einsatz
  • Wir haben sie die Nivea Blume genannt ….

  • Schade, dass das Internet keine Düfte transportiert

  • Auf Filicudi

  • Blick nach Westen

  • Morning swim

  • Im Vorbeifahren von der SY Heatwave fotografiert.

Eiskalt auf dem Vulkan

14.6.2020 - Der Mietwagen muß zurück nach Catania. Nun denn, dann können wir auch gleich noch den Ätna besteigen. Wir recherchieren nach dem besten Weg und finden unzählige Warnungen zu den alpinistischen und vulkanologischen Gefahren des Berges. Aber wir finden auch eine Bemerkung im Netz, dass es jemand von der Nordseite her geschafft hat, alleine und unbehelligt vom Kommerz auf den Berg zu kommen. Um 8:00 geht´s los in Termini, um kurz nach 9:00 schauen wir auf einen Kaffee bei der JAMS in Capo d´Orlando rein und nach einer wunderbar abenteuerlichen Fahrt auf kleinsten Straßen erreichen wir gegen Mittag den Parkplatz an der Skistation. Alles verlassen. Zunächst über die Bimsfelder der Skipisten und später über einen Fahrweg nehmen wir die 1500 Höhenmeter in Angriff. Wie es sich gehört im Gebirge, wird es immer kälter, auf 3000m nur noch wenig über Null und der Wind nimmt stetig zu. Die Ausblicke sind grandios, der Blick auf den Gipfel ist lange frei und die Leewolke zeigt uns schon früh, was wir oben zu erwarten haben. Die letzten 300 Höhenmeter sind wir dann im Nebel unterwegs und die Gipfelrast am Kraterrand dauert nur so lange wie ein Foto. Handschuhe hatten wir vergessen und wir frieren ordentlich bei geschätzten 8-9 Bft. Alles in allem dennoch eine schön anstrengende Tour. Die angekündigten Probleme mit Geröll und Orientierung existieren nicht und nach 6 1/2 Stunden sitzen wir müde im Auto auf dem Weg nach Catania. Übrigens unglaublich, wie grün die Abhänge des Gebirges unterhalb 2000m sind.

Catania ist faszinierend und verstörend zugleich …

Mehr…

Die Innenstadt wird geprägt von einst prachtvollen Gebäuden, die noch von einer ehemals funktionierenden und prosperienden Gesellschaft zeugen. Der Großteil der Bausubstanz zerfällt jedoch und zeigt überdeutlich die Konsequenzen des ökonomischen Abstiegs. Ja, der Fischmarkt ist romantisch, durch die Brille des Reisenden gesehen und wir erliegen durchaus dem morbiden Charme des Zerfalls, in dem gleichzeitig das Leben immer wieder Schönes schafft. Aber die Armut in der Stadt ist  nicht zu übersehen und letztlich gar nicht romantisch. Wir müssen an die vielen Gespräche zuhause denken, in denen wir mit Wohlstandsverdruss und Weltverbesserertum konfrontiert werden. Ein paar Tage hier in Catania würden vielen vielleicht die Augen öffnen, die jetzt auf dem Pferd des Konsumverzichts umherreiten und sich womöglich noch freuen, dass Corona die Welt ein wenig bremst.

Mit dem Zug, der übrigens mit der einstmals deutschen Pünktlichkeit fährt, sind wir gegen 20:30 wieder am Boot und Karsten empfängt uns mit Pasta alla Norma, einer sizilianischen Pasta auf der Basis von Auberginen, Knoblauch, Basilikum und Ricotta.

Am nächsten Tag heißt es dann hart Arbeiten: Der SailnSea Hydorgenerator wird installiert. Strippen quer durch´s Boot ziehen, Kabel abisolieren, ein Loch für den Stecker bohren, alles in Allem ein 8-Stunden Tag. Jetzt sind wir gespannt auf die ersten Ampere, die hoffentlich bald fließen werden.

Heute wird noch die Rollfock installiert und noch einmal der Kampf gegen den Staub aufgenommen, morgen ist dann endlich Wind versprochen und graskarpfen wird sich nach über einem halben Jahr von Termini Imerese verabschieden.

Weniger…

Monte San Calogero

7.- 9.6.2020 - Der erste Tag auf dem Boot ist harte Arbeit. Unsere 103 Quadratmeter müssen außen von Saharastaub und innen von Jürgens Männertörn Ende Januar gereinigt werden. Das reicht für Muskelkater und Sonnenbrand. Am zweiten Tag kommt Einkaufen und am Nachmittag eine Bergtour gemeinsam mit Karsten dran: 500 Höhenmeter vom Parkplatz auf den Monte San Calogero. Schweißtreibend, aber wir werden mit wunderschöner Flora und phantastischen Ausblicken über die sizilianische Nordküste belohnt. Am dritten Tag geht es tauchend unter die Boote: Karstens Blue Eyes und der graskarpfen werden von Bewuchs befreit. Der Rumpf ist recht gut in Ordnung, die Schraube und der Saildrive hingegen sind quasi getarnt, gut dass wir wissen, wo die mal waren ;-). Abends dann noch ein Besuch in Palermo - Reiningungsmittel für´s Boot und Dinghi kaufen, ein leckeres Eis schlürfen und die Erforschung der Ruine einer alten Ziegelei (https://www.palermoviva.it/la-mattoneria-vapore-puleo/)  runden den Tag ab.

Wir wollen Meer, wir kriegen Meer ;-)

Am 6.6.2020 geht unser Flug. Mit Restzweifeln, ob der Flieger auch wirklich abheben wird und etwas Sorgen, dass unser sehr spezielles Gepäck mit Fahrrad, Hydogenerator, Drohne und den dicken Lithium-Ionen Akkus angenommen wird, sausen wir nach Stuttgart. Dort erwartet uns ein gespenstisch leerer Flughafen, es geht tatsächlich nur diese eine Maschine - und ja, sie hebt ab. Anderthalb Stunden später sehen wir unter uns den Vesuv und die Bucht von Neapel, kurz darauf kommt der Ätna in Sicht und schon sind wir in Catania. Auch hier ein sehr leerer Flughafen. Der Mietwagen ist schnell abgeholt, unser großes Gepäck verstaut und gegen Mitternacht liegen wir wieder in der Koje unseres graskarpfens.

Kabarett

4.6.2020 - Gestern hat unsere Regierung in Ihrer allumfassenden Weisheit ein Corona-Hilfspaket beschlossen. Eine Komponente sind 300€ für jedes kindergeldberechtigte Kind, die allerdings versteuert werden müssen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Von unseren gezahlten Steuergeldern, bekommen wir jetzt 300€ zurück, die wir dann wieder versteuern müssen. Es handelt sich also wohl eher um einen beschäftigungstherapeutischen Ansatz für unsere gelangweilten Finanzbehörden. Oder wurde die Meldung von einem dieser hinterhältigen Kabarettisten im Lande gefaked?

Nachtrag 18:30: Wir liegen am Boden vor Lachen, oder LOL, wie der Instagrammer sagen würde: Sie wollen es in 3 Raten auszahlen ;-)

Mai


Corona - zunächst zum letzten Mal

31.5.2020 - In den letzten Tagen wurden wir ein paar mal gefragt, ob wir noch Aktualisierungen unserer Corona Zahlen machen würden. Deshalb hier vorläufig zum letzten Mal zwei Vergleiche:  

1.)  Die Anzahl der gesamten Fälle eines Landes pro Million Einwohner, sortiert nach der Fallsterblichkeit. Die krassen Unterschiede der Sterblickeit sind für uns immer noch ein Mysterium. 

2.) Der Verlauf der neuen Fälle pro Woche und 100.000 Einwohner, sortiert nach Ansteckungsintensität in der letzten Woche. Diese Werte sind gemittelt, sonst sieht man vor lauter Daten die Aussage nicht mehr. Schlüsse aus dem Vergleich der Daten sollte jeder selber ziehen.

Einzige Bemerkung unsererseits: Die großen Unterschiede zwischen den Ländern mit Lockdown und jenen ohne Vollbremsung werden den  internationalen Verkehr vermutlich noch eine Weile stark behindern.



Egon

30.5.2020 - Bevor wir nun bald für eine Weile unterwegs sein werden, ist Jürgens Vater noch einmal bei uns vorbeigekommen. Sein kleiner Wohnwagen, die Eribelle wurde geputzt und poliert, nach zwei Tagen haben wir ihn dann zu einem Kurcampingplatz bei Bad Birnbach begleitet, wo er jetzt einige hoffentlich sonnige Wochen verbringen wird.

Fast normal

28.5.2020 - So langsam normalisiert sich das Leben und wir freuen uns sehr, dass wir mal wieder Besuch haben dürfen: Für 3 Tage sind Maren und Stephan bei uns und wir erkunden die nähere Umgebung.

Frankenjura

22.5.2020 - Lange ist´s her, dass wir uns mit Freunden in der Fränkischen Schweiz getroffen haben. Zu Christi Himmelfahrt mussten nun einige Schäufala´s, Fränkische Bratwürste und Kellerbiere dran glauben - und geklettert sind wir auch noch. Nebenbei wurden wir in die  Tradition der Zoigl Biere eingeführt - ein spezielles Braurecht, das es seit dem Mittelalter gibt: https://zoiglbier.de/.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Sicher ist sicher, vor allem bei Jupp ;-)

Die Eifel und die Vorfreude

14.5.2020 - Das erste Mal seit dem Lockdown haben wir Bayern verlassen und uns mit Jürgens Vater in der Eifel für 3 Tage zum Radeln getroffen. Auch eine Möglichkeit, Silvia´s Eltern vor der nun endlich bevorstehenden Abreise noch einmal zu sehen. Ein tolles Abendessen bei Patrick rundete die Tour ab.

Mindestens so wichtig: Viva Italia! Am 3. Juni wird Italien seine Grenzen öffnen und sofort haben wir den ersten Flug gebucht: Am 6.6. will uns Eurowings von München nach Catania bringen. So ganz trauen wir der Sache noch nicht, aber wir drücken uns die Daumen!

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius & Sophie

14.5.2020 (J) Grrr, immer noch eingesperrt und jetzt auch noch die Eisheiligen. Es ist a...kalt in Deutschland und wir kriegen langsam den Lagerkoller. Die Weltwirtschaft wird zerstört und es ist keine Lösung für das Virus in Sicht. Wollen wir uns wirklich noch 1-2 Jahre wegsperren lassen? Erst unsere Lebensgrundlage zerstören und dann doch den Virus durchlaufen lassen? Man weiß es nicht! Die Aussagen unserer Regierenden sind jedenfalls unerträglich schwammig. Unsere Kanzlerin hat in ihrer Erklärung gestern keine einzige greifbare Ausage gemacht - schon gar nicht zu den Reisebeschränkungen.  Absprachen in Europa scheinen immer weniger möglich zu sein. Völlig im Dunkeln bleiben  die krassen Unterschiede der Sterblichkeit: Es liegt wohl kaum an den Beatmungskapazitäten, denn inzwischen ist klar, wer intubiert werden muß, hat ohnehin kaum eine Chance. Was ist es dann? Vorimmunisierung durch Reisen, die Quote alter Menschen, die Medikamentierung, der Zeitpunkt der Aufnahme ins Krankenhaus, Vitamin D? Uns erscheint jedenfalls die Mortalität als die größte Stellschraube und darüber wird am wenigsten gesprochen. (Update der Fallzahlen/Mio. und Mortalität)

Aktiv warten ...

11.5.2020 - Unser Unmut über die Abschottungen innerhalb Europas wird nicht kleiner. Aber was soll unsere Regierenden schon ermutigen die Grenzen zu öffnen, wenn die Zustimmungswerte der Bevölkerung wachsen wie lange nicht mehr. Nun denn, wir arbeiten ab, was es abzuarbeiten gibt und ertüchtigen uns jeden Tag an der frischen Luft. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass ein gesunder  Vitamin-D Spiegel, den Verlauf von Corona sehr positiv beeinflusst. Das motiviert zusätzlich, die Sonne auszunutzen. Und so warten wir so aktiv wie möglich weiter auf den Tag der Befreiung.

Artikel aus Science Daily

Aus Science Daily:

Eine neue Studie hat einen Zusammenhang zwischen niedrigen Durchschnittswerten von Vitamin D und hohen COVID-19-Fallzahlen und Sterblichkeitsraten in 20 europäischen Ländern festgestellt.

Die von Dr. Lee Smith von der Anglia Ruskin University (ARU) und Petre Cristian Ilie, leitender Urologe des Queen Elizabeth Hospital King's Lynn NHS Foundation Trust, geleitete Studie wird in der Zeitschrift Aging Clinical and Experimental Research veröffentlicht.

In früheren Beobachtungsstudien wurde über einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und der Anfälligkeit für akute Atemwegsinfektionen berichtet. Vitamin D moduliert die Reaktion der weißen Blutkörperchen und hindert sie daran, zu viele Entzündungszytokine freizusetzen. Es ist bekannt, dass das COVID-19-Virus einen Überschuss an pro-inflammatorischen Zytokinen verursacht.

Sowohl Italien als auch Spanien haben eine hohe COVID-19-Mortalitätsrate, und die neue Studie zeigt, dass beide Länder im Durchschnitt niedrigere Vitamin-D-Werte aufweisen als die meisten nordeuropäischen Länder. Dies liegt zum Teil daran, dass Menschen in Südeuropa, insbesondere ältere Menschen, starke Sonne meiden, während die Hautpigmentierung auch die natürliche Vitamin-D-Synthese reduziert.

Die höchsten durchschnittlichen Vitamin-D-Gehalte sind in Nordeuropa zu finden, was auf den Verzehr von Lebertran und Vitamin-D-Zusätzen sowie möglicherweise auf einen geringeren Sonnenschutz zurückzuführen ist. Skandinavische Länder gehören zu den Ländern mit den niedrigsten COVID-19-Fallzahlen und Sterblichkeitsraten pro Kopf der Bevölkerung in Europa.

Dies sagte Dr. Lee Smith, Lektor für Bewegung und öffentliche Gesundheit an der Anglia-Ruskin-Universität: "Wir fanden eine signifikante grobe Beziehung zwischen den durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegeln und der Zahl der COVID-19-Fälle und insbesondere der COVID-19-Mortalitätsraten pro Kopf der Bevölkerung in den 20 europäischen Ländern.

"Vitamin D schützt nachweislich vor akuten Atemwegsinfektionen, und ältere Erwachsene, die Gruppe mit dem grössten Vitamin-D-Mangel, sind auch am stärksten von COVID-19 betroffen.

"In einer früheren Studie wurde festgestellt, dass 75% der Menschen in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen einen schweren Vitamin-D-Mangel aufweisen. Wir schlagen vor, spezielle Studien über den Vitamin-D-Spiegel bei COVID-19-Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad der Erkrankung durchzuführen.

Herr Petre Cristian Ilie, leitender Urologe des Queen Elizabeth Hospital King's Lynn NHS Foundation Trust, sagte: "Unsere Studie hat jedoch Grenzen, nicht zuletzt deshalb, weil die Anzahl der Fälle in jedem Land von der Anzahl der durchgeführten Tests sowie von den unterschiedlichen Massnahmen abhängt, die jedes Land zur Verhinderung der Ausbreitung der Infektion getroffen hat. Schliesslich, und das ist wichtig, darf man nicht vergessen, dass Korrelation nicht notwendigerweise Kausalität bedeutet".
*** Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) ***

Weniger…

Freiheit!

4.5.2020 - Der Wert der Freiheit, die wir Zeit unseres Lebens als selbstverständlich erlebt haben, wird uns nun, nach 7Wochen der weltweiten Dressurübung im Namen von Corona sehr deutlich bewusst. Keine Frage, es gibt gute Gründe für das aktuelle Vorgehen, und dennoch erschreckt uns, wie einfach fast beliebige - und manchmal auch sehr zweifelhafte -  Maßnahmen überall auf der Welt durchsetzbar sind. Das lässt uns mitfühlen mit den vielen Menschen, die eine politische und wirtschaftliche Freiheit so wie die unsrige bisher, überhaupt nie kennenlernen durften. 

Nun, immerhin mehren sich die Anzeichen, dass ab Mitte Juni wieder Reisen über Grenzen hinweg möglich sein könnten. Bis dahin werden wir weiter unsere tägliche Dosis frische Luft mit möglichst viel Abwechslung einnehmen.

April



Vergleich des Corona Verlaufs in einigen europäischen Ländern & USA

27.4.2020 -  Im Netz unter https://data.europa.eu/euodp/de/data/dataset/covid-19-coronavirus-data, kann man sich die Fallzahlen der ganzen Welt herunterladen. Anbei der Vergleich ausgewählter europäischer Länder. Interessant, die Fakten mit dem Gefühl, das die Medienberichte hinterlassen, abzugleichen:

Mehr…

Italien ist längst von Spanien überholt. Das Einsperren der Menschen scheint in Spanien wenig zu bringen, dort beschleunigen die Fallzahlen sogar wieder *). Schweden hat etwa 2 Wochen Verzug, wenig Beschränkungen, aber der Anstieg der Infektionen unterscheidet sich nicht so sehr von den südeuropäischen Ländern mit vollem Lockdown - bisher. Frankreich hat erschreckenderweise Italien mit der Mortalität weit überholt. Immer noch wenig greifbare Erklärungen für viele Effekte.

Die schockierend hohen Zahlen der aktuellen Mortalität  widersprechen scheinbar den sonst genannten 0,5-1%. Die Gesamtmortalität wird direkt durch die Dunkelziffer beeinflusst, und die liegt nach wie vor weitgehend im Dunkel - nomen est omen. Es wundert schon, dass es hierzu so wenig belastbare Untersuchungen gibt, denn genau diese Information ist bei der Abwägung zukünftiger Maßnahmen der mit Abstand größte Einflußfaktor, entscheidet er doch über die Anzahl der insgesamt zu erwartenden Opfer.

*) 28.4.  Freunde, die in Spanien mit ihrem Boot festliegen, haben mich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Zahlen der Spanier Anderes aussagen. Das ist insofern korrekt, als die Spanier seit 10 Tagen auch Antikörpertests mitzählen, was quasi einen Teil der Dunkelziffer mit in die Zahlen bringt. In der untenstehenden Kurve sind diese Zahlen enthalten. Die Aussage über den Anstieg in Spanien könnte also falsch sein, es könnte die Änderung der Zählweise/die zusätzlichen Tests sein. Es ist unklar, wie die anderen Länder zählen, werde versuchen ein paar Stichproben zu machen und berichten.

29.4. In der Tat haben die Spanier gestern die Zahlen korrigiert, Update ist eingearbeitet. Die Antikörpertestdaten werden jetzt nicht mitgezählt, nur die labordiagnostisch bestätigten Fälle.

29.4. Die großen Unterschiede in der Mortalität sind bemerkenswert.Interessant ist, dass die USA nach sehr schlechtem Start ihre Mortalität wieder senken konnten. Unabhängig vom Durchseuchungsgrad variiert die Sterblichkeit massiv. Um das tiefer zu beleuchten, müsste jetzt auch die Altersverteilung angesehen werden. Wenn man die Daten dann in Altersbändern vergleicht, dann sollte der nächste Blick sicher auf die Behandlungsmethoden und Ressourcen in den Krankenhäusern gehen.

Weniger…

Das Leben muss weitergehen

24.4.2020 - Bei gutem Wetter treiben wir uns in unserer näheren und weiteren Heimat herum.

Wann dürfen wir wieder Reisen?

23.4.2020 (J) - Gute Frage, nächste Frage. Es wird viel über Simulationen des weiteren Verlaufs der Epidemie geschrieben und ja, eine einfache Exponentialfunktion, wie wir sie verwenden, ist recht ungenau. Dennoch bildet sie das grundsätzliche Geschehen, zumindest in der frühen Phase, recht gut ab und in Ermangelung ausreichender Informationen und zuliebe der Kontinuität, bleiben wir erst mal dabei. Was sie nicht abbildet, sind die Entscheidungen unserer Politik, und die möchten wir gerne etwas diskutieren:

Glauben wir wirklich, wir könnten die Weltwirtschaft für mindestens ein Jahr anhalten, ohne damit viel mehr Leid und Opfer zu erzeugen, als Corona es je vermocht hätte? "Man weiß es nicht", würde Dieter Nuhr an dieser Stelle sagen und damit hat er Recht: Dieses unglaublich riskante Experiment hat es niemals zuvor in der Geschichte gegeben und das Ergebnis bleibt abzuwarten. 

Hier klicken für den weiteren Text …

Damit zu den Grafiken:  Die erste Grafik zeigt die IST-Daten und die Simulation der Fallzahlen in D und belegt, dass dieser Rechenansatz nicht ganz falsch ist. Die zweite Grafik zeigt verschiedene Variationen der Bremsung (#stayhome, #flattenthecurve), von denen nur die radikalste eine Überforderung des Gesundheitssystems - das ist ja die allseits diskutierte Prämisse - verhindert.  Man beachte die Zeitachse - aktuell laufen wir in etwa auf der 40-Tage Verdopplungskurve. Sollten wir den Lockdown öffnen, werden die Infektionszahlen unerbittlich nach oben gehen - einfach nur zeitversetzt.

Wenn wir also das aktuell formulierte Ziel weiter verfolgen wollen, dann wird der Lockdown und andere Maßnahmen noch über ein Jahr dauern müssen. Er kann erst enden, wenn entweder die Bevölkerung durchimmunisiert ist, dann sind allerdings zwischen 200.000 und 500.000 Menschen gestorben. Oder ein Impfstoff oder ein Therapeutikum wird gefunden und in ausreichender Menge produziert, dann sterben weniger, je nach Zeitpunkt vielleicht die Hälfte. Das ist sehr schlimm, das wollen wir überhaupt nicht verharmlosen, auch sind wir uns bewusst, dass Jürgen selbst zur Risikogruppe zählt.

Aber, es gibt keinen festen Termin für den Impfstoff. Und wenn es noch ein Jahr dauert, werden bis dahin die Mehrzahl aller Unternehmen pleite oder vergemeinschaftet sein - mit den noch einzuziehenden Steuern und Zwangsabgaben der nächsten Jahrzehnte. Auf diesem Weg landen wir sozusagen "aus Versehen" wieder in der Staatswirtschaft, willkommen zuhause Angela ;-)

Die Länder Südeuropas werden ohne Tourismus wohl ausnahmslos in einer Staatspleite landen, es sei denn, die EU, also wir alle, vergesellschaften deren Schulden gleich noch mit. Um die Dimension dieser Ausgaben einmal greifbar zu machen, ein kleines Rechenexempel:  Für Deutschland steht derzeit die Zahl von 1000 Milliarden € im Raum - da sind die Kosten für die Rettung des Südens noch gar nicht drin. Der Staatshaushalt 2019 betrug ca. 360 Milliarden €, also ein Drittel. Der Staat muss also ungefähr das einnehmen, was wir sonst in 3 Jahren bezahlt haben, das kann jeder auf seiner Steuererklärung mal nachsehen. Und alle sogenannten Besserverdienenden dürfen das gern mit einem weiteren Faktor multiplizieren, das hat Frau Esken ja bereits öffentlich verkündet. Immerhin will sie niemanden erschießen ;-) 

Alles das ist aber "nur" Geld. In großen wirtschaftlichen Krisen hat der Mensch in der Geschichte immer gleich gehandelt: Man wird nationalistisch, es werden Schuldige gesucht, Unschuldige gefunden und bürgerliche Freiheiten bleiben auf der Strecke. Wir wollen keine weitere Verschwörungstheorie erzeugen, jeder möge auf Basis seiner Geschichts- und Menschenkenntnis selber urteilen.

Last but not least, eine weitere Rechnung, die ethisch zugegebenermaßen im Grenzbereich liegt, die wir trotzdem mal in den Raum stellen: Wieviele Lebensjahre retten wir, wieviele Lebensjahre werden "weggesperrt"?  Um mit Lisa Eckart zu sprechen: "Sie opfern das Leben, um dem Tod zu entgehen".

Zusammenfassung:
Wir werden unsere Wirtschaft ruinieren und unsere Lebensweise nachhaltig schädigen - ohne Gewähr, dass die Bilder von sehr vielen Toten wirklich vermeidbar sind. Die Langfristfolgen könnten Corona locker übertreffen. Deshalb halten wir einen anderen Umgang mit der Krise für bedenkenswert: Eigenverantwortung. Wer sich isolieren möchte, darf das tun und diese Menschen werden dabei nach Kräften und mit allen, auch finanziellen Mitteln unterstützt. So verhindern wir den totalen Kollaps der Weltwirtschaft, mögliche schwerwiegende Folgen für den Frieden und wir retten die Selbstbestimmung des Menschen mit allen Freiheiten und Risiken, die nun mal zu einem Leben dazu gehören.

Nachbemerkung:
Natürlich wissen wir zu schätzen, dass wir in einem Land leben, das uns vergleichsweise große Freiheiten im Lockdown gelassen hat und dessen Bürger sich überwiegend verantwortungsbewusst verhalten haben. Und natürlich sind wir ein wenig froh, das nicht selber entscheiden zu müssen. Dennoch fehlt uns eine offenere und ehrlichere Debatte über den längerfristigen Umgang mit diesem Thema.

 

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Daten vom 10.5. - Grafik wie vom Beginn des Monats, mit Anpassung der blauen Linie der Neuinfizierten von 28 auf 40 Tage Verdopplungsdauer. 
Letztes Update, das exponentielle Wachstum ist ja nun gestoppt. Halten wir uns die Daumen für den weiteren Verlauf.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Vier Simulationen für den weiteren Verlauf an Kranken und Toten.
1. Aktueller Verlauf bis vor 2 Wochen dann 14 Tage Dopplungrate, also wenig gebremst. (Jetzt auch 1,5 Dunkelziffer)
2. Aktueller Verlauf mit Lockerung ab Juni und Rückfall auf 28 Tage Verdoppelung
3. Beibehalten etwa der aktuellen Rate von 40 Tagen
4. Steigerung auf 60 Tage Verdoppelung

Der Lech - zu Lande, zu Wasser und aus der Luft

19.4.2020 - Ein Gutes hat das Virus ja: Wir lernen die Umgebung unserer Stadt immer besser kennen. Fast alle Lech-Stauseen haben wir schon umwandert oder umradelt, jetzt waren wir zwei Mal an der Litzauer Schleife südlich von Schongau. Vorgestern haben wir sie umwandert, eine spannende Tour durch´s Unterholz der Lechauen, sind abends noch mal mit der Drohne drübergeflogen und heute ist Jürgen die 10km von Staustufe Dessau bis Schongau gepaddelt, während Silvia die Strecke mit dem Rad weiträumig umkreist hat. Eine tolle Flora und Fauna mit unzähligen Forellen, Singvögeln aller Art, Schwänen, Greifvögeln und vor allem - Bibern.  Massenhaft findet man ihre Burgen und kaum ein Baum am Ufer hat eine Chance.

Gestern waren wir in Augsburg unterwegs und haben dem Zusammenfluss von Lech und Wertach einen Besuch abgestattet. Wir waren sehr erfreut und erstaunt, über dieses wunderbare Stück Natur, fast mitten in der Stadt. Allerdings sind auch hier die Nager hyperaktiv und gerade dabei, dieses schöne Stück Fluss völlig umzugestalten. So gut wie alle großen alten Bäume auf dem Panoramafoto rechts sind bereits so weit angenagt, dass sie nicht mehr lange stehen werden. Auch Veganer können also schlecht für die CO2 Bilanz sein ;-) Die süßen Kerle sind im ganzen Allgäu eine Plage, haben faktisch keine Feinde, stehen aber immer noch unter Naturschutz, weil sie mal selten geworden waren. Ich glaube, inzwischen müssen eher wir unseren Lebensraum gegen die Biber verteidigen ;-)

"indymedia"

Linke Gruppe bekennt sich auf "indymedia" zu Brandanschlag auf das Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, weil es an der PEPP-PT App mitarbeitet. 

Superschlau!

15°

12.4.2020 - Das Waser ist recht schnell "wärmer" geworden und nach 38 Minuten und 1800 Metern hatte ich wieder eine glückliche und eiskalte Frau ;-)

#outsmartcovid

12.4.2020  Covid-19 austricksen, das würde uns frohe Ostern bescheren.

Weltweit arbeiten Forscher und Programmierer daran, eine Software zu entwickeln, mit der Smartphones temporäre und damit anonyme Identifikationsnummern über Bluetooth austauschen und protokollieren können. Stellt man sich dann als infiziert heraus, werden für die entsprechende Zeit rückwärts alle Kontakte informiert (nein, nicht über den Namen, nur über die Tatsache), dass sie Kontakt hatten und bekommen einen Warnhinweis und die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Das gilt auch für die Kontakte der Kontakte. Exakt das, was man in Heinsberg und Starnberg in den ersten Wochen von Hand versucht hat, würde damit automatisiert und vervollständigt.

Sogar die beiden Erzrivalen Apple mit IOS und Google mit Android arbeiten für diese Software eng zusammen! 

So könnten wir die Ausbreitung unter Kontrolle bringen und die Welt am Laufen halten, denn #stayhome und #stayalone halten wir nicht lange durch. Leider haben laut Umfragen bislang nur etwa die Hälfte der deutschen Nutzer erklärt, dabei mitmachen zu wollen. Damit es funktioniert, sollten es aber mindestens 60% sein. Es gibt viele Infos im Netz, Stichwort "PEPP-PT", informiert Euch, denkt darüber nach. Es werden keine Bewegungsprofile erstellt! Und übrigens, wer denkt, sein Handy könne heute von Geheimdiensten nicht schon längst jederzeit geortet oder abgehört werden, hat etwas übersehen, z.B. die "stille SMS".

 

Grenzen

10.4.2020 - Es gibt gute Gründe, zur Eindämmung der Pandemie soziale Kontakte auf ein notwendiges Minimum zu beschränken. Aber muss man dafür wirklich Beziehungen zerreißen? Wir kennen Eheleute, die in verschiedenen Ländern festsitzen. Unser Sohn ist von seiner Liebe in der Schweiz auf unabsehbare Zeit getrennt. Die Strafen für jegliche Art von Versuchen, den Grenzübertritt zu bewerkstelligen sind nur als drakonisch zu bezeichnen. Warum bitte schön? Natürlich wäre eine 14-tägige Quarantäne angemessen und richtig, aber Trennung auf lange Sicht, wo ist da der vernünftige Grund? Unsere Kapazitäten in Krankenhäusern? Es würden einige von A nach B und andere von B nach A ziehen. das kann es doch nicht sein. Grundsätzlich sind wir froh, wie Corona in D gehandhabt wird, aber hier hoffen wir doch sehr auf Nachbesserung - im Sinne der Menschen und im Sinne der europäischen Idee.

#Endlich - #Eiskalt - #Glücklich

8.4.2020 Das Wasser hat 13-14°, keine 10 Pferde würden Jürgen da hinein bringen.

8.4.2020 - Ein erster kurzer Versuch, noch ist das Wasser bitterkalt.

7.4.2020 - Wir waren gestern tagsüber wieder wandern, haben den Grünten bestiegen und uns über 20°C gefreut. Es lag noch hier und da ein wenig Schnee und der Blick über die Alpen war grandios.

So kann man der Krise durchaus schöne Seiten abgewinnen, steckt dabei sicher niemanden an und stärkt das eigene Immunsystem.

Update Simulationen

7.4.2020 - Gestern Nachmittag hat sich unsere Bundesregierung erneut hinsichtlich Maßnahmen und Prognosen geäußert. Es gibt keine substantiellen Neuigkeiten, außer, dass alles vorbei sein wird, wenn es vorbei ist, so unsere Kanzlerin. Nun denn, das ändert nichts daran, dass es in Deutschland derzeit etwas besser läuft und wir uns etwas freier bewegen können, als in den meisten anderen betroffenen Ländern. Statt #Stayhome eben #Stayalone, das macht schon einen Unterschied in der Lebensqualität.

Weil aber zum weiteren Verlauf wieder gar nichts verlautbart wurde, haben wir uns noch mal hingesetzt, und unsere eigene Simulation verbessert: Bisher fehlte eine Dunkelziffer. Also die Frage, wie viele Menschen bekommen Corona, ohne registriert zu werden. Wir haben das so eingebaut, dass diese Menschen immunisiert sind, also nicht mehr angesteckt werden können, sie gehen aber nicht als Infizierte in die Exponentialkurve ein, sondern verringern den ansteckbaren Rest der Bevölkerung. Die Schätzungen gehen weit auseinander und haben erheblichen Einfluss auf den Verlauf. Am oberen Ende der Schätzungen liegt Herr Laschet mit Faktor 7-10 (Quelle: Deutschlandfunk), das dürfte sehr von Wunschdenken getrieben sein. Eher vorsichtig ist Herr Wieler, Präsident des RKI, er schätzt Faktor 2.

Fazit:  Wenn sich die Infektionsverdopplungsrate von aktuell 3 auf 4 Wochen erhöhen lässt, und die Dunkelziffer Faktor 4 beträgt, dann werden die Grenzen des Gesundnheitssystems nur ein wenig überschritten. Natürlich sterben so auch viel weniger Menschen, denn die 3/4, deren Infektion gar nicht bemerkt wurde, überleben natürlich auch.

Ach ja, und nochmals an die Datenschützer: Wenn die Ansteckungsquote deutlich gedrückt werden kann und flächendeckendes Tracking per App eingesetzt würde, dann könnten wir wieder mehr Bewegungsfreiheit erlauben und das Debakel unserer "Wirtschaft = Staatsfinanzen = unser aller Geld" verringern. Wenn wir uns europäisch einigen könnten, dann ginge das sogar grenzübergreifend. 

Der Zeitverlauf der Simulationen zeigt deutlich: die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Reduktion der Ansteckung wird sehr lange dauern, wenn wir versuchen, die Krankenhauskapazitäten nicht zu sprengen. Umso mehr müssen wir alles tun was möglich ist, um wirtschaftliches Totalversagen zu verhindern. Im Augenblick mögen "Coronaferien" für einige noch ganz nett erscheinen, umso länger aber alle von Reserven leben müssen, umso mehr Mittelständler von Pleite bedroht sind, umso länger werden wir nach Corona an den Folgen leiden. Also her mit der App!

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aktualisiert 19.4. - Aktuelle Details der Simulation und der IST-Daten. Infizierte, Kranke und Tote auf der linken Achse, die berechneten Dopplungsraten auf der rechten Achse.
Der Verlauf ist etwas günstiger als berechnet, die Maßnahmen zur Erhöhung der Dopplungszeit haben ein paar Tage eher gegriffen. Dennoch bleibt es eine Exponentialfunktion und nach kurzem Rückgang der Kranken, wird diese Zahl auch wieder steigen.

 
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aktualisiert 19.4.  - Primitive Simulation der Anzahl Kranker (also Infizierte abzüglich Gesundete und Tote), mit Variationen der noch unbekannten Dunkelziffer. Österreich schätzt derzeit eine Dunkelziffer um 3. Die Dunkelziffer ist als Faktor verarbeitet, d.h. bei Faktor 2, sind doppelt so viele Leute unwissentlich infiziert, wie offiziell erfasst. Sie beeinflusst den Verlauf sehr positiv in Bezug auf Opfer und Krankenzahlen, allerdings werden wir in jeder Version noch über das Jahresende hinaus mit dem Thema beschäftigt sein.

4.4.2020 - Das Wetter wird besser und wir können wieder radeln gehen. Heute waren wir unterwegs bei Landsberg am Lech. Und natürlich tun wir das, was alle tun, wir machen uns Gedanken zu Corona:

  • Zuallererst - wir sind sehr sehr froh, dass man Deutschland nicht einsperrt, so wie praktisch den Rest Europas, sondern an Eigenverantwortung appelliert und den Fokus auf Kontaktreduktion setzt.
  • Wir freuen uns, dass langsam auch so wichtige Dinge wie Desinfektion von Einkaufswagen in Supermärkten stattfinden.
  • Wir verstehen nicht wirklich, wieso man sich nicht auf der Wiese in die Sonne setzen darf, ausreichend Abstand vorausgesetzt. Geht es um´s pädagogische Vorbild? Aber was soll´s, abseits der Städte interessiert das auch niemand.
  • Krass finden wir, dass 45% der Deutschen Datenschutzbedenken gegen eine Tracking-App haben. Wie viele dieser Gegner tummeln sich auf Social Media und posten jeden Tag ihr Essen, Ihre Befindlichkeit und vieles mehr?
  • Große Sorgen macht uns die Finanzierung des ganzen Debakels - da hätten wir schon ein paar Ideen, aber das ist doch eher was für den Dialog.
  • Die Informationspolitik nehmen wir als sehr spezielle Mischung aus wissenschaftlicher Genauigkeit im Detail, journalistischer Schaumschlägerei und politisch-pädagogischen Aussagen der Regierenden wahr. Die wirklich relevanten Fragen werden öffentlich weder gestellt noch beantwortet: Wann erreichen wir die Grenze der Beatmungskapazität? Wie viele werden wir dann voraussichtlich nicht beatmen können? Wie viele können wir durch das Verlängern des Verlaufs wirklich retten? Wie lange dauert das Ganze abhängig von der Stärke der Bremsung?

Nun denn, so machen wir uns unsere primitiven Simulationen eben weiterhin selbst, versuchen unsere Schlüsse zu ziehen und beschäftigen uns ansonsten mit Lesen, Essen, Trinken, Videochats und manchmal nützlichem Zeitvertreib: Wir drucken Halterungen für die Gesichtsmasken unserer benachbarten Zahnklinik und nähen Masken gegen die Verbreitung unserer eigenen Aerosole ;-)

2.4.2020 - Jetzt mal ehrlich:  Wenn wir uns die Verläufe der Pandemie ansehen, rechnen wir nicht damit, vor August auf unser Schiffchen zu kommen. Für die Israelreise ist es dann vermutlich zu spät. Graskarpfen ist flott, aber mehr als ein 210 Meilen ETMAL haben wir noch nicht geschafft. Und Karsten ist zwar nett und toll, aber das wäre dann doch zu viel verlangt ;-)

1.4.2020 -  Nächste Woche geht es endlich auf´s Schiff und wir können lossegeln. Karsten hat schon alles geputzt und eingekauft, wir brauchen nur noch die Leinen loswerfen und ab nach Israel. Wenn wir die üblichen 300sm Etmale schaffen, sind wir in 3 Tagen dort.

März


We´re still not amused

27.3.2020 - Wir machen weiterhin fast jeden Tag eine Wanderung oder gehen Radeln - leider gerade wieder mit Kälteeinbruch. Aber es ist schon eine sehr unheimliche Stimmung, die uns angesichts der Lage erfasst. Eine Reihe Seglerfreunde sitzt im Mittelmeerraum und im Rest der Welt auf Ihren Booten fest, die Ausgangsperren dort sind radikal. Wir sind froh, dass sich D für die Isolation durch Kontaktsperre entscheiden hat, so dürfen wir alleine oder zu Zweit wenigstens an die frische Luft. Trotzdem läuft das unangenehme Gefühl mit, dass das alles sehr wenig hilft: Anfang März hatten wir mit den damaligen Daten des Robert-Koch-Institutes mal eine stark vereinfachte Hochrechnung versucht und seitdem tragen wir die IST-Daten dort ein. Leider passen diese IST-Daten sehr gut zur Simulation durch eine Exponentialfunktion - und die haben eben immer ein dickes Ende. Selbst bei wohlwollender Betrachtung der Beatmungskapazitäten und -Notwendigkeiten werden wir etwa Mitte April die Kapazitätsgrenze durchbrechen. Ab dann werden wesentlich mehr Menschen sterben und in den Krankenhäusern werden unzählige schwere Entscheidungen getroffen werden müssen. Selbst wenn sich die Infektionsrate noch einmal halbieren ließe, bringt das nur wenige Wochen Verzögerung, dann kommt der Tsunami dennoch über uns - in beiden Szenarien sterben fast die gleiche Anzahl Menschen - wenn nicht noch ein Impfstoff oder eine wirksame Medikation gefunden wird.

Angesichts dieser Aussichten stellen sich viele Fragen. Zwei davon:  1.) Wollen wir wirklich den Datenschutz über das Leben stellen? Südkorea hat mit massivem Testen und Tracking von Kontakten bisher als einziges Land eine vielleicht rettende Trendwende hinbekommen, siehe Grafik weiter unten.  2.) Macht es Sinn, die Ausbreitung durch Lockdown fast der ganzen Welt zu bremsen, wenn die Gesundheitssysteme dadurch nur ein paar Tage/Wochen später trotzdem zusammenbrechen und die Opferzahlen am Ende des Jahres fast identisch sein könnten - es sei denn, ein Wundermittel wird noch erfunden.

Keine schönen Fragen, aber jemand wird sie beantworten für uns.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Primitive Simulation: Infizierte mit 7 / 14 / 21 Tagen Verdopplungszeit versus geschätzte Beatmungskapazität und Opferzahlen 
Update 15.4.2020
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Primitive Simulation: Vergleich der Kranken und der Opfer über der Zeit bei 7 / 14 / 21 Tagen Dopplungsrate. Die Zahl der Opfer wird leider nur geringfügig kleiner.
Update 4.4.2020 - Wir sind jetzt bei ca. 8 Tage Dopplungsrate
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Fallzahlen ab dem 100. Fall auf logarithmischer Achse im Vergleich zu den Verdoppelungsraten. Quelle Financial Times und John Hopkins University
 
In unseren Augen die beste Übersicht zur Seuche: https://www.ft.com/coronavirus-latest

27.3.2020 - Diese Grafik zeigt auf logarithmischer Vertikalachse die Ausbreitung des Virus über der Zeit in allen Ländern ab dem 100. Infizierten. Südkorea hat den Ausbruch bisher mit Abstand am besten unter Kontrolle gebracht - mit massivem Testen und Tracking von Kontakten. Ist der Datenschutz bei uns tatsächlich wichtiger, als die Eindämmung des Virus? Japan übt eiserne Disziplin, alle tragen Masken - primär zum Schutz der Mitmenschen und ist damit besser als wir, aber nicht so erfolgreich wie Südkorea.
 

Am Lech und im Moor am Hohenpeissenberg

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Eiskalt - Wanderung am Hochmoor bei Peissenberg

23.3.2020 - Das Ausgangsverbot ist vor allem ein Kontaktverbot. Zu Zweit dürfen wir also für Sport und Spaziergänge an die frische Luft und nutzen das auch fleißig aus. Heute 10km Wanderung in den Stauden und auf dem Rückweg noch ein kurzer Testflug mit der Drohne über den Bismarckturm, um zu schauen, ob es auch bei starkem Wind funktioniert und ob der Austausch der Dämpfer an der Kamera das Zittern der Videos beseitigt hat. Hat funktioniert, jetzt muss vor dem nächsten Flug nur noch die Optik sauber geputzt werden, im Gegenlicht siehts nicht gut aus. 

 

Gehe zu URL (go to url). Augsburg von Westen mit Bismarckturm

Leben in den Tag

21.3.2020 - Während die Pandemie weiterhin ihren unheilvollen exponentiellen Verlauf nimmt, dessen direkte und indirekte Folgen wir uns lieber nicht zu genau ausmalen,  tun wir das Einzige was weiterhin getan werden kann und darf, um sich und andere nicht zu gefährden: wir gehen raus an die frische Luft. Vorgestern an den Weißensee und rauf auf den Falkenstein, dann über den Einerkopf und den Salober zurück zum See. Eine sehr schöne Tour bei frühsommerlichem Wetter. Jetzt sitzen wir wieder zuhause, haben weitgehendes Ausgangsverbot und schlechtes Wetter dazu. We´re not amused.

18.3.2020 - Die meisten Grenzen weltweit sind dicht, in vielen Ländern gibt es Ausgangssperren - unser Sohn und seine noch recht junge Liebe sitzen jetzt auf verschiedenen Seiten einer Grenze fest und können sich auf absehbare Zeit nicht sehen - gar nicht schön! Aber wir trotzen der bedrückten Stimmung solange wir noch dürfen, gestern waren wir am Elbsee bei südlich Kaufbeuren.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Poseidon und die Meerjungfrau haben sich nach Bayern verirrt - so können wir ein wenig vom Leben auf dem graskarpfen träumen.

16.3.2020 - Selten, vielleicht noch nie, hat sich die ganze Welt in einer einzigen Woche so verändert. Zu unserem Boot kommen wir auf absehbare Zeit nicht mehr, es wäre auch kein Vergnügen, in weiten Teilen des Mittelmeerraumes besteht Ausgangssperre. Seit heute ist auch hier in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen - immerhin ohne Hausarrest. So können wir unser Immunsystem mir Radtouren und Wanderungen stärken.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). … bevor die Lifte geschlossen haben

Drei Tage mit ehemaligen Kollegen auf Skiern in Saalbach -Hinterglemm waren auch noch drin, bevor Österreich alle Touristen nachhause geschickt sowie Lifte und Hotels geschlossen hat.

10.3.2020 - Nun ist ganz Italien rote Zone und es ist wohl klar, dass die nächsten Monate nicht mehr viel geplant werden kann. Wir sind gespannt. 

9.3.2020 - Noch genau ein Monat, bis wir wieder auf unseren graskarpfen umziehen wollen. Wir hoffen, dass uns diese kleinen bösen Kügelchen namens Corona keinen Strich durch die Rechnung machen. Aber solange lassen wir uns erst mal nicht beirren und machen weiter unsere Erledigungen, Wanderungen und Treffen mit Freunden.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Gestern hatten wir Besuch von Melissa und Enrico - und gutes Wetter noch dazu. Im Parkhäusel gab es heißen Kakao und gute Laune.
Gehe zu URL (go to url). Die neue Drohne ist immer mal wieder dabei. Für einen kurzen Zusammenschnitt einiger Videos auf die Filmstreifen klicken.  (Für die Tierschützer unter Euch: Die Schwäne flüchten nicht vor der Drohne, das Ding lässt sie völlig kalt, sondern sie eilen zu einer Fütterung am Ufer!)

Februar


  • Wetter am Forggensee

  • Das neue Spielzeug in der Erprobung

  • Winterspaziergänge

  • The black swan.

  • Schwanenfeder

  • Orgelfelsenhaus im Schwarzwald

  • Walle fliegt die Drohne

  • Kurztrip mit Enrico zum Arlberg

  • Brechttage im Martinipark-Theater

  • Kabarett in der Augsburger Puppenkiste

Wir sind sehr aktiv in diesem Monat. Besuche, Wanderungen, Skifahren und Üben mit der neuen Splashpro Drohne, …. kurzum, wir haben eine gute Zeit.

Januar


Kleine Winterreise

22.1.2020 - Winni und Jürgen machen eine Runde zu den Liparischen Inseln. Gut 10 Tage haben sie Zeit, um den graskarpfen etwas zu bewegen und nach dem Rechten zu sehen. Bei herrlichem Wetter geht die Tour von Termini Imerese nach Cefalú, Capo d´Orlando, Vulcano, Lipari, Stromboli und Panarea. Morgen nochmal nach Lipari, der einzigen Insel bisher auf der eine Pizzeria geöffnet hatte und dann über Filicudi und oder Cefalú zurück.

Die Inseln sind schön, allerdings mit Ausnahme von Lipari völlig unbelebt - ein Gefühl der Einsamkeit schleicht sich da schon ein, ganz abgesehen von der Versorgungslage mit Pizza und Pasta.

Am letzten Tag der Reise tourten wir  mit dem Auto ins geschichtlich sehr interessante Tal der Tempel bei Agrigent: Wunderschön im dortigen Frühling. Auf dem Rückweg nach Termini war noch Zeit für einen Abend in Palermo - die Stadt der ganz großen Kontraste. Toll, was in der Vergangenheit an Bauten und Kultur geschaffen wurde, bedenklich, wie sich die modernen Viertel präsentieren.

  • Im Inneren

  • Caccamo

  • Agrigent

  • Frühling

  • Tempel der Concordia

  • Ikarus

Termini Imerese - Liparische Inseln im Januar. Tagsüber bis über 20°C!

Wanderungen und Besuche

Wir nutzen unsere Zeit zuhause für alles Mögliche: Wanderungen, Besuche bei Freunden und Verwandten, Steuererklärungen, Projekte. Damit die Webseite nicht einschläft, kommen ab und zu mal ein paar Bilder.

  • Hanau am Main

  • Schloß Wilhelmsbad

  • Lechstaustufe 19

  • Im Bieberwald

Nachdenklich

6.1.2020 - Wieder im Lande, beschäftigt uns die aktuelle politische Lage. Vieles was wir hören und wahrnehmen, finden wir eher verstörend. Am Montag waren wir auf dem seit 1866 stattfindenden 3-Königstreffen der Liberalen in Stuttgart - das hat uns positiv beeindruckt und wir empfehlen allen, sich das einmal anzuhören. Da gibt es Lösungsvorschläge, die uns voranbringen können und nicht ausbremsen, so wie leider viele Ideen der Grün-Linken Szene.

Mehr…

Politisch scheint das Land immer mehr von der Mitte zu den linken und rechten Rändern zu driften. Sozialromantik und der Ruf nach noch mehr staatlicher Fürsorge macht sich breit. Scheinbar können auch die zahllosen gescheiterten sozialistischen Experimente die Menschen nicht davon abhalten, sich der Illusion hinzugeben, das könne man schon hinbekommen, man müsse es nur besser machen. Wir sind schon das Land mit der höchsten Umverteilungs-, also Steuerquote weltweit, die Steuerlast ist allein in den letzten 10 Jahren nochmals um 10% gestiegen. Das hält SPD, Linke und Grüne nicht davon ab, immer neue Geldquellen für ihre konsumatorische Politik zu suchen. Geradezu religiöse Züge hat die Links/Grüne Bewegung angenommen. Wir und der Rest der Welt leben besser als je zuvor. Die zweifelsohne vorhandene Herausforderung des Klimawandels anzugehen, braucht starke Staaten, Ideen und vor allem große Budgets, stattdessen manifestiert sich eine nie dagewesene Verbots- und Verzichtlust, die unsere Wirtschaft schwer beschädigt - keine gute Grundlage für erfolgreiche Klimapolitik. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums erleben wir, dass der Verlust jeglichen Profils der CDU nach gut 14 Jahren Merkelei dazu führt, dass sogar aufrechte konservative Menschen ihr Heil in der AfD suchen, in der sie dann in unvermeidliche Nähe zu Gedankengut geraten, von dem wir hofften, es sei ausgestorben. Genauso bedenklich.

Wir haben seit Jahren Stillstand, anstelle pragmatischer und kluger Strategien erleben wir Symbolpolitik, Opfergaben an kurzlebige Strömungen und Zick-Zack Kurse. Dabei gibt es wirklich viele dringend zu bearbeitende Themen: Erneuerung der EU und Anpassung an die Kräfteverschiebungen in der Welt, Klimawandel und Energiewende, Erhalt unserer Wettbewerbsfähgikeit und damit Erhalt von Gestaltungsfreiräumen überhaupt - um nur einige zu nennen. Aber, wir vernichten Hunderte von Millarden, wenn wir Kraftwerke lange vor Ihrer Gebrauchslebensdauer abschalten und dann teuer Strom aus dem benachbarten Ausland beziehen - aus Kraftwerken gleicher Bauart! Oder, wenn wir uns in Sachen Mobilität vorzeitig auf eine bestimmte und fragwürdige Technologie festlegen, damit in naher Zukunft zigtausende Arbeitsplätze vernichten, anstatt auf die Innovationskraft des Landes zu vertrauen und mit technologieoffenen Vorgaben Fortschritt zu steuern. Nicht zu sprechen von schnell wechselnden Hysterien wie NOx, Feinstaub und so weiter.

Kein Wunder, wenn bei vielen derartigen Baustellen einerseits die höchste Steuerlast weltweit getragen werden muß, ohne daß unser Sozial- und Rentensystem, geschweige denn unser Bildungssystem besonders gut abschneiden.

Nun sind wir zuhause und wollen/müssen uns mit der Lage auseinandersetzen. Heute haben wir deshalb das seit 1866 stattfindende 3-Königstreffen der Liberalen besucht und dort manches wiedergefunden, was früher einmal Politik der Mitte ausgemacht hat: Positives und realistisches Denken sowie Vertrauen in die Schaffenskraft des Menschen und die Zukunft. Es geht der Welt heute weit besser als je zuvor (Buchempfehlung: Factfullness) und wir sollten daran arbeiten, diesen Trend fortzusetzen und mitzugestalten. Hysterie und Angst sind schlechte Ratgeber und Ideologien haben schon immer sehr viel Unheil erzeugt.

Das, was auf dem Dreikönigstreffen der FDP vorgetragen und diskutiert wurde, macht uns Hoffnung. Deshalb werben wir dafür, sich die Zeit zu nehmen und diesen Leuten zuzuhören, auch wenn der Reflex der Meisten erst mal Ablehnung ist. Erstaunlich oft passen dann die eigenen Vorstellungen doch sehr gut zum Programm.

Weniger…
Gehe zu URL (go to url). Videoaufzeichnung der Reden
Gehe zu URL (go to url). Liberal seit 1866

Besuch

Seit wir wieder in Augsburg sind, freuen wir uns über so einige Besucher: Maren & Stefan kamen noch vor Weihnachten vorbei - auf Einkaufstour sozusagen. Weihnachten habe wir uns über Egon, Enrico und Melissa gefreut und gleich danach kam Tom für ein paar Tage vorbei. Auch Martina & Walle und last but not least Martina (na klar, eine andere Martina) & Jupp durften wir beherbergen. Wir haben nicht immer Fotos gemacht, aber ein paar ganz ungestellte Aufnahmen ;-) gabe es dann doch. Schön, dass Ihr gekommen seit! 

  • Am Lech

  • Mit Tom und Egon im Museum - in barocker Verkleidung

  • Heilig Abend

  • Vorbereitung auf Heilig-Abend

  • Irmgard´s 80er

Willkommen 2020

Mal schauen, was 2020 so bringen wird ...

Spaziergang im Haspelmoor